Gedicht: Gunter Grass – Europas Schande

Die sueddeutsche-online hat ein Gedicht von Gunter Grass veröffentlicht:

Nobelpreisträger Gunter Grass, Prof. Klaus Staeck, Andreas Kellner

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Europas Schande 

Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht,
bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.

Was mit der Seele gesucht, gefunden Dir galt,
wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert.

Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land,
dem Dank zu schulden Dir Redensart war.

Zur Armut verurteiltes Land, dessen Reichtum
gepflegt Museen schmückt: von Dir gehütete Beute.

Die mit der Waffen Gewalt das inselgesegnete Land
heimgesucht, trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister.

Kaum noch geduldetes Land, dessen Obristen von Dir
einst als Bündnispartner geduldet wurden.

Rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht
den Gürtel enger und enger schnallt.

Dir trotzend trägt Antigone Schwarz und landesweit
kleidet Trauer das Volk, dessen Gast Du gewesen.

Außer Landes jedoch hat dem Krösus verwandtes Gefolge
alles, was gülden glänzt gehortet in Deinen Tresoren.

Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure,
doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück.

Verfluchen im Chor, was eigen Dir ist, werden die Götter,
deren Olymp zu enteignen Dein Wille verlangt.

Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land,
dessen Geist Dich, Europa, erdachte.

Gespräch mit David Graeber und Christian Felber – Inside Occupy – Uni Campus Frankfurt -18.05.2012


Am Freitag, 18. Mai 2012, wollte Dr. David Graeber im Schauspielhaus Frankfurt über sein Buch Inside Occupy reden. Leider wurde daraus nichts. Die Polizei hat das Schauspielhaus Frankfurt weiträumig umzingelt und hermetisch abgeriegelt. Um 14.45 Uhr kam ich am Hauptbahnhof an. Dort standen bereits über 100 “Polizei-Kampfmaschinen”. Die Staatsmacht hat die Frankfurter Innenstadt zum Hochsicherheistratkt umfonktioniert.
Mein erschreckender Eindruck schon jetzt:

1. Die Polizei hat Frankfurt selbst blockiert,
2. den Geschäften / Gastronomie einen hohen wirtschaftlichen Schaden zugefügt und
3. die Grundrechte auf Versammlungsfreiheit mit Kampfstiefeln getreten.

Viele der eingesetzten “Ordnungshüter” hatten auch leider keine Ortskenntnis. An jeder Straßensperre bekam ich unterschiedliche Infos: “Wir sind aus dem Saarland, ….wir sind aus Hannover… – ….wir kennen uns hier nicht aus ….wir haben unsere Anweisungen ….gehen sie einfach in die nächste Straße…” Einem ganz jungen Uniformierten habe ich einmal erklärt wer da im Schauspielhaus heute ist. Die meisten Polizisten an den Straßensperren waren ziemlich angespannt und unfreundlich.

Brandaktuell – Lesen!

In jeder Seitenstraße standen Polizeitransporter. Bei vielen dieser voll bestzten Transporter lief der Motor für die Klimanlage. Umweltverschmutzung der grünen Art. Einen neuen Wasserwerfer für 1.000.000 Euro konnte man auch sehen. Telepolis hatte bereits 2010dazu berichtet: “Mit Hochdruck gegen Ungehorsam
Wasserwerfer WaWe 10000

Um  15.20 Uhr kam ich dann doch bis zum Schauspielhaus durch. Die Vor-Ort-Info: Die Veranstaltung wurde vom Schauspielhaus Frankfurt und dem Campus Verlag auf den Uni-Campus Frankfurt verlegt, da die Polizei niemanden zum Schauspielhaus lässt.

Also wieder quer durch Frankfurt zum Campus. Die Straßen im Bankenviertel waren ausgestorben. Ausser einigen Bank-Securitys und Polizisten war niemand unterwegs.

Bei der Sparkasse 1822 Frankfurt die mit überhohen Sicherheitsgittern geschützt war – nutzte ich die Gelegenheit für eine spontane “Inside-Occupy-Demo”.

Mit vielen Grüssen an David Graeper aus dem Herzen der Bankster-Metropole

Mit vielen Grüssen an David Graeber aus dem Herzen der Bankster-Metropole

Um 15.50 Uhr war ich dann auf dem Uni-Campus in Frankfurt. Diesen zweiten Anlauf zum Vortrag von Prof. David Graeber konnte die Polizei dann nicht mehr verhindern!

