Studie: Castingshows beeinflussen Körperideal von Mädchen – DGPM warnt vor Essstörungen

Castingshows wie „Germany´s Next Topmodel“ beeinflussen das Körperbild von Jugendlichen, insbesondere von Mädchen, wie eine neue Studie zeigt.

Demnach empfinden sich viele Mädchen und junge Frauen, die derartige Shows verfolgen, als zu dick. Damit könnten Castingshows die Tendenz zu Essstörungen wie etwa Magersucht oder Bulimie verstärken, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass etwa eine Magersucht ohne fachgerechte Therapie schnell chronifizieren kann und sowohl die seelische als auch die körperliche Gesundheit schwer schädigt.

Castingshows wie „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) sind gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Einige dieser Sendungen verfolgen mehr als 62 Prozent der Heranwachsenden zwischen zwölf und 17 Jahren. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass GNTM bei Mädchen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steigert. In der Untersuchung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks befragten Forscherinnen Mädchen, die regelmäßig GNTM sahen. Das Resultat: Die Gefühle vieler Befragten schwankten zwischen Bewunderung und Neid. „Alle, die da sind, haben so eine tolle Figur, das gibt mir Anreize abzunehmen“, gab eine 14-Jährige an. Eine 15-Jährige meinte: „Dann denk’ ich mir meist, warum ich nicht so dünn bin.“ Und schon eine Elfjährige fand ihren Bauch und ihre Beine zu dick, weil Topmodels ja schlank sein müssten.

Wenn Mädchen sich trotz normalen Gewichts als zu dick empfinden, sind sie anfälliger für eine Essstörung wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa“, betont Professor Dr. med. Stephan Herpertz von der DGPM. Studien zufolge leiden in Deutschland an Magersucht, Anorexie genannt, bis zu 0,8 Prozent und an Bulimie drei Prozent der jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren. Dabei schränken Betroffene mit Magersucht, ihre Nahrungsaufnahme stark ein oder reduzieren ihr Gewicht aktiv durch Erbrechen, exzessiven Sport oder die Einnahme von Abführmitteln. Junge Frauen mit Bulimie streben ebenfalls ein Gewicht an, das ihnen ständiges Fasten auferlegt. Sie haben jedoch gleichzeitig die Kontrolle über ihr Essverhalten verloren und ein Teufelskreis zwischen übermäßigem Essen, Erbrechen und Fasten entsteht. Beide Essstörungen können schwerwiegende seelische wie auch körperliche Schäden zur Folge haben. So wirkt sich die Magersucht beispielsweise negativ auf die Knochendichte, das Längenwachstum und die Hirnreifung aus. An dieser Krankheit sterben etwa 12 Prozent der Betroffenen.

„Essstörungen wie Anorexie haben gravierende Folgen für die Gesellschaft“, gibt Professor Herpertz von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bochum zu bedenken. „Denn sie betreffen fast ausschließlich junge Menschen und beeinträchtigen sowohl deren gesundheitliche als auch berufliche Entwicklung.“ Bei der Behandlung der Patienten rät die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) in einer aktuellen S3-Leitlinie vor allem zu einer Psychotherapie, die speziell auf die jeweilige Essstörung ausgerichtet ist. „Sie soll das Essverhalten wieder normalisieren und die mit der Krankheit verbundenen seelischen Probleme lösen. Der Heilungserfolg bei der Anorexie liegt lediglich bei etwa der Hälfte der Patientinnen“, erläutert der Sprecher der Leitlinie. Selbst bei günstigem Verlauf sei dies ein langwieriger Prozess, der oft eine stationäre Behandlung erfordere.

In jedem Fall sollte eine Chronifizierung der Magersucht oder Bulimie unbedingt vermieden werden. Wichtigster Hinweis bei der Magersucht ist das stetig sinkende Körpergewicht: Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Unterschreiten der zehnten Body-Mass-Index (BMI) Altersperzentile kritisch. Gewicht, Größe und Geschlecht berücksichtigt, würde das bedeuten, dass mehr als 90 Prozent der Gleichaltrigen mehr wiegen als der Betroffene. Die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers als zu dick trotz objektivem Untergewicht ist ein weiteres wichtiges Warnzeichen sowohl für Magersucht wie auch Bulimie. „GNTM hat sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Gefährdungspotenzial für junge Frauen und ein öffentlicher Diskurs wäre wichtig“, ergänzt Professor Herpertz.

