Klimawandel macht Muscheln seit 66 Millionen Jahren das Leben schwer

Eine Wissenschaftlerin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums hat herausgefunden, dass in der Vergangenheit überdurchschnittlich viele Muscheln in Zeiträumen ausstarben, in denen sich das Klima sehr schnell veränderte. Dabei war es nicht ausschlaggebend, ob sich die Meere erwärmten oder abkühlten. Für die im Fachjournal „Integrative and Comparative Biology” veröffentlichte Studie wertete sie gemeinsam mit Forschenden anderer Institutionen Daten zu Muschelgattungen und Meerestemperaturen während der letzten 66 Millionen Jahre aus.

Muscheln bevölkern seit Jahrmillionen die Weltmeere und haben im Zuge dessen schon verschiedene Klimaveränderungen erlebt. Dabei hatten die meisten ihrer Vertreter ein beachtliches Handicap: Sie sind nur begrenzt mobil. Wenn sich ihre Umgebung zu ihren Ungunsten veränderte, starben die Individuen daher meist an Ort und Stelle aus.

„Schlecht für die Muschel, gut für die Wissenschaft, denn es gibt relativ viele Muschelfossilien, anhand derer man untersuchen kann, wie das Aussterben von Wirbellosen im Meer und der Klimawandel zusammenhängen”, so Dr. Shan Huang, Wissenschaftlerin am Frankfurter Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

Gemeinsam mit Kollegen der Universität Chicago und der Universität von Kalifornien, San Diego, wertete Huang Daten von rund 1.500 Muschelgattungen aus. Alle untersuchten Gattungen haben während des Känozoikums (vor 66 Millionen Jahren bis heute) Meerestiefen bis 200 Meter besiedelt oder besiedeln sie heute noch. Das Team analysierte, wann und wie viele der Muschelgattungen ausstarben, und setzte dies in Beziehung mit der damaligen Meerestemperatur sowie der Geschwindigkeit der Temperaturänderung auf verschiedenen Zeitskalen.

Die Auswertung zeigt, dass das Aussterben von Muschelgattungen überwiegend davon abhing, wie schnell sich das Klima veränderte. „Wir haben zwei Muster entdeckt. Wenn sich die Temperatur innerhalb eines Zeitraums von circa zwei Millionen Jahren besonders schnell änderte – egal ob sie vergleichsweise stark stieg oder sank – verschwanden gleichzeitig mehr Muschelgattungen. Zweitens spielten Langzeiteffekte eine Rolle: Mehr Muschelgattungen starben aus, wenn sich die Meerestemperatur von einem solchem Zeitraum bis zum nächsten Zwei-Millionen-Jahre-Zeitraum stark veränderte“, erklärt Huang.

Detailierte Analysen zeigten zudem, dass sich der Klimawandel in verschiedenen von Muscheln besiedelten Regionen unterschiedlich auswirkte. Die Klimaveränderungen während der letzten 66 Millionen Jahre führten dazu, dass überproportional viele Muscheln in den hohen Breitengraden ausstarben. Die Effekte sind heute noch spürbar, denn die Anzahl der Muschelarten und vieler anderer Arten ist in hohen Breitengraden sehr viel geringer als in den Tropen.

Aus der Vergangenheit lässt sich daher schließen, dass der Verlust biologischer Vielfalt höher ist, wenn sich die Temperatur schneller verändert. Das höchste Aussterberisiko haben laut der Studie Gattungen, die in hohen Breitengraden leben. Aber dieser vorausschauende Rückblick in die Vergangenheit hat auch einen entschiedenen Nachteil: Den heutigen Zustand der Ozeane, den der Mensch unter anderem durch Verschmutzung und Überfischung entscheidend beeinflusst hat, hat es in der Vergangenheit bislang noch nie gegeben. 

„Außerdem ist die Zu- und Abnahme von Muschelgattungen im Känozoikum nicht vollständig mit Klimaveränderungen erklärbar. Es müssen noch andere Kräfte eine Rolle gespielt haben. Um besser vorhersagen zu können, wie sich die globale Erwärmung auf Muscheln und andere wenig bis kaum mobile marine Arten auswirkt, ist es deshalb wichtig, detaillierte vergleichende paläontologische Forschung zu diesem Thema zu betreiben“, so Huang.

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Salamander kauen mit dem Gaumen

Forschungsteam der Universitäten Jena und Massachusetts entdeckt urtümliches Kauverhalten bei Schwanzlurchen

„Triturus carnifex“ frisst alles, was er überwältigen kann. Auf seiner Speisekarte stehen Regenwürmer, Mückenlarven und Wasserflöhe, aber auch Schnecken, kleine Fische und sogar die eigenen Nachkommen. „Triturus carnifex“ – zu deutsch Alpen-Kammmolch oder Italienischer Kammmolch – ist ein Schwanzlurch und gehört zu den Echten Salamandern. Ein Forschungsteam um Dr. Egon Heiss von der Universität Jena hat jetzt das Kauverhalten des Molchs untersucht und dabei Erstaunliches festgestellt.