Das Buch von David Graeber finden Sie hier: Campus Verlag

Nachhaltigkeit – Strategie: Energieoptimiert Bauen

Das Haus der Zukunft soll ressourcenschonend und weitgehend klimaneutral sein. Professor Thomas Lützkendorf, Leiter des Lehrstuhls Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Professor Andreas Wagner, Sprecher des Topics „Effiziente Energienutzung in Gebäuden“ im KIT-Zentrum Energie, gehören zum Team der Begleitforschung im Programm „Energieoptimiertes Bauen“ (EnOB) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Ihnen geht es sowohl um das Gesamtenergiekonzept als auch um die Frage, wie sich energieeffizientes Bauen wirtschaftlich im Lebenszyklus eines Gebäudes auswirkt.

Noch beanspruchen Gebäude mehr als 40 Prozent der in Deutschland verbrauchten Primärenergie. „Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Forschung ist es, das Gesamtenergiekonzept eines Gebäudes zu betrachten“, sagt Professor Andreas Wagner. An der Fakultät für Architektur des KIT vertritt er das Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau. Welchen Energieaufwand erfordern Heizen und Kühlen, welchen Lüften und Beleuchten? Wieviel Strom benötigen einzelne technische Systeme wie zum Beispiel eine geothermisch angetriebene Wärmepumpe? Die systematisch erhobenen Daten stammen zu einem großen Teil von Bürogebäuden und anderen nicht als Wohnung genutzten Bauten, darunter ein Museum und ein Supermarkt.

Die aus der Auswertung gewonnenen Erkenntnisse münden in wissenschaftlich abgesicherte Planungsempfehlungen. Ein kluger Entwurf und die richtige Konstruktion tragen schon wesentlich zur Energieeffizienz sowie zur Raumkonditionierung und -beleuchtung bei, so Wagner. Ein Beispiel ist das passive Kühlen: Mit Sonnenschutzglas, einer wirksamen Verschattung der Fenster sowie verfügbarer Speichermasse können Räume im Sommer unter Ausnutzung natürlicher Wärmesenken wie Außenluft oder Erdreich ohne Klimaanlage angenehm temperiert werden. Wie wohl sich Menschen in den Häusern fühlen, untersucht Andreas Wagner ebenfalls. „Energieeffizienz alleine ist kein Indikator für die Zufriedenheit der Nutzer“, sagt Wagner. Deshalb werden auch Aspekte wie die thermische Behaglichkeit, Beleuchtung, Raumakustik und die Luftqualität einbezogen. Im Zuge der EnOB-Begleitforschung erarbeitete Themen und Rechenwerkzeuge fließen bereits in die Ausbildung künftiger Architekten ein.

Wie wirtschaftlich der Einsatz neuer Bauprodukte und technischer Systeme ist, erforscht Professor Thomas Lützkendorf. Der KIT-Wissenschaftler befasst sich insbesondere mit der Frage: Wie wirkt sich energieeffizientes Bauen im gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ökonomisch aus? Berücksichtigt werden dabei alle mit dem Bauwerk in Zusammenhang stehenden Kosten: von den Herstellungskosten über die Betriebskosten für Energie und Wartung bis hin zu Aufwendungen für den Rückbau und das Recyceln der Baumaterialien.

„Wir entwickeln Methoden, um bereits in frühen Phasen die Lebenszykluskosten abschätzen und beurteilen zu können und ermitteln die hierzu benötigten Daten und Erfahrungswerte“, sagt Lützkendorf. Ein Ziel ist es, Planern künftig Hilfsmittel für die Bewertung und Auswahl von Planungsvarianten auch aus ökonomischer Sicht an die Hand zu geben. Die dabei unter anderem eingenommene Langzeitperspektive berücksichtige zusätzlich auch die Interessen folgender Generationen, betont Lützkendorf. Der Immobilienwirtschaft werden durch seine Forschung zum Beispiel Bewertungsmaßstäbe an die Hand gegeben, mit denen sich darstellen lässt, wie wertstabil ein energieeffizientes Gebäude langfristig ist.