Quellen:
Maya Götz/Johanna Gather: Wer bleibt drin, wer fliegt raus? Was Kinder und Jugendliche aus Deutschland sucht den Superstar und Germany’s Next Topmodel mitnehmen. Televizion, 23/2010/1
http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/23_2010_1/cast…

Herpertz S, Hagenah U, Vocks S, Jörn von Wietersheim J, Cuntz U, Zeeck A: S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Essstörungen in Deutschland. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(40): 678–85.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0678; http://www.aerzteblatt.de/archiv/107955

Eine Tabelle zu den geschlechtsspezifischen Body-Mass-Index (BMI) Altersperzentilen finden Interessierte hier: http://www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=106

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Bülent Ceylan das Mannheimer Bloomaul 2012 und die Kichererbsen

„Ohne Monnem wär isch nie so weit kumme“, das war eine klare Aussage von Bülent Ceylan. Wärend der Opernaufführung des “Barbier von Sevilla” am Nationaltheater erhielt er die Auszeichnung verliehen. Der 36-jährige “Monnemer Türk” ist der 43. Träger der höchsten bürgerschaftlichen Auszeichnung der Stadt Mannheim.

Bülent Ceylan mit weiblichen Fans (Nationaltheater Mannheim)

Bülent Ceylan mit weiblichen Fans (Nationaltheater Mannheim)

Dr. Markus Haass, Bert Siegelmann, Prof. Dr. Achim Weizel und der “Bloomaul-Vorgänger” Dr. Ulrich Nieß beindruckten in ihren Rollen. Das Publikum war begeistert. Für Bülent Ceylan selbst war die Ehrung etwas  ganz besonderes: „Weil das hier etwas ganz onneres iss, als de Comedypreis.“ Er dankte dem Komitee, „Monnem“ und auch anz besonders seiner Familie, die auch an ihn geglaubt hatte, als er noch vor zehn Leuten aufgetreten war und nicht an fünf Abenden in Folge die SAP-Arena füllte. Deshalb schloss er seine Dankesrede mit dem Apell: “Seid stolz auf eiern Dialek und wer will däf drausse on mir rieche.”

Im Foyer stand er für Autogramm- und Fotowünsche seiner Fans bis weit nach Mitternacht zur Verfügung. Ich nutzte die Gelegenheit um auch einmal Danke zu sagen. Ich hatte mir lange überlegt, was kann man einer solchen Persönlichkeit schenken? Die Antwort fand ich in “Klein-Istanbul” bei Abone. Abone ist in Mannheim der “beschde” türkische Supermarkt. Lachdrogen bzw. Lachmedizin fand ich dann im Regal: Kichererbsen von BAKTAT. Das passt natürlich. Die Familie Baklan ist von Mannheim – Bülent ist ja auch Monnemer- das perfekte Präsent.

Bülent Ceylan, Andreas Kellner und die "Lachmedizin" BAKTAT Kichererbsen

Bülent Ceylan, Andreas Kellner und die "Lachmedizin" BAKTAT Kichererbsen

Bülent hat sich über die Kichererbsen sehr gefreut und wusste auch wie diese ausgezeichnete Spezialtität zubereit wird. Bülent Ceylan ist ein würdiges Monnemer Bloomaul.

Die Tourneedaten finden Sie hier: Bülent Ceylan

Preisverleihung: Grimme sucht die Vorreiter im Netz

Vorschläge zum Grimme Online Award 2012 noch bis 15. März / Sony Deutschland unterstützt die Arbeit der Nominierungskommission

Noch bis zum 15. März sind Internetnutzer und Website-Betreiber aufgefordert, ihre Vorschläge zum 12. Grimme Online Award 2012 beim Grimme-Institut einzureichen.

Gesucht werden Vorschläge, die publizistische Qualität und innovativen Onlinejournalismus weiterdenken. Sie sollten neben Websites und den im Wettbewerb neu zugelassenen Apps auch engagierte Einzelleistungen im “Dialograum des Netzes” beinhalten, wie Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de, im neuen “quergewebt”-Blog des Grimme Online Award herausstellt. Die Nominierungskommission erwartet die eingereichten Angebote mit Spannung: “Gerade vor dem Hintergrund, dass Apps auf Smartphones und Tablet-Computern von vielen Millionen Nutzern mittlerweile so selbstverständlich genutzt werden wie Webangebote, freue ich mich ganz besonders auf die diesjährige Sichtungsarbeit”, so Achim Schaffrinna von der vom Grimme-Institut berufenen Auswahlkommission.

Als neuer Partner des Grimme Online Award wird Sony Deutschland die Arbeit der Nominierungskommission unterstützen. “Die Entwicklung und Förderung von innovativem Online-Content und digitalen Anwendungen ist uns ein sehr wichtiges Anliegen”, erläutert Henrik Schäfer, Product Group Manager Networked Products das Engagement von Sony Deutschland. Der Grimme Online Award stehe für herausragende Innovationen im Internet und fördere mit der Zulassung von Vorschlägen mobiler Apps einen wichtigen Konsumententrend im Bereich Technologie. Sony Deutschland stellt der Nominierungskommission und Jury Modelle seines Sony Tablets S zur Prüfung der Beiträge zur Verfügung.

Unter allen Internetnutzern, die bis zum 15. März 2012 ihre Vorschläge auf www.grimme-online-award.de einreichen, werden drei Jahresabos der Zeitschrift TV SPIELFILM verlost. Vorschläge für den “klicksafe Preis für Sicherheit im Internet” können ebenfalls noch bis zum 15. März 2012 unter www.klicksafe.de und unter www.digitale-chancen.de/klicksafepreis eingereicht werden. Der “klicksafe Preis für Sicherheit im Internet” hat das Ziel, solche Angebote und Projekte zu prämieren, die in vorbildlicher Weise einen sicheren Umgang im und mit dem Internet fördern.