„Laut Lehrbuch verschlucken Amphibien ihre Beute unzerkaut, diese Ansicht konnten wir widerlegen“, sagt Dr. Egon Heiss. Gemeinsam mit dem Doktoranden Daniel Schwarz und Dr. Nicolai Konow von der University of Massachusetts konnte Heiss jetzt belegen, dass die Kammmolche ihre Beute tatsächlich kauen, jedoch anders als die meisten landlebenden Wirbeltiere. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of Experimental Biology“ veröffentlicht (doi: 10.1242/jeb.189886).

Gaumenzähne töten die Beute

„Diese Salamander nutzen ihre sogenannte Gaumenbezahnung, um die Beute zu töten und gleichzeitig aufzubrechen“, sagt Egon Heiss. Das heißt, die Kieferbezahnung dient vor allem dazu, die Beute zu fangen bzw. festzuhalten. Mit Hilfe der Zunge werden die Beutetiere dann rhythmisch gegen den Gaumen gerieben. Dort befinden sich sehr scharfe Zähne, die etwa 0,5 bis einen Millimeter lang sind und ständig nachwachsen. Diese Zähne reißen beispielsweise die extrem zähe Kutikula von Fliegenmaden auf: „Dadurch werden die Beutetiere getötet und gleichzeitig können Verdauungssekrete besser angreifen“, sagt Dr. Heiss. Für den Molch zugleich eine Lebensversicherung: Manche Insektenlarven haben so starke Beißwerkzeuge, dass sie sich damit durch den Leib des Jägers bohren könnten. Den ersten Anstoß für das verblüffende Forschungsergebnis gaben Beobachtungen von Nicolai Konow und Egon Heiss während eines Forschungsaufenthaltes in Antwerpen. Die Biologen beobachteten einen Molch bei der Nahrungsaufnahme und wunderten sich über dessen Kopf-, Kiefer- und Zungenbewegungen, nachdem er eine Beute aufgenommen hatte. „Der Molch schien tatsächlich zu kauen“, sagt Dr. Heiss. Klarheit brachte dann die Röntgenvideoanlage am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Universität Jena.

Salamander kauen wie urtümliche Landwirbeltiere

Das Kauverhalten der Molche wirft die Frage auf, wie es sich mit Blick auf die Evolution erklären lässt. „Wir können davon ausgehen, dass echte Gaumenzähne beim gemeinsamen Vorfahren von Reptilien und Säugetieren vorhanden waren und wir vermuten, dass der Zunge-gegen-Gaumen-Kaumechanismus, wie wir ihn bei Molchen fanden, sehr ursprünglich für Landwirbeltiere ist“, sagt Heiss. Tatsächlich finden sich sehr ähnliche Kaumechanismen bei ursprünglichen Säugetieren wie Ameisenigel und Schnabeltier, aber auch bei Seekühen; auch wenn diese Tiere die Gaumenzähne mit rauen Keratinstrukturen ersetzt haben, reibt die Zunge immer noch die Nahrung gegen den Gaumen.

Die Zunge entstand mit dem Landgang der Wirbeltiere

In evolutionärer Hinsicht kam mit der Eroberung des Landes buchstäblich Bewegung in den Kauapparat der Tiere. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zunge, die sich erst mit dem Landgang der Wirbeltiere entwickelte. Sie ermöglicht überhaupt erst das Kauen, indem sie die Nahrung an die richtige Stelle transportiert. „Bei Fischen hilft hier die Wasserströmung“, so Egon Heiss. Ähnlich ist das bei Amphibienlarven und entsprechend wandelt sich der Kiemenapparat von Amphibien im Zuge der Metamorphose zu einem Zungenapparat, wenn die Larven das Wasser verlassen.

Die nun vorgestellten Ergebnisse sind erste Resultate des Forschungsprojekts „Form, Funktion und Evolution der Nahrungsmanipulation bei Urodela“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird und Anfang 2017 gestartet wurde. Das Projekt läuft noch bis Ende 2019 und vielleicht lässt sich „Triturus carnifex“ bis dahin noch weitere Geheimnisse entlocken.