Das KIT hat seit 2011 die Koordination der EnOB-Begleitforschung inne. Beteiligt sind die Universitäten Kassel und Wuppertal sowie das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Quelle:  Karlsruher Institut für Technologie

Klimawandel zerstört Nahrungsnetze und macht Boden unfruchtbar

Forscher aus Göttingen und Kopenhagen zeigen Folgen erhöhter Temperaturen und Dürren auf

Unter Klimawandel geben die Pflanzen weniger Stickstoff ab und die Bodenbakterien wachsen langsamer. Es sinkt also die Bodenfruchtbarkeit, das heißt der Nährstoffkreislauf zwischen Pflanze, Insekt und Bodenlebewesen ist gestört.
Foto: Universität Göttingen

In einem Großversuch haben Forscher der Universität Göttingen, der Universität Kopenhagen sowie der Technischen Universität von Dänemark in Risø über sieben Jahre hinweg den Klimawandel nachgestellt. In einem Heidegebiet bei Frederikssund in Dänemark erzeugten sie künstlich Dürren und erhöhten die Temperatur und den Kohlendioxidgehalt der Luft. Nun konnten sie zeigen, dass das Zusammenspiel zwischen Bodenlebewesen, Pflanzen und Insekten durch Klimawandel empfindlich gestört wird. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Climate Change erschienen.

Für ihr Experiment setzten die Wissenschaftler auf jeder der insgesamt zwölf Versuchsflächen mit je 28 Quadratmetern Größe Heuschrecken aus, um herauszufinden, wie sich Schadinsekten auf Nährstoffkreisläufe und Bodenlebewesen auswirken. Werden die Pflanzen von Heuschrecken befressen, dann geben sie unterirdisch über die Wurzeln Stickstoff und Aminosäuren ab. Dadurch wird das Wachstum von Bodenbakterien stimuliert, die wiederum der Pflanze helfen, an neue Nährstoffe zu gelangen. Ganz allgemein werden durch Insektenfraß Nährstoffe schneller im Boden verfügbar gemacht. In ihrem Feldexperiment konnten die Forscher nun zeigen, dass die Pflanzen unter dem Einfluss des Klimawandels weniger Stickstoff abgeben, die Bodenbakterien langsamer wachsen und auch andere Bodenorganismen wie Einzeller in geringerer Zahl vorhanden sind.

„Der Nährstoffkreislauf zwischen Pflanze und Boden wird durch Klimawandel verlangsamt. Den Bodenlebewesen steht damit vor allem weniger Stickstoff zur Verfügung und der Boden wird unfruchtbar“, sagt der Göttinger Agrarwissenschaftler Dr. Christoph Scherber, Privatdozent an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen und einer der Erstautoren der Studie. „Mit Hilfe der Studie könnten globale Modelle des Stickstoff-Kreislaufes nun neu justiert werden“, so Dr. Scherber.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Strategie: Boden gut, Ernte gut

Neues Steuerungs-System erhöht Wirtschaftlichkeit und beugt Überdüngung vor

Wenn Regen ausbleibt oder Niederschlagsmengen stark schwanken, steht der Landwirt vor einem Problem. Denn lange Trockenperioden vergrößern das Risiko einer schlechten Ernte und erschweren den Nährstoffeintrag. Das Forschungsprojekt „OPTIFERT“ will die Düngung und Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in Europa mit einer intelligenten Technologie verbessern. Das integrierte Optifert-System ermöglicht dem Landwirt die Düngung und die Wasserzufuhr zu optimieren. Mittels einer Kontrollschleife werden so die ökonomischen und ökologischen Risiken minimiert.

Bremerhaven, 24. Mai 2012. Mehr als 9 Millionen Landwirte in Europa können auf eine Bewässerungsanlage für ihre Felder nicht verzichten. Um eine gute Ernte einzufahren, reicht die natürliche Niederschlagsmenge häufig nicht aus. Zurzeit bewässern Europas Landwirte eine Fläche von fast 200.000 km². Und die wird sich vermutlich vergrößern. Denn der Markt für Bewässerungssysteme in Europa wächst rasant: In den letzten zehn Jahren stieg die Nutzung der Anlagen jährlich um circa 10 Prozent. Viele der Systeme sind jedoch nicht bedarfsgerecht entwickelt. Für die Umwelt haben sie zu oft verheerende Konsequenzen: Wertvolle Wasser-Ressourcen werden verschwendet und Düngemittel ausgewaschen. Die „Überdüngung“ (Eutrophierung) von Böden und Gewässer sind die Folgen. Nachhaltige und intelligente Lösungen sind also gefragt.