Am 8. Mai 2012 wird das Grimme-Institut bei einer Diskussionsveranstaltung in der Landesanstalt für Medien (LfM) in Düsseldorf bekannt geben, welche Angebote die Nominierungskommission für die Endrunde des Grimme Online Award ausgewählt hat. Danach beginnt sowohl die Abstimmung zum Publikumspreis als auch die Arbeit der Jury. Der Grimme Online Award 2012 wird am 20. Juni 2012 im Rahmen des medienforum.nrw in Köln verliehen.

Weitere Informationen über die Jurys, die Bewertungskriterien und das Auswahlverfahren gibt es unter www.grimme-online-award.de, im Blog “quergewebt” (http://blog.grimme-online-award.de) oder auf Facebook unter www.facebook.com/grimme.online.award.

 

Zeige mir deine Finger, und ich sage dir deine Gesichtsform

Das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger gilt als Richtmaß für die hormonelle Umgebung innerhalb der Gebärmutter. Unabhängig von Körperhöhe, Körpergewicht und Alter erklärt es allein 15 Prozent der Varianz in der Gesichtsform von Kindern. Je länger der Ringfinger im Verhältnis zum Zeigefinger, desto robuster ist das Gesicht von Buben, so eine Forschungsgruppe um Katrin Schäfer vom Department für Anthropologie der Universität Wien. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des Journals ” Proceedings of the Royal Society B” veröffentlicht.

In mehr als 60 Fachartikeln pro Jahr wird das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger thematisiert. ForscherInnen des Departments für Anthropologie der Universität Wien konnten für Jungen zwischen vier und elf Jahren einen signifikanten Zusammenhang zwischen ihrer Gesichtsform und dem Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger, dem sogenannten 2D:4D-Wert, nachweisen. Je länger der Ringfinger (4D) im Verhältnis zum Zeigefinger (2D), desto robuster ist das Gesicht mit niedrigerer Stirn und breiterem Unterkiefer. Mit einem höheren 2D:4D-Wert geht eine grazilere Gesichtsform einher.

 Präpubertäre “Aktivierung” nachgewiesen

Das Fingerlängenverhältnis wird als retrospektiver Marker für die hormonelle Umgebung in der Gebärmutter herangezogen. Je kleiner der 2D:4D-Wert, also je länger der Ringfinger im Verhältnis zum Zeigefinger, desto höher war die Testosteronexposition des Fötus in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft. “Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Zusammenhang von Testosteron und Gesichtsform vorgeburtlich ‘organisiert’ und in der Pubertät ‘aktiviert’ wird. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Ausprägung bei Buben bereits präpubertär besteht”, erklärt Katrin Schäfer vom Department für Anthropologie der Universität Wien und Leiterin der Studie.

Bereits in früheren Untersuchungen konnten die ForscherInnen zeigen, dass Erwachsene mit einem größeren 2D:4D-Wert grazilere Gesichtsformen hatten als solche mit einem kleineren Fingerlängenverhältnis. Jener Einfluss war bei Männern dreimal so hoch wie bei Frauen.

 Forschungsergebnisse dank Geometrischer Morphometrie

Die aktuellen Ergebnisse wurden mit der Methode der Geometrischen Morphometrie erzielt – in deren Entwicklung und Anwendung das Department für Anthropologie der Universität Wien zu den weltweit führenden Zentren zählt. Diese koordinatenbasierten Analyseverfahren erlauben erstmals den Einfluss einzelner Variablen auf biologische Formvariation zu quantifizieren. Innovativ ist hierbei auch, dass sich die Ergebnisse nicht nur als Zahlen, sondern auch als Bilder darstellen lassen, wie in dieser Studie das Ergebnis einer Regression der Gestaltkoordinaten von Kindergesichtern auf ihr Fingerlängenverhältnis.

 Wer gilt als männlich?

“Männer mit kleinerem Fingerlängenverhältnis und robusterer Gesichtsform gelten interessanterweise als männlicher und dominanter als jene mit einem größeren Fingerlängenverhältnis und grazileren Gesichtern”, sagt Anthropologin Katrin Schäfer. Sie leitet daraus die spannende Frage ab, ob nicht auch Buben entsprechend unterschiedlich beurteilt und behandelt werden – sei es von Eltern, LehrerInnen, Spiel- oder Klassenkameraden: “Dies wäre eine bedeutende Information für das tägliche Zusammenleben und für Personen in pädagogischen Berufen.”