Alarm! Wie verletzte Pflanzenzellen ihre Nachbarn warnen

Alle Organismen können verletzt werden. Aber was passiert eigentlich, wenn eine Pflanze verletzt wird? Wie kann sie heilen und Infektionen vermeiden? Über die Mechanismen der Wundreaktion bei Pflanzen berichtet ein internationales Forschungsteam von der Universität Basel und der Universität Gent in der Fachzeitschrift «Science». Die Erkenntnisse über das pflanzliche Immunsystem kann für neue Ansätze im nachhaltigen Pflanzenbau genutzt werden.

Im Fall einer Verletzung reagieren Pflanzen mindestens genauso schnell wie Tiere und Menschen. Sie besitzen ein hochentwickeltes zelluläres Kommunikationssystem, das innerhalb von Sekunden Alarm schlägt. Dabei setzen die Pflanzenzellen ein spezifisches Hormon frei, um Prozesse der Wundheilung und Infektionsabwehr in Gang zu bringen. Als Modellpflanze diente in der vorliegenden Studie die sogenannte Ackerschmalwand, auch bekannt unter dem Namen Arabidopsis thaliana. Die Ergebnisse wurden von der Forschungsgruppe um Prof. Thomas Boller vom Fachbereich Botanik an der Universität Basel sowie Forschenden der Universität Gent, Belgien, erarbeitet.

Calcium-Welle aktiviert Wundhormon

Um die Wundreaktion der Modellpflanze besser zu verstehen, fokussierten die Forschenden einen kurzen Puls eines hochpräzisen Laserstrahls auf einzelne Wurzelzellen. Innerhalb von Sekunden löste diese lokale Verletzung einen starken Anstieg von Calcium-Ionen in den betroffenen Zellen aus. Diese «Calcium-Welle» führte wiederum zur Aktivierung eines proteinspaltenden Enzyms, der sogenannten «Metacaspase 4», welches in der Lage ist, ein Wundhormon aus dem Vorläuferprotein freizusetzen und so die Nachbarzellen zu alarmieren.

Dabei waren die Forschenden besonders überrascht, dass das Alarmsystem der Pflanze so schnell und spezifisch auf Verwundung reagiert. Doktorand Tim Hander aus dem Forschungsteam von Prof. Boller rechnete zunächst mit Viertelstunden, dann mit Minuten und schlussendlich mit Sekunden. Zur Überprüfung der Ergebnisse stellten die Forschenden weiterhin eine experimentelle Mutante der Pflanze her, der die Metacaspase 4 fehlte. Diese war nicht in der Lage, das Wundhormon zu produzieren und den Alarm an die Nachbarzellen weiterzugeben.

Erkenntnisse für nachhaltigen Pflanzenbau nutzen

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die gewonnen Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Ansätze im nachhaltigen Pflanzenbau dienen könnten. «Wenn man Alarmreaktionen besser versteht, dann lässt sich dieses Wissen nutzen, um Pflanzen effektiver vor Schädlingen zu schützen – indem man in der Pflanzenzüchtung daraufhin arbeitet, die Freisetzung des Wundhormons und seine Wahrnehmung durch die entsprechenden Rezeptoren zu verstärken», so Prof. Boller.

Herkömmliche Zuchtstrategien von Lebens- oder Futtermitteln priorisieren in der Regel Ertrag und Qualität in Kombination mit intensivem Pestizideinsatz, ohne das pflanzliche Immunsystem zu berücksichtigen. Mit der Identifizierung der Metacaspasen als essentiellen Katalysatoren einer effizienten natürlichen Abwehrreaktion entstehen potenziell neue Möglichkeiten für den Pflanzenbau.

Weltwassertag: Was machen eigentlich polare Stoffe im Trinkwasser?

Den Weltwassertag am 22. März nimmt die Hochschule Fresenius zum Anlass, auf den hohen Forschungsbedarf bei den so genannten polaren Stoffen hinzuweisen. Diese sind sehr gut wasserlöslich und können deshalb leicht in den Kreislauf des Wassers geraten. Prominente Vertreter sind Glyphosat oder auch der künstliche Süßstoff Acesulfam. Die Hochschule Fresenius selbst geht mit gutem Beispiel voran und nimmt an europäisch und national geförderten Forschungsprojekten teil.

