NeuroBridges – eine Brücke zwischen arabischen, israelischen und deutschen Hirnforschern

Die internationale Fachtagung NeuroBridges findet erstmals vom 29. bis 31. Juli 2014 am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen statt. Sie bringt arabische, israelische und deutsche Forscher auf dem Gebiet der Neurowissenschaften zusammen. Ziel ist, sowohl die fachliche Zusammenarbeit als auch das interkulturelle Verständnis zwischen den Teilnehmern zu fördern.

„Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus versuchen wir einen Austausch zwischen experimentell und theoretisch arbeitenden Hirnforschern zu ermöglichen“, erklärt Ahmed El Hady vom Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen. Er gehört zu dem dreiköpfigen Organisationsteam der Tagung, zu dem auch Tim Gollisch vom Bernstein Center Göttingen sowie Yonatan Loewenstein von der Hebräischen Universität Jerusalem (Israel) zählt. Um den wissenschaftlichen Dialog anzuregen, stellen die Tagungsteilnehmer in 19 Vorträgen ihre neuesten Erkenntnisse im Bereich der Systems und Computational Neuroscience vor. Die Themen reichen dabei von der Funktionsweise des Gedächtnisses über Epilepsie bis hin zu Gehirn-Maschine-Schnittstellen.

Zusätzlich zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung sehen die Organisatoren den interkulturellen Austausch als wichtiges Ziel der Veranstaltung. „Wir denken, dass jeder Wissenschaftler eine Verantwortung über seine Forschung hinaus hat: Er soll das gegenseitige Verständnis zwischen den verschiedenen Völkern fördern“, erläutert El Hady. Zu der Tagung haben die Organisatoren jeweils sieben arabische, israelische und deutsche Forscher als Sprecher eingeladen. Das Begleitprogramm mit gemeinsamem Abendessen und Städtetour ist darauf ausgerichtet, den persönlichen Gedankenaustausch anzuregen und neue Kooperationen zwischen den Teilnehmern entstehen zu lassen. „Wissenschaftliches Zusammenarbeiten führt oftmals zu persönlichen Beziehungen und könnte damit – langfristig gedacht – auch die politische Missstimmung zwischen Arabern und Israelis verbessern“, beschreibt El Hady seine Hoffnungen. Das NeuroBridges-Symposium ist nicht als einmalige Veranstaltung geplant – es soll der Auftakt einer jährlich stattfinden Fachtagung für arabische, israelische und deutsche Hirnforscher sein.

Das Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience. Seit 2004 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dieser Initiative die neue Forschungsdisziplin Computational Neuroscience mit über 180 Mio. €. Das Netzwerk ist benannt nach dem deutschen Physiologen Julius Bernstein (1835-1917).

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