Die ForscherInnen beschäftigen sich auch mit der evolutionären Relevanz; der Frage, inwieweit dieser Gestaltvariation biologische Anpassungen zu Grunde liegen. Wenig bekannt sind zudem bislang die unmittelbaren Mechanismen, beispielsweise der Anteil der Mutter an der hormonellen Umgebung des Fötus, und der Einfluss von Stress und sozialem Ranggefüge. Die derzeit laufenden Studien behandeln erweiternd Mädchen und Jugendliche im interkulturellen Vergleich sowie die Erfassung der Gesichtsform in drei Dimensionen mittels Oberflächenscanner.

Publikation
Second-to-fourth digit ratio and facial shape in boys: the lower the digit ratio, the more robust the face (Konstanze Meindl, Sonja Windhager, Bernard Wallner und Katrin Schaefer). In: Proceedings of the Royal Society B (Online ahead of Print), 15. Februar 2012.

Quelle: Universität Wien

Studie: Künstler sind glücklicher mit ihrer Arbeit als andere

Ob Bildhauer, Maler oder Schauspieler – Künstler sind wesentlich glücklicher mit ihrer Arbeit als Menschen, die in anderen Berufen arbeiten. Das zeigt nun erstmals eine für Deutschland repräsentative Studie auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). „Künstler ziehen aus der Tätigkeit selbst einen viel größeren Nutzen als aus dem Geld, das sie damit verdienen“, sagt Lasse Steiner, einer der Autoren. „Das liegt vor allem daran, dass sie ihre Arbeit als besonders selbstbestimmt und vielseitig empfinden“. Die Studie wurde jetzt als SOEPpaper 430 veröffentlicht.

Viele ökonomische Modelle beruhen auf der Annahme, dass Arbeit vor allem dazu dient, möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit zu verdienen. Mit Hilfe der SOEP-Daten konnte die Forschergruppe um Steiner, der an der Universität Zürich forscht, nun erstmals belegen, dass diese Annahme für Künstler nicht gilt. Die SOEP-Daten zeigen: Künstler verdienen im Durchschnitt weniger als andere Berufstätige. Aber ein gutes Einkommen ist ihnen auch nur halb so wichtig wie anderen Beschäftigten. Erstaunlich ist der Zusammenhang von Arbeitszeit und Zufriedenheit: „Im Gegensatz zu anderen Berufstätigen sind Künstler umso glücklicher mit ihrer Arbeit, je mehr Stunden sie wöchentlich arbeiten“, sagt Steiner.

Den Grund dafür sieht der Ökonom darin, dass die Tätigkeit selbst die Künstler glücklich macht. „Künstler können zum Beispiel häufiger selbstbestimmt arbeiten als andere“, erklärt Steiner. „Mehr als jeder dritte Künstler ist sein eigener Chef, unter Menschen in nicht-künstlerischen Berufen ist das nur knapp jeder zehnte“. Außerdem würden Künstler ihre Tätigkeit als vielseitiger empfinden und mehr dabei lernen als andere Berufstätige.

Im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) geben die Befragten auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (ganz und gar zufrieden) an, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind. In die Studie flossen Angaben von insgesamt 28 000 berufstätigen Menschen ein, darunter mehr als 300 Künstler. Die Daten wurden zwischen 1990 und 2009 erhoben.

STICHWORT SOEP

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP ist am DIW Berlin angesiedelt und wird als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz Gemeinschaft (WGL) von Bund und Ländern gefördert. Für das SOEP werden jedes Jahr mehr als 20 000 Menschen in rund 11 000 Haushalten vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin

Fingerabdrücke von Hirnleistungen

Neurowissenschaftler entdecken wichtige Zusammenhänge von Informationsverarbeitungsprozessen im Gehirn

Jeder Oberstufenschüler muss abstrakte und hochkomplizierte Rechenaufgaben lösen. Für solche Aufgaben braucht er notwendigerweise die Kenntnisse der Grundrechenarten, die er in der Grundschule gelernt hat. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet wahrscheinlich unser Gehirn, wenn es höhere Wahrnehmungs- und Verhaltensfähigkeiten ausführen soll, wie z.B. Nachdenken, Entscheiden oder Planen. Wenn wir eine Speisekarte lesen und überlegen, was wir essen wollen, vollzieht unser Gehirn verschiedene Grundrechnungen, bevor wir die endgültige Wahl treffen und die Bestellung aufgeben. Am Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen haben Hirnforscher zusammen mit Kooperationspartnern entdeckt, dass Schwingungsmuster von Hirnwellen, die während der Informationsverarbeitung gemessen werden, wahrscheinlich „Fingerabdrücke“ von solchen Grundrechenarten des Gehirns sind.