„Polare Stoffe sind noch zu wenig erforscht. Mit gängigen analytischen Methoden können sie gar nicht nachgewiesen werden”, sagt Daniel Zahn, Doktorand von Prof. Dr. Thomas Knepper, der Direktor am Institute for Analytical Research (IFAR) an der Hochschule Fresenius ist. „Viele sind noch nicht identifiziert und bei denen, die wir bereits kennen, haben wir meist lediglich Anhaltspunkte für deren Bewertung. Auf dieser Basis ist eine Vorhersage der Langzeitwirkung nicht möglich. Das ist aber zur Einschätzung möglicher Risiken unabdingbar.“ Was bekannt ist: Sie sind sehr gut wasserlöslich und dabei teilweise schwer abbaubar, wodurch sie die vielen Schutzbarrieren in Wasserkreisläufen – wie zum Beispiel Kläranlagen – überwinden und somit bis ins Leitungswasser gelangen können. Sie können sich schnell weit verbreiten und in erhöhten Konzentrationen vorkommen. „Keinesfalls möchten wir Panik verbreiten und die aktuelle Faktenlage deutet auch nicht darauf hin, dass eine Bedrohung besteht. Aber aus unserer Sicht ist eine Erhebung weiterer Daten unerlässlich um sicherzustellen, dass keine Gefährdung besteht – beziehungsweise, um geeignete Aufbereitungstechniken zu entwickeln und zu implementieren“, erläutert Zahn.

Das IFAR befasst sich seit 2013 im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte mit dem Thema. Eines davon mit dem Namen „PROMOTE“ (Protecting Water Resources from Mobile Trace Chemicals) ist bereits abgeschlossen. Es diente der Ermittlung und Identifizierung polarer Stoffe – und damit der Schaffung notwendiger Grundlagen für weitere Nachforschungen. Dabei wurde beispielsweise mit der Trifluormethansulfonsäure ein bisher wenig beachteter polarer Stoff erstmals im Trinkwasser nachgewiesen. Anhaltspunkte für irgendeine Gefährdung haben sich nicht gezeigt. Jetzt hat die Hochschule Fresenius gerade mit ihren Partnern das Nachfolgeprojekt „PROTECT“ in Angriff genommen. Mit dem Namen wird der Projekttitel „Perresistente mobile Organische Chemikalien in der aquatischen Umwelt: Quellen, Vorkommen, Technische Möglichkeiten zu deren Entfernung in der Trinkwasseraufbereitung“ abgekürzt. Der Startschuss fiel am 1. Februar dieses Jahres, erste Ergebnisse werden 2022 erwartet. Hier stehen nun Vorkommen, Mengen und vor allem mögliche Risiken und Folgen im Fokus der Wissenschaftler. „Mit den Resultaten aus diesem Forschungsprojekt hoffen wir ein klareres Bild über polare Stoffe im Wasser zu erhalten und auf die wichtigen Fragen nach Wirkung und Verbreitung klare Antworten geben zu können“, so Zahn.

Gesünder Studieren an der SRH Hochschule für Gesundheit

„Als Spezialisten im Bereich Gesundheit wollen wir die Themen Sicherheit und Gesundheit an unserer Gesundheitshochschule für alle Studierenden gemeinsam für alle gemeinsam Campus aufbauen“, betonen Prof. Dr. Sabine Rehmer, Studiengangsleiterin Arbeits- und Organisationspsychologie, und Prof. Dr. Björn Eichmann, Professor für Sportwissenschaften im ausbildungsintegrierenden Studiengang Physiotherapie. Ein Teilprojekt ist dabei die gemeinsame Arbeit an einer neuen App und Homepage, welche beispielsweise die Studierenden interaktiv über gesundes Studieren informieren.

Die SRH Hochschule für Gesundheit entwickelt gemeinsam mit der Firma Minax und der Technische Hochschule Mittelhessen diese onlinegestützten Plattformen rund um das Thema „GESUND STUDIEREN!“.

Das Hauptanliegen des Projektes ist, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich schnell und konkret über Themen wie Prüfungsstress, Umgang mit Krisen im Studium, Bewegung und Entspannung oder gesunde Ernährung zu informieren. Studierende können etwa mit Hilfe von standardisierten Fragebögen feststellen, wie lerngestresst sie momentan sind oder wie gut sie sich ernähren. Für beide Optionen wird man auf der Plattform Hilfestellungen wie beispielsweise aktive Entspannungstipps oder lernfördernde Ernährung finden. Ebenso wird auf Angebote der verschiedenen Campus hingewiesen sowie Tools vorgestellt mit denen die Studierenden „arbeiten“ können.

Diese Plattform ist ein Puzzleteil, das es Studierenden erlaubt erfolgreich zu lernen und sich zum Thema Gesundheit jederzeit individuell, wissenschaftlich fundiert und aktuell zu informieren. Der Start der Plattform ist für Mai 2019 geplant.

Als Gesundheitshochschule im Gesundheitskonzern lehrt die Hochschule nicht nur Gesundheit, sie lebt sie auch. Dementsprechend können Studierende, neben der digitalen Variante, mit Fragen auch direkt zu einem persönlichen Gespräch an die Experten und DozentInnen herantreten.