Der Mix macht‘s: Nährstoffe und Wasser sind wichtige Faktoren für die Bodenqualität

In dem EU-geförderten Forschungsprojekt „OPTIFERT“  entwickelt ein Konsortium, angeführt vom ttz Bremerhaven, ein bedarfsgerechtes, vollautomatisches und kombiniertes Bewässerungs- und Düngesystem. Die Partner aus Polen, Großbritannien, Österreich und Deutschland möchten den Landwirten auf einfache Art und Weise einen kontrollierten Wasser- und Düngemitteleinsatz ermöglichen – maßgeschneidert und spezifisch für jede Anbaupflanze. Die innovative Anlage reduziert den Verbrauch von Wasser und Dünger und fördert so eine nachhaltige, effiziente und wettbewerbsfähige Agrarproduktion in Europa.

Je nach Bedarf der Nutzpflanze versorgt das zu entwickelnde OPTIFERT-System diese in Echtzeit mit Wasser und Nährstoffen: Es kombiniert die Bewässerung mit einer just-in-time-Düngung (Fertilization). Basierend auf unterschiedlichen Daten wird die benötigte Wasser- und Düngemenge gemessen und kalkuliert. Die Daten umfassen Werte eines innovativen Bodensensor-Systems (pH-Wert, Feuchtigkeit, Salzgehalt, Düngemittel-Konzentration), meteorologische Werte, Informationen über die Pflanzenphysiologie und Marktdaten. Das OPTIFERT-System besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Bodensensor, dem Düngemischmodul inklusive Dosiersystem und der Steuerung. Mit diesen Elementen kann das effiziente System die Zielstellung der bedarfsgerechten Düngung und Bewässerung erfüllen.

Mit Optifert läuft’s rund: Kreisberegnungsanlage, gesteuert durch einen mit Funk verbundenen Bodenfeuchtesensor.
Foto: Optifert

Das Forschungsprojekt „OPTIFERT“ wird im 7. Forschungsrahmen der EU gefördert, hat eine Laufzeit von zwei Jahren, und wird vom ttz Bremerhaven koordiniert. Projektpartner sind die Hydro-Air GmbH, Pessl Instruments (METOS), Integrated Microsystems Austria GmbH, Soil Moisture Sense LTD., Agrargesellschaft „Niederer Fläming“ MBH Petkus, die University of Warmia and Mazury und die Technical University of Vienna.

Quelle: ttz Bremerhaven

RWI/ISL-Containerumschlag-Index im April leicht gefallen

Quelle: RWI/ISL-Containerumschlag-Index im April

Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im April saisonbereinigt leicht gefallen auf 113,4 von (korrigiert) 114,0 im Vormonat. Dies ist der erste Rückgang seit November 2011. Er lässt darauf schließen, dass der internationale Warenaustausch im April an Dynamik verloren hat. Die Schnellschätzung für den April basiert auf den Angaben von 36 Häfen, in denen mehr als 70% des im Index abgebildeten Umschlagsvolumens getätigt wird. Die vor einem Monat veröffentlichte Schätzung für den März 2012 wurde durch die seitdem bekannt gewordenen Daten nur unwesentlich revidiert.

In den Index gehen die vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) im Rahmen seiner Marktbeobachtung fortlaufend erhobenen Angaben von 72 internationalen Häfen ein, die rund 60% des weltweiten Containerumschlags tätigen. Da der internationale Handel im Wesentlichen per Seeschiff abgewickelt wird, lassen diese Containerumschläge zuverlässige Rückschlüsse auf den Welthandel zu. Weil viele Häfen bereits zwei Wochen nach Anlauf eines Monats über ihre Aktivitäten berichten, ist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index daher ein zuverlässiger Frühindikator der Entwicklung des internationalen Handels mit verarbeiteten Waren und damit auch der weltwirtschaftlichen Aktivität.

Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Strategie – Studie: Wer sind die Erstkäufer von Elektroautos?

Gut ausgebildete Männer zwischen 40 und 50, die gut verdienen, technikaffin sind und in Mehrpersonenhaushalten auf dem Land oder in der Vorstadt leben, sind voraussichtlich die ersten Autokäufer, die sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des Instituts für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES), die potenzielle private Erstkäufer von Elektrofahrzeugen identifiziert hat.

Deutschlands Industrie und die Bundesregierung haben das Ziel, dass bis 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Um das zu erreichen, braucht es zielgerichtete und effektive Maßnahmen. Diese sind aber nur möglich, wenn die Zielgruppen klar definiert sind. Die potenziellen ersten Kunden zu identifizieren und zu beschreiben war das Ziel der Studie „Kaufpotenzial für Elektrofahrzeuge bei sogenannten ,Early Adoptern‘“ des Fraunhofer ISI in Kooperation mit dem IREES. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie untersuchte das Forscherteam, welche Privatpersonen mit welchen Eigenschaften die wahrscheinlichsten ersten Käufer von Elektroautos sind.

