Den Niederrhein stärken – durch regionale Lebensmittel

Die Menschen am Niederrhein sind durchaus regionalbewusst und greifen vor allem bei frischen Produkten wie Gemüse, Obst und Fleisch gerne zu Erzeugnissen aus der Umgebung. Das ergab eine Studie der Hochschule Rhein-Waal: In ihr untersuchten die Forscher, welche Merkmale den Niederrhein ausmachen, was die Niederrheiner am liebsten essen und wie viel Potenzial regionale Produkte haben. Die Ergebnisse schaffen eine Basis, um die Region Niederrhein in der Außendarstellung zu stärken.

Äpfel aus Südafrika, Erdbeeren aus Spanien, Fleisch aus Polen – viele Menschen sind dieser weit gereisten Lebensmittel überdrüssig. Sie möchten lieber regionale Produkte und Gemüse von heimischen Äckern essen und das Fleisch vom Bauernhof um die Ecke beziehen. Zum einen gibt ihnen das mehr Produktsicherheit: Kennen sie den Hof, können sie sich selbst ein Bild davon machen, wie die Produkte dort erzeugt werden. Lebensmittelskandale spielen diesem Trend in die Hände. Zum anderen ist es ökologisch sinnvoll, die Produkte dort zu verzehren, wo sie erzeugt werden, statt sie mit Fliegern um die halbe Welt zu transportieren. Und so steigt der Umsatz an regionalen Lebensmitteln jährlich um drei bis fünf Prozent.

Rund tausend Bürger wurden befragt

Doch wann gelten Produkte eigentlich als regional? Besteht am Niederrhein noch mehr Potenzial für regionale Produkte? Und: Wo liegt eigentlich genau der Niederrhein, was gehört alles dazu? Diesen Fragen sind Wissenschaftler des Zentrums für Forschung, Innovation und Transfer der Hochschule Rhein-Waal nachgegangen, im Projekt „Regionalität am Niederrhein – Marktforschung zu Regionalitätsbewusstsein und Potentialanalyse“. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Etwa tausend Menschen am Niederrhein befragten die Forscher, sowohl online als auch direkt auf der Straße. „Die gewonnenen Daten liefern eine Basis dafür, den Niederrhein zu stärken – sei es im Bereich der Lebensmittelproduktion, des Tourismus oder der Standortsicherung“, erläutert Dr. Carsten Mönnig, Projektmanager an der Hochschule Rhein-Waal. „Denn sie schaffen die Grundlage für ein Marketing-Konzept.“

Das Ergebnis der Studie: Der Niederrheiner ist sehr regionalbewusst. So gibt jeder zweite bis zu einem Drittel seines Lebensmittel-Geldes für regionale Produkte aus. Und zwar vor allem für frische Waren wie Obst und Gemüse, Eier, Milchprodukte, Fleischwaren, aber auch für weiterverarbeitete Lebensmittel. Die Nachfrage ist noch bei weitem nicht ausgeschöpft: Wären die Produkte besser gekennzeichnet – würde man also sofort erkennen, dass es sich um regionale Produkte handelt – wären 60 Prozent der Käufer bereit, noch mehr Produkte „von nebenan“ in den Einkaufswagen zu legen. Denn das Preis-Leistungsverhältnis dieser Lebensmittel stimme, meinen 80 Prozent der Menschen. Und wäre das Angebot noch größer, würden 25 Prozent der Menschen für regionale Produkte sogar tiefer in die Tasche langen – und zehn bis zwanzig Prozent mehr dafür ausgeben.

Rhein und Kopfweiden: Die Merkmale des Niederrheins

Doch nicht nur nach Lebensmitteln haben die Forscher die Menschen gefragt. Auch markante Landschaftsmerkmale wurden bei den Fragen berücksichtigt. So verbinden die Menschen mit dem Niederrhein vor allem Kopfweiden und den Rhein. „Die Weite, das Grün, die vielen unterschiedlichen Stimmungen“, fasst ein Teilnehmer zusammen, „am Niederrhein muss man einfach zum begeisterten Fotografen oder Maler werden.“

Das Projekt „Regionalität am Niederrhein – Marktforschung zu Regionalitätsbewusstsein und Potentialanalyse“ wurde vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) gefördert. Die Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf 80.000 Euro. Die Hochschule Rhein-Waal dankt dem MKULNV für die Förderung.

Assoziierte Partner:
Agrobusiness Niederrhein e.V., Genussregion Niederrhein, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Riswick, Wasserburg Rindern, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH, EntwicklungsAgentur Wirtschaft des Kreises Wesel

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