Bio, öko, fairtrade: Göttinger Agrarökonomen untersuchen Kaufabentscheidungen

Immer mehr Produkte tragen ethische Siegel wie Fair-Trade oder Bio, denen Verbraucherinnen und Verbraucher meist positiv gegenüberstehen. Dennoch bleiben die Verkaufszahlen dieser Produkte häufig niedrig, obwohl sie Vorteile für die Umwelt oder die Gesellschaft bieten. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Göttingen hat untersucht, inwiefern eigennützige Faktoren wie der sogenannte „Warm Glow of Giving“ die Einkaufsabsicht von Verbrauchern beeinflusst. Der „Warm Glow“ ist der persönliche Nutzen, den Menschen empfinden, wenn sie Gutes tun. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Cleaner Production erschienen.

(pug) Die Forscher der Abteilung für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen ließen jeweils rund 450 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich virtuelle Kaufentscheidungen treffen: Zur Auswahl stand Schokolade, die sich hinsichtlich Preis, Herkunftsland des Kakaos und Herstellungsland sowie hinsichtlich des abgebildeten Siegels unterschied. Es standen die Siegel Bio, Fair-Trade und CO₂-neutral, aber auch eine Alternative ohne Siegel zur Auswahl. Im Anschluss beantworteten die Verbraucher Fragen zu ihren Einkaufsabsichten, Wertvorstellungen und zum Gefühl beim Kauf.

Das Ergebnis: In beiden Ländern ist der Preis das wichtigste Entscheidungskriterium, gefolgt von Siegel und Herstellungsland. Zudem hat der „Warm Glow“ einen vergleichsweise großen Einfluss auf die Einkaufsabsicht – die Aussicht, ein gutes Gefühl zu bekommen, reizt offenbar viele Verbraucher, Produkte mit ethischen Siegeln zu kaufen. Doch die Absicht wird nicht oft umgesetzt: Bei der wirklichen Kaufentscheidung ist der Einfluss des „Warm Glow“ nämlich nur noch bei der Fair-Trade Schokolade von Bedeutung. Die Forscher nehmen an, dass dies teilweise auf den starken Gemeinwohl-Gedanken des Fair-Trade-Siegels zurückzuführen ist, das Bauern in Entwicklungsländern unterstützt. „Andere Studien haben nämlich gezeigt, dass Verbraucher mit Bio-Lebensmitteln auch noch positive Gesundheitsaspekte in Verbindung bringen“, sagt Sarah Iweala, Erstautorin der Studie und Doktorandin im Graduiertenkolleg „Global Food“. „Das verwässert natürlich den Gemeinwohl-Gedanken des Siegels.“

Zudem scheint der Bekanntheitsgrad des Siegels ausschlaggebend. Obwohl die Verbraucher angaben, dass sie sich gut fühlten, wenn sie ihren CO₂-Fußabdruck reduzierten, führte dieses gute Gefühl nicht dazu, dass sie sich für das CO₂ -neutrale Produkt entschieden. Dies kann mit dem geringen Bekanntheitsgrad des Siegels erklärt werden. In beiden Ländern gaben weniger als 20 Prozent der Teilnehmer an, das Siegel schon einmal beim Einkauf gesehen zu haben. Dagegen kannten über 90 Prozent der Verbraucher das Fair-Trade Siegel. „Wenn die Verbraucher nicht wissen, wofür ein Siegel steht, kann sich das gute Gefühl beim Einkauf nicht einstellen und somit nicht zum Beweggrund für den Einkauf werden“, so Prof. Dr. Achim Spiller, Leiter der Abteilung für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass im Marketing für ethische Produkte der gesellschaftliche Nutzen durchaus offensiv kommuniziert werden sollte“, so das Fazit der Wissenschaftler. „Für das Marketing ist auch wichtig, dass Label nur dann am Markt wirksam werden können, wenn sie bekannt sind. Die heutige Flut vielfach unbekannter Label ist kontraproduktiv.“

Stresshormone fördern die Metastasierung von Brustkrebs

Seit Langem wird angenommen, dass Stress zum Krebswachstum beiträgt. Forschende von Universität Basel und Universitätsspital Basel haben nun die molekularen Mechanismen aufgedeckt, die Brustkrebsmetastasen mit erhöhten Stresshormonen verbinden. Weiter haben sie herausgefunden, dass synthetische Derivate von Stresshormonen, die häufig als entzündungshemmende Mittel in der Krebstherapie eingesetzt werden, die Wirksamkeit der Chemotherapie verringern können. Diese Ergebnisse basieren auf Modellen menschlichen Ursprungs in Mäusen und könnten sich auf die Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs auswirken. Das berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift «Nature».

Ein grosses Hindernis bei der Behandlung von metastasierendem Brustkrebs ist das Phänomen der Tumorheterogenität. Das heisst, im Verlauf der Erkrankung wird der Tumor vielfältiger und die wachsenden Unterschiede zwischen den einzelnen Krebszellen können zu einem unzureichenden Therapieerfolg führen.