Laut der Studie bilden Männer zwischen 40 und 50, die technikaffin sind und ein überdurchschnittliches Einkommen beziehen, die wichtigste mögliche erste Käufergruppe. Sie leben auf dem Land oder in kleineren Städten, und zwar vorwiegend in Mehrpersonenhaushalten mit Kindern.

Wirtschaftliche Vorteile durch die geringen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen haben für ihre Kaufentscheidung allerdings keine große Bedeutung, da Elektrofahrzeuge derzeit nicht als wirtschaftlich wahrgenommen werden – ihre Anschaffungskosten werden von den meisten potenziellen Käufern als zu hoch angesehen . Für die Akzeptanz eines höheren Anschaffungspreises spielen eine positive Umweltwirkung der Elektrofahrzeuge und der Fahrspaß, welcher besonders durch die bessere Beschleunigung im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen vermutet wird, eine bedeutende Rolle. Die positive Umweltwirkung und das gute Beschleunigungsverhalten der Elektroautos stellen daher Alleinstellungsmerkmale dieser Fahrzeuge dar, die bei den potenziellen „Early Adoptern“ zu einer positiven Kaufentscheidung führen können. Der für diese Alleinstellungsmerkmale akzeptierte Aufpreis liegt allerdings deutlich unter den heutigen Mehrkosten elektrischer im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen.

Da die technikaffinen Männer mit Pkw-Kaufabsicht zwischen 40 und 50 voraussichtlich nicht ausreichen werden, um das Ziel von einer Million Elektro-Pkw zu erreichen, bestimmten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitere mögliche Käufergruppen: Bedeutsam werden beispielsweise etwas ältere berufstätige Männer über 50, die eine hohe Technikaffinität aufweisen. Allein aufgrund des demographischen Wandels wird das Alter der potenziellen „Early Adopter“ vermutlich ansteigen. Eine mögliche weitere Gruppe sind gutsituierte Personen im Ruhestand. Für sie sind die technischen Aspekte, ihr Umweltbewusstsein sowie der Wunsch, ein besonderes Auto zu fahren, ausschlaggebend. Zudem muss das Elektroauto ihren gehobenen, altersgerechten Komfortansprüchen genügen.

Eine große Gruppe potenzieller „Early Adopter“ bilden außerdem sehr umweltbewusste Menschen, die aber auf ein Auto angewiesen sind. Die Studie zeigt: Je „normaler“ Elektrofahrzeuge im Alltag werden, desto bedeutungsloser wird die Rolle des Technikinteresses als mögliches Kaufmotiv werden. Stattdessen entscheidet die Umweltentlastung, ob gekauft wird oder nicht.

Obwohl die potenziellen „Early Adopter“ ein eher überdurchschnittliches Einkommen haben, ist der derzeitige Preis für Elektroautos – neben der beschränkten Reichweite – eines der größten Hemmnisse für den Kauf eines eigenen Fahrzeugs. Für die weitere Verbreitung von Elektroautos müsste also der Anschaffungspreis weiter sinken, so die Studie des Fraunhofer ISI.

Eine hohe Nutzungsintensität der Fahrzeuge beeinflusst die wirtschaftliche Bewertung. Deshalb empfiehlt das Forscherteam des Fraunhofer ISI, neben den Privatautos auch die Geschäftsfahrzeuge in den Blick zu nehmen, da die gewerblichen Fahrzeughalter derzeit einen sehr großen Anteil der aktuellen Käufer beziehungsweise Nutzer von Elektrofahrzeugen ausmachen. Aufgrund des generell hohen Anteils gewerblicher Käufer an den Pkw-Neuzulassungen sowie der oft besseren Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen durch eine hohe Fahrleistung ist von einer großen Bedeutung dieser Käufergruppe für die Verbreitung der Elektromobilität in den kommenden Jahren auszugehen.

Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Strategie – Studie: Förderung des Ökolandbaus: Gefragt ist eine umfassende Entwicklungsstrategie

Studie zur Förderung des ökologischen Landbaus in der EU veröffentlicht

Seit mehr als 20 Jahren steht der ökologische Landbau im Blickfeld der Politik. Mittlerweile gibt es zahlreiche Förderprogramme auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Eine umfassende und mit anderen relevanten Politikfeldern verzahnte Entwicklungs- und Förderstrategie für den Ökolandbau fehlt jedoch in vielen EU-Ländern. Das zeigt eine jetzt von der EU-Kommission veröffentlichte Studie. Die zugrundeliegende Untersuchung, die vom Thünen-Institut in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und dem Organic Research Center (ORC) im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wurde, nimmt das Verhältnis zwischen Förderpolitik, Förderstrategie und Entwicklung des ökologischen Landbaus unter die Lupe und gibt einen umfassenden Überblick über die Förderung des ökologischen Landbaus in allen 27 EU-Mitgliedsländern.