„Kanonische neuronale Berechnungen“ nennt man die Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn, die sich in ähnlicher Weise bei ganz unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Verhaltensprozessen zeigen und „Standardrechnungen“ unseres Gehirnes abbilden. Markus Siegel vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen untersucht zusammen mit seinen Partnern Tobias Donner aus Amsterdam und Andreas Engel aus Hamburg die Zusam¬menhänge von solchen kanonischen Berechnungen und den spezifischen Frequenzmustern von Hirnwellen, die durch Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn ausgelöst werden. Die Wissenschaftler haben in der renommierten Zeitschrift „Nature Reviews Neuroscience“ die Er¬gebnisse jahrelanger Forschung auf dem Gebiet des Zusammenspiels von großen Neuronennetzwerken reflektiert und bewertet (Nature Rev. Neuroscience Vol 13 No 2, February 2012). Sie schlagen darin vor, dass die spezifischen Frequenzmuster von Hirnwellen, auch Oszillationen genannt, „spektrale Fingerabdrücke“ von kanonischen neuronalen Berechnungen sind. Untersucht haben die Wissenschaftler diese Hypothese mit Hilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und Magnetoenzephalografie (MEG). Während Versuchspersonen Entscheidungen treffen, wird ihre Gehirnaktivität mit EEG oder MEG gemessen. Bei der Anwendung des EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns durch die Spannungschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen, wohingegen beim MEG die magnetische Aktivität des Gehirns aufgezeigt wird.

Der Vergleich ihrer eigenen Versuchsdaten und der Ergebnisse zahlreicher Kollegen der Oszillati-onsforschung, führte zu der Hypothese einer Korrelation der spektralen Fingerabdrücke mit kanoni-schen neuronalen Berechnungen. Veranschaulicht bedeutet dies, dass bei so verschiedenen Ver-haltensvorgängen, wie z.B. der Betätigung eines Lichtschalters (motorische Aktivität) und der Wahrnehmung des angeschalteten Lichts (visuelle Aktivität), ähnliche spektrale Fingerabdrücke gemessen werden können, wenn diese Vorgänge mit ähnlichen kanonischen Berechnungen im Gehirn einhergehen.

Markus Siegel, der seit Juni 2010 am CIN arbeitet, ist fasziniert von dem Zusammenspiel der viel-schichtigen Gehirnprozesse, die unsere höheren Hirnleistungen wie Denken, Entscheiden und Handeln letztendlich hervorbringen. Deshalb forscht er in seiner Arbeitsgruppe am CIN an dem Zu-sammenhang zwischen höheren Hirnleistungen, neuronalen Verarbeitungsprozessen und Oszillati-onsmustern. „Für mich eröffnen Oszillationen einen neuen Zugang zu den neuronalen Netzwerkme-chanismen, die höheren Gehirnprozessen zu Grunde liegen“, so Siegel.

Diese Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die Erforschung von psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Schizophrenie, Autismus und Multiple Sklerose. Viele basieren auf einer Störung jener neuronaler Netzwerke, die letztlich für die „kanonischen Berechnungen“ verantwortlich sind. Mit Ihrer Grundlagenforschung liefern die Wissenschaftler wichtige Weichenstellungen für das Verständnis und mögliche Therapieansätze für solche neurobiologischen Erkrankungen.

Quelle: Eberhard Karls Universität Tübingen

Klimawandel und Wasserknappheit führen zu massiven Veränderungen im Mittelmeerraum

Das internationale Forschungs-Cluster CLIWASEC (Climate Change Impacts on Water and Security), bestehend aus den europäischen Forschungsprojekten CLIMB, WASSERMed und CLICO, hat auf seiner internationalen Fachtagung an der LMU in München aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Demnach sind der Klimawandel und die dadurch bedingte, zunehmende Wasserverknappung für viele Regionen des Mittelmeerraumes bereits heute Realität. Die vom Forschungsnetzwerk seit Anfang 2010 durchgeführten Untersuchungen lassen erkennen, dass die betroffenen Länder in Zukunft mit einer deutlichen Temperaturzunahme insbesondere der Minimum- und Nachttemperaturen in allen Jahreszeiten rechnen müssen.

Außerdem ist trotz häufigerer Starkregenereignisse eine deutliche Abnahme der Niederschlagsmenge zu erwarten. Dies wird in Verbindung mit einem steigenden Meeresspiegel zu stärkeren Überschwemmungen, zunehmender Versalzung des küstennahen Grundwassers sowie fortschreitendem Verlust fruchtbarer Böden führen. Am Beispiel des besonders gefährdeten westlichen Nil-Deltas erläuterten die Wissenschaftler, wie diese massiven Veränderungen zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten führen können. Die Folgen eines Klimawandels, die auf die Kernsektoren der regionalen Wirtschaft im Mittelmeerraum wirken (z.B. Landwirtschaft, Energie, Tourismus), werden zudem auch in anderen, mit dem Mittelmeerraum ökonomisch und politisch vernetzten Ländern spürbar werden – unter anderem in Bayern.