Da die zu Grunde liegenden Mechanismen dieses Phänomens unklar waren, untersuchte die Forschungsgruppe von Prof. Mohamed Bentires-Alj vom Departement Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel die Zellen einer bestimmten Krebsform, die häufig metastasiert, des sogenannten dreifach negativen Brustkrebses. Diese Krebsart ist resistent gegen Standardtherapien und bietet für die Patientinnen weniger Behandlungsmöglichkeiten.

Stress beschleunigt Metastasenbildung

Um die Heterogenität zwischen Tumoren und Metastasen zu untersuchen, haben die Forschenden die Aktivität von Genen in einem Maus-Krebsmodell gemessen. Sie stellten fest, dass Metastasen eine erhöhte Aktivität bei den sogenannten Glukokortikoid-Rezeptoren (GR) verzeichnen, die Stresshormone wie etwa Cortisol binden.

Mäuse mit Metastasen hatten höhere Konzentrationen von Stresshormonen als Mäuse ohne Metastasen. Die Studie zeigt, dass erhöhte Stresshormonlevels die GR aktivieren, was zu einer verstärkten Kolonisierung und Heterogenität der Krebszellen – und letztlich zu einer verkürzten Lebensdauer führt.

Reduzierte Wirkung der Chemotherapie

Die GR binden auch synthetische Derivate von Cortisol wie etwa Dexamethason, das oft eingesetzt wird, um die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern. Die Forschungsgruppe zeigte, dass Dexamethason die Wirksamkeit des Medikaments Paclitaxel beeinträchtigen kann, welches vielfach als Chemotherapie angewendet wird.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei der Verschreibung von Glukokortikoid-Hormonen an Patientinnen mit Brustkrebs Vorsicht geboten ist. Die Studie macht auch deutlich, dass die Blockierung der GR von Vorteil sein kann und zur Entwicklung neuer Therapien für die Bekämpfung der Metastasierung von Brustkrebs führen könnte.

«Die Tumorheterogenität ist ein grosses Hindernis bei der Behandlung. Die Bedeutung von Stressmanagement kann nicht überbetont werden – insbesondere bei Patientinnen mit dreifach negativem Brustkrebs», sagt Prof. Bentires-Alj. «Moderates Bewegungstraining und Entspannungstechniken sind nachweislich mit einer verbesserten Lebensqualität und Lebenserwartung der Patientinnen verbunden.»

Brustkonsortium Basel

Das Brustkonsortium Basel wurde 2014 von Prof. Mohamed Bentires-Alj und Prof. Walter Paul Weber, Chefarzt der Abteilung für Brustchirurgie am Universitätsspital Basel, gegründet. Hier engagieren sich mehr als 160 Forschende und Klinikerinnen und Kliniker aus Wissenschaft und Industrie sowie Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter für die Förderung und Umsetzung der Grundlagenforschung in hochmodernen klinischen Brustkrebsstudien.

Kongress der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr am 18. und 19. Mai 2019 in Heidelberg

Wer an Krebs erkrankt hat viele Entscheidungen zu treffen. Welche Therapien wähle ich? Was tue ich, was lasse ich? Zu welchen Entscheidungen kann ich stehen? Aus diesem Grund hat die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V.  Selbstbestimmt entscheiden als Motto des 19. Patienten-Arzt-Kongresses am 18. und 19. Mai 2019 in Heidelberg gewählt. Der Kongress zählt zu den größten Veranstaltungen der ganzheitlichen Krebstherapie im deutschsprachigen Raum.

Zur Entscheidung bei einem so komplexen Geschehen wie der Krebserkrankung gehört die Wahl. „Krebspatientinnen und -patienten sollten ein für sie passendes Maß an konventionellen, naturheilkundlichen und persönlichkeitsentwickelnden Maßnahmen wählen können“, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK.

Um gut entscheiden zu können, ist Information wichtig. Deshalb bietet der Kongress Vorträge zu bewährten Therapien und innovativen Verfahren einer integrativen biologischen Krebsmedizin. Im Vortragsprogramm am Sonntag sind z. B. die Themen Ernährung, Nahrungsergänzung, Stoffwechselregulation und Stärkung des Immunsystems im Fokus. Morgens geht es um Resilienz und Ressourcen bei Krebserkrankungen. Der renommierte Medizinethiker Prof. Dr. med. Giovanni Maio referiert über das Thema „Vertrauen in Arzt und Therapie aufbauen“. Medizin habe die Aufgabe, eine Antwort auf die Not der kranken Menschen zu finden. Diese Antwort erfordere einen verständigungsorientierten Ansatz von Medizin.