Eine kohärente Gesamtstrategie kann entscheidend dazu beitragen, den ökologischen Landbau nachhaltig auszudehnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei nicht nur die Höhe der Prämien und die Anzahl der Fördermaßnahmen. Von großer Bedeutung ist auch der Einfluss anderer Politikbereiche, die den Ökolandbau nicht direkt adressieren, wie zum Beispiel die Energie- und Nachhaltigkeitspolitik eines Landes. So kann die Subventionierung der Bioenergie, die vor allem für die konventionelle Landwirtschaft vorteilhaft ist, die Anreizwirkung von Umstellungsprämien verringern und dadurch die weitere Ausdehnung des Ökolandbaus beeinträchtigen. In den Ländern, die über eine kohärente Förderpolitik verfügen, ist die Unterstützung des Ökolandbaus ein zentrales Element der nationalen Agrarpolitik, um die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die EU-Kommission die Mitgliedsländer unterstützen kann, eine kohärente Gesamtstrategie zu entwickeln. Eine Möglichkeit sehen die Autoren der Studie in einer Vereinbarung von EU-weiten Prinzipien zur Entwicklung des Öko-Sektors. Diese könnten in das künftige Rahmenkonzept für ländliche Entwicklungsprogramme integriert werden. Die vereinbarten Prinzipien könnten auch von einzelnen Mitgliedstaaten direkt genutzt werden, um eine geeignete Förderstrategie zu entwickeln.

Die Studie finden Sie hier: Ökolandbau

Buchempfehlung: Ivan Illich – Selbstbegrenzung – Eine politische Kritik der Technik

In seinem erstmalig 1975 erschienen und jetzt um zwei Beiträge erweiterten Buch fordert Ivan Illich eine Begrenzung des Wachstums nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern vor allem mit dem Ziel, den Menschen wieder zu einem autonomen Wesen werden zu lassen. Illich formulierte hier nicht nur erste Elemente einer allgemeinen Theorie der Industrialisierung, sondern legte zudem eine radikale Kritik der Institutionen und der Expertenzünfte vor.

„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren.”

“Ich lebe außerdem in einem Gefühl größter Zwiespältigkeit. Ich komme nicht ohne Tradition aus, aber ich muss erkennen, dass ihre Institutionalisierung die Wurzel von etwas Bösem ist, das tiefer geht als alles Böse, das ich mit unbewaffnetem Auge und Geist erkennen könnte.“

Ivan Illich (* 4. September 1926 in Wien; † 2. Dezember 2002 in Bremen) war ein österreichisch-amerikanischer Autor, Philosoph, Theologe und katholischer Priester.

Weitere Infos: Denken nach Illich 

Wachsam bleiben – Heute am 23. Mai: Tag des Grundgesetzes

Heute ist der Tag des Grundgesetzes. Heute vor 63 Jahren also, hat Konrad Adenauer das deutsche Grundgesetz verkündet.  

Wie es heute um unsere Grundrechte steht können Sie hier nachlesen:

Grundrechte-Report 2012

Wasserwerfer WaWe 10000 bei Occupy – Demo 18. Mai 2012
Kosten je Wasserwerfer 1 Million Euro

 

Falsche Strategie? Ist beim Facebook Börsengang alles sauber abgelaufen?

Nicht nur, dass die Technik beim Facebook-Börengang versagte -

jetzt  kommt es noch dicker:

Facebook hat die Investmentbank Morgan Stanley vor dem Börsengang anscheinend mit besseren Informationen versorgt. Die Banker informierten darauf hin nur exkluisve Großkunden.

Die Süddeutsche schreibt dazu: Behörden prüfen Mauschelei bei Facebook-Börsengang 

Das Online-Medim: Business Insider: Here’s The Inside Story Of What Happened On The Facebook IPO

Der US-Bundesstaat Massachusetts (Secretary of Commonwealth William Galvin) kündigt eine eigene Untersuchung an.

Wem gehört eigentlich facebook? Die Auflistung der Eigentümer finden Sie hier: Who OWNS Facebook?

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