Welternährung im 21. Jahrhundert: „Wir müssen weg von dieser ressourcenfressenden Landwirtschaft“

Wie können wir in Zeiten von Klimawandel und wachsender Weltbevölkerung die Ernährung sichern? „Weiter wie bisher ist keine Option“, so Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung. Denn trotz immer höherer Erträge und Überproduktionen der industriellen Landwirtschaft sind weltweit 870 Millionen Menschen unterernährt. Damit ist die Landwirtschaft schon heute nicht mehr in der Lage die Bedürfnisse von Millionen zu befriedigen. Gleichzeitig entzieht sie sich mehr und mehr ihrer eigenen Grundlage – durch zunehmende Belastung für Böden, Wasser, Klima und Biodiversität und drohende Engpässe bei ihren Dünger-Essenzen Phosphor, Kalium und Stickstoff. „Wir müssen hin zu Low-Input-Systemen.“

Bommert fordert daher eine Neuausrichtung der Landwirtschaft und Agrarforschung. „Denn das gigantische System der Intensivlandwirtschaft wird sich schon deswegen totlaufen, weil die dafür benötigten Ressourcen immer knapper werden.“ Derzeit benötigt sie für die Herstellung einer Nahrungskalorie zehn fossile Kalorien. Da Energie und höchst energieaufwendig produzierter Stickstoffdünger immer teurer werden würden, würde diese Form der Landwirtschaft ökonomisch immer ungünstiger und letztlich teurer, als das System, das diesen Input gar nicht braucht.“

2014 PHOTO COMPETITION

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„Auch die Zivilgesellschaft will eine Agrar-Ernährungswende“, so Bommert. Die Zahlen der Großdemonstration „Wir haben es satt“ parallel zur „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin geben ihm recht: Auch dieses Jahr demonstrierten wieder 30 000 Teilnehmer gegen die industrielle Landwirtschaft und für ökologischen Landbau.

Um diese Agrar- und Ernährungswende voranzubringen haben die Vereinten Nationen 2014 zum „Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe“ erklärt. Denn landwirtschaftliche Familienbetriebe produzieren weltweit 70 Prozent aller Lebensmittel. Aus dem Interesse, den Hof finanziell gesund und mit intakten natürlichen Ressourcen weiterzugeben, ergibt sich zudem eine Ausrichtung auf ein Low-Input-Konzept und nachhaltiges Wirtschaften.

Im NeFo-Interview erzählt Agrarwissenschaftler Bommert wie diese Neuausrichtung von Agrarwirtschaft und –wissenschaft aussehen könnte, welche Rolle dabei die Agrodiversität und kleinbäuerliche Strukturen spielen und warum eine allgemeine Weltformel nicht funktionieren kann. Quelle: Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung.

Lesen Sie das gesamte Interview hier: http://www.biodiversity.de/index.php/fuer-presse-medien/experteninterviews/4546-…

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Anmerkung: Die bäuerlichen Familienbetriebe in der Schweiz haben bereits eine eigene Homepage entwickelt. In Deutschland besteht anscheinend noch kein Interesse an dem Thema „bäuerliche Familienbetriebe“? Die Teilnehmer können Sie hier einsehen (PDF Stand: 20.01.21014): Teilnehmer

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