Zwei je vierstündige Seminare widmen sich der Behandlung von Brustkrebs aus biologischer Sicht, ganzheitlichen Ansätzen bei Prostatakrebs. In einem weiteren Seminar berichten die Molekularbiologin Dr. rer. nat. Claudia Friesen und Dr. med. Hans-Jörg Hilscher über Erfahrungen aus Forschung und Praxis mit Methadon in der Krebstherapie. Dr Friesen hatte im Labor nachgewiesen, dass Methadon eine wachstumshemmende Wirkung auf Krebszellen haben kann. Diese Wirkung von Methadon wurde inzwischen bei vielen fortgeschrittenen Krebsarten in Patientenberichten beschrieben.

Bei dem Kongress stehen Patientinnen und Patienten selbst im Mittelpunkt. Ein Höhepunkt ist der Vortrag von Ivelisse Page. Bei Ivellisse Page wurde 2008 eine Darmkrebserkrankung im Stadium IV mit Metastasen in der Leber diagnostiziert, ihre Überlebenswahrscheinlichkeit war sehr gering. Sie beschloss, der Krankheit mit einer Kombination von Operationen und Misteltherapie zu begegnen und ist bis heute krebsfrei. Gemeinsam mit ihrem Mann Jimmy gründete sie in 2011 die Nonprofit-Organisation Believe Big (www.believebig.org), um eine Brücke zwischen konventioneller und komplementärer Medizin in der Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung zu bauen. Sie sammelte Spenden für die erste klinische Studie in den USA, die die Wirkung intervenöser Misteltherapie untersucht.

Das Programm im Internet: http://www.biokrebs-kongress.de/

Teilnahmegebühren
Die Vorträge, Kurse und Seminare können einzeln gebucht werden
Vorträge (je Vormittag): € 40,-, GfBK-Mitglieder € 30,-
Kurse (je Kurs)
• 4-stündig: € 70,-, GfBK-Mitglieder € 60,-
• 2-stündig: € 35,-, GfBK-Mitglieder, € 30,-
Seminare (je Seminar): € 40,-, GfBK-Mitglieder € 30,-

Blühende Ergänzung zum Mais: Fachtagung betont ökol. Nutzen von Wildpflanzen für Biogasanlagen

NABU und Kooperationspartner zeigen Ergebnisse aus Wissenschaft und Praxis

Stuttgart – Rund 950 Biogasanlagen erzeugen derzeit in Baden-Württemberg Strom. Ein bedeutender Energielieferant ist dabei Mais. Doch der intensive Anbau von Mais kann auf vielen Standorten durch mehrjährige Wildpflanzen sinnvoll ergänzt werden. Zu diesem Fazit kommt eine Fachtagung zum Wildpflanzenanbau für Biogasanlagen des NABU Baden-Württemberg und der Universität Hohenheim in Stuttgart. Am 12. März trafen sich Fachleute aus Wissenschaft und Praxis in Hohenheim. Das NABU-Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen – naturverträgliche Alternativen zum Maisanbau“ präsentierte dabei seine Ergebnisse.

„Das Insektensterben, die dramatische Abnahme unserer Feldvögel und der Verlust der biologischen Vielfalt haben die Menschen in Deutschland wachgerüttelt. Unsere Aufgabe ist es, die Ursachen zu bekämpfen und die Auswirkungen zu mildern. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen sind als Substrat für Biogasanlagen aufgrund ihrer ökologischen Leistungen besonders hervorzuheben. Deshalb engagieren wir uns für das Wissen und die Ansaat von Wildpflanzenmischungen in Baden-Württemberg und unterstützen das Modellvorhaben des NABU Landesverbandes mit rund 47.000 Euro“, betonte Karl-Heinz-Lieber als stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg in seinem Grußwort.

Moritz von Cossel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hohenheim im Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen, zog ein positives Fazit aus der Tagung. „Wo es am Ertrag fehlt, punkten die Wildpflanzen mit ihren Ökosystemleistungen. Durch den erfolgreichen Anbau der Wildpflanzenmischungen kann gleichzeitig ein Beitrag zur Artenvielfalt, zur Bereicherung des Landschaftsbildes, zum Schutz vor Bodenerosion sowie zur Entwicklung ökologisch nachhaltiger Bioökonomie-Strategien geleistet werden.“

„Wilde Malve, Flockenblume, Eibisch und weitere Wildpflanzen bleiben in der Energiebilanz hinter Mais zurück, doch sie haben andere Vorteile“, erklärte NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke. Er begleitete im NABU-Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen“ über 18 Monate hinweg den Anbau verschiedener Mischungen und beriet Landwirte. „Trotz der niedrigeren Erträge im Vergleich zum Mais haben die Wildpflanzenmischungen ihre Berechtigung. Neben den Insekten, Vögeln und dem Niederwild profitieren auch der Boden und das Grundwasser von dieser Blütenpracht.“