 Westliches Nil-Delta: Blick in die Zukunft des gesamten Mittelmeerraums
Bereits heute lassen sich die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen des Klimawandels im Bereich des westlichen Nil-Deltas beobachten. Seit der Inbetriebnahme des Assuan-Staudamms liefert der Nil deutlich weniger Sediment in das Delta. Dadurch fehlen nicht nur wichtige Nährstoffe für die Landwirtschaft, sondern vor allem der Nachschub für die Sicherung der stark erosionsanfälligen Küstenlinie. Seit einigen Jahrzehnten steigt der Meeresspiegel messbar an. Die Förderung von Erdgas und die starke Entnahme von Grundwasser für die Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Bewässerung führen gleichzeitig dazu, dass sich der Boden deutlich senkt. Beide Effekte zusammengenommen führen zu einem schnelleren Landverlust. Neben der Degradation durch Küstenerosion erzeugen diese Prozesse zusätzlich eine beschleunigte Versalzung der grundwasserleitenden Gesteinsschichten (Aquifere) im Nil-Delta und damit eine nahezu irreversible Kontamination wertvoller Wasserreserven. Messungen ägyptischer Projektpartner von der Universität Zagazig belegen, dass die Versalzung mittlerweile viele Kilometer in das Nil-Delta vorgedrungen ist.

In Verbindung mit der nach wie vor praktizierten, veralteten Bewässerungsstrategie führt dies zu einem dauerhaften Verlust ehemals fruchtbarer Böden, also wertvoller landwirtschaftlicher Anbaugebiete. Unter erheblichem Wasserbedarf soll nun versucht werden, den Verlust durch Neukultivierungen in den westlich angrenzenden Wüstenregionen zu kompensieren. Im Stadtgebiet von Alexandria bewirken die massiven Wasserentnahmen und das nachrückende Salzwasser eine Destabilisierung des Untergrundes und schädigen somit die Infrastruktur – zahlreiche Wohngebäude, Bahnlinien und Straßen sind diesem fortschreitenden Prozess bereits zum Opfer gefallen. Die Folge sind teure Sanierungsmaßnahmen und im Extremfall Umsiedlungen der Bevölkerung.

Auswertungen von Klimaprojektionsdaten für die Mitte des 21. Jahrhunderts lassen für diese Region bei insgesamt reduziertem Niederschlag eine sehr wahrscheinliche Temperaturzunahme von 1,9 bis 2,8 Grad Celsius erwarten. Dies wird dazu führen, dass durch die erhöhte Verdunstung auf den Agrarnutzflächen ein noch größeres Wasserdefizit entsteht, das nur durch vermehrte Bewässerung ausgeglichen werden kann und somit zur fortschreitenden Wasserverknappung beiträgt. Mittelfristig werden die Menschen die Art und Weise, wie sie ihre Felder bewirtschaften, an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen müssen. Ein erster Schritt dorthin muss die Entwicklung deutlich effizienterer Bewässerungsstrategien sein, aber es wird bereits heute in Ägypten über den Umbau der Landwirtschaft nachgedacht. So soll etwa der extrem wasserzehrende Anbau von Reis durch Getreidearten wie Gerste und Weizen ersetzt werden, die mit deutlich weniger Wasser auskommen.

„Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass der Meeresspiegel im 21. Jahrhundert im östlichen Mittelmeer um 50 bis 60 Zentimeter ansteigen wird“, erklärt Prof. Dr. Ralf Ludwig, Prodekan der Fakultät für Geowissenschaften an der LMU München und Koordinator des Forschungsprojekts CLIMB. „Das hätte gravierende Folgen: Allein im Nil-Delta könnten 300 Quadratkilometer Landwirtschafts- und Siedlungsfläche verloren gehen und küstennahes Grundwasser weiträumig versalzen.“ Ohne massive Anpassungsmaßnahmen könnte diese Entwicklung bis zu 1,5 Millionen Menschen allein im Großraum Alexandria zu einer Umsiedlung zwingen. CLIWASEC hat zudem ermittelt, dass die massiven zu erwartenden Veränderungen unmittelbar bis zu 200.000 Arbeitsplätze bedrohen würden.

Die Region des westlichen Nil-Deltas ist aufgrund ihrer spezifischen geografischen und geologischen Gegebenheiten besonders gefährdet, weshalb CLIWASEC hier die Auswirkungen des Klimawandels anhand einer Fallstudie untersucht. In diesem Rahmen beschäftigt sich das Projekt CLIMB primär mit den Folgen des Meeresspiegelanstiegs und der Salzwasserintrusionen für die Infrastruktur und Bodendegradation, WASSERMed analysiert die sozioökonomischen Konsequenzen einer Veränderung in der Landwirtschaft und CLICO untersucht die erforderlichen Umsiedlungen und das damit verbundene Konfliktpotential.

Konsequenzen für andere Länder und Regionen – Beispiel Bayern
Die beschriebenen Entwicklungen werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf Länder und Regionen auswirken, die nicht so stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, aber mit den Mittelmeeranrainern ökonomisch und politisch vernetzt sind. Dazu zählt auch der Freistaat Bayern.