Landwirt Markus Frick aus Kißlegg berichtete, dass sich Wildpflanzen gut in den betrieblichen Ablauf integrieren lassen und im Gegensatz zu Mais weniger Dünger, keinen Pflanzenschutz und weniger Zeit für die Bewirtschaftung brauchen. Jörg Messner, Biogasberater des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg, legte dar, dass sich die Wildpflanzen-Silage problemlos gemeinsam mit Mais vergären lässt. Diese Eigenschaften unterstützen dabei, die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie zu halten und die Mischungen aus bis zu 30 heimischen Pflanzen – trotz des geringeren Ertrags – als Energielieferanten zu etablieren.

Dass sich Wildpflanzenmischungen besonders für Grenzertragsstandorte eignen, stellte NABU-Projektleiter Jochen Goedecke fest. „Die Erfahrungen in unserem Projekt ‚Biodiversität für Biogasanlagen‘ haben gezeigt, dass Wildpflanzen für kleine, schwer erreichbare Flächen und Äcker mit schlechteren Bodenqualitäten eine echte Alternative darstellen. Sie sind robust, kommen mit Wetterextremen wie Hagel zurecht und sind für Wildschweine uninteressant.“

Das NABU-Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen – naturverträgliche Alternativen zum Maisanbau“ wird unterstützt durch die Stiftung Naturschutzfonds mit Förderung aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale.

RISIKO: Auftauende arktische Permafrostböden

Die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) warnt in ihrem neuen Bericht „Frontiers 2018/19: Emerging Issues of Environmental Concern“ vor fünf drohenden und bisher unterschätzten Umweltgefahren. Eine dieser Gefahren ist das Auftauen der arktischen Permafrostböden. Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Moorkundler und Paläoökologe der Universität Greifswald, schildert im Kapitel „Permafrost Peatlands: Losing ground in a warming world“ die wissenschaftlichen Grundlagen und globalen Konsequenzen.

Etwa 23 Millionen Quadratkilometer Boden liegen bisher in den nördlichen Regionen der Welt ganzjährig unter 0 °C, ein großer Teil davon sind Moore. Gefroren speichern diese etwa die Hälfte allen Kohlenstoffs, der weltweit in Böden festgehalten ist. Durch die Klimakrise erwärmen sich die Böden und tauen auf. Infolgedessen wird der Kohlenstoff als Kohlendioxid und als Methan in die Atmosphäre freigesetzt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Grenze der Permafrostregion bereits bis zu 80 Kilometer nach Norden verschoben, die weltweite Permafrostfläche hat deutlich abgenommen.

 

Aufgetaute trockene Moorböden bergen zusätzlich die Gefahr klimaschädlicher Torfbrände, die unterirdisch über lange Zeit brennen, schwer zu löschen sind und die Gesundheit von Menschen in großen Regionen schädigen. Bergbau, Landwirtschaft und wachsende Infrastruktur bedrohen den Permafrost zusätzlich – auch als Lebensraum einheimischer Bevölkerung. Tauender Permafrost gilt als einer der Tipping points (dt. Kippunkte) einer nicht aufzuhaltenden Erderwärmung. Der Bericht sieht die Arktis bereits in einem gravierenden Wandel und fordert den Schutz und Erhalt sowie einen klugen Umgang mit bestehenden Moorböden.

Der Bericht enthält neben vielen detaillierten Hintergrundinformationen und Grafiken auch eine neue zirkumpolare Karte der Verbreitung von Permafrost und Mooren, die auf Basis der Daten der Greifswalder Global Peatland Database durch das Greifswald Moor Centrum erstellt wurde.

Der „Frontiers“-Report des UN-Umweltprogramms thematisiert Umweltrisiken, die bisher nicht ausreichend wahrgenommen und bekämpft werden, jedoch weltweite Konsequenzen für Klima, Umwelt und den Menschen haben. Der Bericht wird in alle sechs UN-Sprachen übersetzt und weltweit Regierungen und Umweltbehörden zugänglich gemacht.

Kapitel „Permafrost Peatlands:Losing Ground in a Warming World“ S. 38–48 (PDF)

Das Greifswald Moor Centrum ist eine Partnerschaft der Universität Greifswald, der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur und des DUENE e. V.

Globale Moor-Datenbank des Greifswald Moor Centrum

Zur Person
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten ist Moorkundler und Paläoökologe am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Er ist Generalsekretär der International Mire Conservation Group (IMCG), der Weltorganisation der Moorschützer und Mitbegründer des Greifswald Moor Centrum.