Die zu erwartenden Schwierigkeiten in der Landwirtschaft im Mittelmeerraum werden zu häufigeren Ernteausfällen bzw. zu Lieferengpässen von dortigen Waren führen. Andere Länder und Regionen wie Bayern könnten diese Ausfälle gegebenenfalls kompensieren, wenn sie ihre Landwirtschaft innerhalb vernünftiger Rahmenbedingungen frühzeitig auf die Mitversorgung der südlichen Regionen einstellen. Gleichzeitig muss die Akzeptanz gefördert werden, dass durch einen notwendigen Umbau der Landwirtschaft nicht länger alle Produkte zu jeder Jahreszeit verfügbar sein werden.

Zudem könnte die bayerische Expertise im Bereich der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik einen großen Beitrag zur Verbesserung der Ressourcenwirtschaft und des Umweltschutzes in den betroffenen Regionen leisten. Eine verstärkte Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung würde die Abhängigkeit der Mittelmeeranrainer vom Erdgas verringern und somit Wasserressourcen und Böden schonen. Auch seine Kompetenz im Bereich der Trinkwasseraufbereitung könnte Bayern für beide Seiten gewinnbringend einsetzen.

Über CLIWASEC
Das internationale Forschungsnetzwerk CLIWASEC (Climate Change Impacts on Water and Security) ermittelt und analysiert die ökologisch-naturwissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels und der Wasserknappheit im Mittelmeerraum. CLIWASEC soll mögliche Risiken aufzeigen und Handlungsempfehlungen entwickeln.

CLIWASEC entstand 2010 auf Initiative der EU-Kommission. Es setzt sich aus drei unabhängigen, EU-geförderten Projekten zusammen: CLIMB (‘Climate Induced Changes on the Hydrology of Mediterranean Basins‘), WASSERMed (‘Water Availability and Security in Southern Europe and the Mediterranean’) und CLICO (‘Climate Change, Hydro-Conflicts and Human Security’). In diesem Cluster sind insgesamt 44 Institutionen aus 19 Ländern vernetzt. Durch ihre Zusammenarbeit wollen die Projekte wichtige Synergien schaffen und die wissenschaftliche Kommunikation an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik verbessern. Die drei in CLIWASEC zusammengeschlossenen Projekte werden von der EU für drei bzw. vier Jahre mit einem Gesamtbudget von ca. 9,3 Mio. EUR gefördert.

Im Rahmen des CLIMB-Projektes sind vier bayerische Einrichtungen an den laufenden Forschungsarbeiten beteiligt: Wissenschaftlicher Leiter des Projektes ist Prof. Dr. Ralf Ludwig (Ludwig-Maximilians-Universität, Department für Geographie, Fachwissenschaftler für die Bereiche Hydrologie, Fernerkundung und Klimawandelfolgen); darüber hinaus sind die Bayerische Forschungsallianz GmbH (Projektmanager Dr. Thomas Ammerl), die VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH sowie das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen beteiligt.

Quelle: Bayerische Forschungsallianz GmbH

Virtual Reality hilft Architekten bei der Planung

Auch der exakteste Bauplan unterschlägt viele Details und Gestaltungsmöglichkeiten. Der Bauherr benötigt Phantasie, um sich das fertige Gebäude vorzustellen. Nun ermöglicht die 3D-Videobrille des KIT-Spinoffs „inreal Technologies“ eine originalgetreue Darstellung in der virtuellen Realität. Mit Hilfe integrierter hochaufgelöster Bewegungssensoren passt sich die virtuelle Umgebung in Echtzeit der natürlichen Kopfbewegung an. Auf der CeBIT stellen die Jungunternehmer am Stand ihres Partners Carl Zeiss AG das neue Produkt vor (Halle 15, A26).

Das inreal-Terminal ist eine Innovation für die Architekturbranche. Nutzern ermöglicht es ihr zukünftiges Haus vor dem Bau zu „begehen“. Das Herzstück des Terminals bildet die 3D-Videobrille, auch Head-Mounted Display genannt, in die hochaufgelöste Bewegungssensoren integriert sind. Diese erfassen Position und Bewegung des Kopfes und ermöglichen damit eine Anpassung der virtuellen Umgebung in Echtzeit. Über eine Tabletsteuerung können Gestaltungswünsche, wie Änderung der Wandfarbe, Bodenbeläge oder Raumaufteilung sofort realisiert werden. So stellt das Terminal nicht nur einen Vorteil für den Kunden dar, sondern bedeutet auch Zeitersparnisse für den Architekten in der Planungsphase.

Das Terminal, bestehend aus einer 3D-Videobrille, Controller, 3D-Bildschirm und Tablet, bietet neben der Architekturbranche noch zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten. Jede beliebige Umgebung kann am Computer „nachgebaut“ und über das Terminal „begangen“ werden. „Das Terminal erlaubt durch die intuitive Navigation ein täuschend echtes Raumgefühl“, erklärt Moritz Luck, einer der Firmengründer. In Zukunft soll die Technologie auch für den Heimanwender weiterentwickelt werden.

Die Firma inreal Technologies wurde 2010 von den KIT-Studenten Thomas Schander, Michael Beyhs und Moritz Luck gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI) entwickelten die Jungunternehmer ihre Ideen weiter. Für ihren innovativen Ansatz erhielten sie ein Gründerstipendium aus dem „EXIST“-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technik.

Weiterführende Informationen und eine Videopräsentation finden
Sie auf der Webseite von inreal: http://www.inreal-tech.com/

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie

Valentinstag – Giftige Liebesgrüße gefährden Recht auf Nahrung

Anlässlich des Valentinstags weisen FIAN Deutschland und Vamos e.V. Münster auf die Gefährdung der Menschenrechte auf Nahrung von BlumenarbeiterInnen durch die Verwendung von hochgefährlichen Pestiziden in der Blumenproduktion hin. ArbeiterInnen kommen am Arbeitsplatz in direkten Kontakt mit Pestiziden und sind ihnen darüber hinaus auch durch belastete Nahrung und Wasser ausgesetzt. Die Folgen reichen von schleichenden Gesundheitsproblemen bis zu akuten tödlichen Vergiftungen.

In ihrer neuen Studie „Pestizide – Eine Gefahr für die Umsetzung des Rechts auf Nahrung“ zeigen FIAN Deutschland und Vamos e.V. das dramatische Ausmaß der Pestizidbelastungen sowie deren verheerenden Folgen für ArbeiterInnen und Umwelt.

In der Blumenindustrie werden zum Teil immer noch hochgefährliche Pestizide verwendet. Gleichzeitig wird den ArbeiterInnen meist nur unzureichende Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. „Vor allem in tropischen Ländern passieren immer wieder Unfälle, die zu akuten Vergiftungen führen“, berichtet Gertrud Falk von FIAN Deutschland. „Die betroffenen ArbeiterInnen werden meist nicht ausreichend ärztlich behandelt. Arbeitsunfähigkeit, Verlust des Arbeitsplatzes und des Einkommens sind die Folgen. Die ArbeiterInnen können sich und ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren.“

Aufgrund unzureichender Umweltschutzmaßnahmen vergiften Pestizide Böden und Gewässer und gelangen so in die Nahrungskette. „BlumenarbeiterInnen sind in der Regel auf regional angebaute Lebensmittel angewiesen“, erklärt Steffi Neumann von Vamos e.V. „Durch den hohen Pestizideinsatz in der Blumenproduktion gelangen die Gifte auch in die Nahrung der BlumenarbeiterInnen, zum Beispiel am Naivasha-See in Kenia.“

FIAN Deutschland und Vamos e.V. fordern daher Regierungen auf, hochgefährliche Pestizide zu verbannen und die Verwendung von Pestiziden effektiver zu kontrollieren. Unternehmen müssen die Opfer von Pestizidunfällen und ihre Familien unbürokratisch und angemessen entschädigen. VerbraucherInnen sollten beim Blumenkauf nach Fairtrade- oder Bioblumen fragen.

Weiter Infos finden Sie hier: Pestizide – Eine Gefahr für die Umsetzung des Rechts auf Nahrung

Quelle: FIAN

Nachhaltigkeitsprojekt startet in eine neue Runde

“NRW denkt nach(haltig)” mit neuem Onlineportal und zwei aktuellen Veröffentlichungen

Mit einem neuen Onlineportal geht das landesweite Nachhaltigkeitsprojekt “NRW denkt nach(haltig)” in eine neue Runde. Für Institutionen, Einzelpersonen und Gruppen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft einsetzen, bietet das Portal viele Möglichkeiten, mitzuwirken und Informationen zum eigenen Engagement zu veröffentlichen, sei es als Projekt der Woche, als Veranstaltungshinweis oder als Eintrag in eines der projekteigenen Blogs.

Aktuell erschienen sind auch das “Jahrbuch 2011″ und das “Handbuch Medien und Nachhaltigkeit”. Das Jahrbuch dokumentiert den Projektverlauf und die Ergebnisse des vergangenen Jahres und stellt die Gewinner des Wettbewerbs 2011 vor. Das “Handbuch Medien und Nachhaltigkeit” beleuchtet in verschiedenen Beiträgen die Potenziale des Social Web für engagierte Gruppen, Initiativen und Nichtregierungs-Organisationen und demonstriert anhand von vielen Beispielen, wie diese eine nachhaltige Medien-Beziehung aufbauen und pflegen können. Beide Publikationen können im pdf-Format heruntergeladen werden unter http://www.nrw-denkt-nachhaltig.de/jahrbuch-2011/ sowie unter http://www.nrw-denkt-nachhaltig.de/klhandbuch.

“NRW denkt nach(haltig)” ist eines der offiziellen UN-Weltdekade-Projekte 2012/2013. Mit der Umsetzung des Projektes trägt das Land Nordrhein-Westfalen dazu bei, die Aufgaben der Dekade umzusetzen.

Auftraggeberin von “NRW denkt nach(haltig)” ist die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Angelica Schwall-Düren. Unterstützt wird “NRW denkt nach(haltig)” vom NaturGut Ophoven in Leverkusen. Das Grimme-Institut ist mit der Projektleitung betraut.

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