Buchempfehlung: Pater Anselm Grün – Kraftvolle Visionen gegen Burnout und Blockaden

»Flow« ist die beste Form schöpferischer und befriedigender Arbeit. Druck dagegen erzeugt Blockaden, führt zur Erschöpfung: zum Crash in Leib, Geist und Seele. Was uns motiviert, das sind Leitbilder, Vorbilder, Visionen. Anselm Grün begleitet viele Menschen, die von Stress und Burnout betroffen sind. Er stellt erprobte Imagination vor, die neue Potentiale freisetzen. Bilder, die kraftvoll helfen, Lust am Leben und am Arbeiten zu entwickeln.

Verlag Kreuz
Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2012
Format: 12,5 x 20,5 cm,
180 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-451-61170-4
€[D] 17,99

Stresshormon verringert Knochenstabilität bei Kindern

Schon eine geringe Überproduktion des Stresshormons Cortisol kann die Knochenstabilität von Kindern signifikant beeinträchtigen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Bonn. Die Arbeit erscheint in Kürze im Journal of Bone and Mineral Research; online ist sie bereits abrufbar. Die Wissenschaftler untersuchen derzeit in einem Anschlussprojekt, ob sich der Cortisol-Spiegel durch eine gezielte Ernährung senken lässt. Erste Vorergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit Obst und Gemüse helfen kann.

An der Knochenstudie nahmen 175 gesunde Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren teil. Sie gaben im Abstand eines Jahres zwei Urinproben ab. Zum Zeitpunkt der zweiten Probe führten die Forscher zusätzlich bei jedem Teilnehmer eine computertomographische Untersuchung des Unterarms durch.

Dabei stießen sie auf einen signifikanten Zusammenhang: Je mehr Cortisol und Cortisol-Umbauprodukte sie im Urin fanden, desto fragiler war – bei vergleichbarer Zufuhr wichtiger knochenaufbauender Nährstoffe – im Schnitt der Unterarm-Knochen. „Die Mädchen und Jungen waren völlig gesund und weder zu dünn noch zu dick“, betont der Studienleiter Prof. Dr. Thomas Remer. „Die im Urin gemessenen Cortisol-Mengen waren zwar bei manchen Teilnehmern höher als bei anderen, sie waren aber immer im normalen physiologischen Rahmen. Dennoch fanden wir bereits bei diesen natürlichen Schwankungen einen deutlichen Effekt.“

Medikament führt zu Knochenschwund

Cortisol – oft auch als Cortison bezeichnet – wird in der Nebennierenrinde produziert. Das lebenswichtige Hormon wirkt unter anderem entzündungshemmend. Daher wird es auch als Medikament eingesetzt. Schon seit Jahrzehnten ist bekannt, dass eine langfristige Gabe hoher Cortisol-Dosen zu Knochenschwund führen kann. Neu ist aber, dass bereits die vom Körper natürlicherweise produzierten Cortisol-Mengen einen negativen Effekt haben können.

Wichtig ist diese Erkenntnis vor allem, weil Knochenkrankheiten im Erwachsenenalter oft in der Jugend wurzeln. Denn wenn etwa in jungen Jahren zu wenige Mineralien in die Knochen eingebaut wurden, leidet deren Stabilität langfristig. Eine mögliche Folge kann Jahrzehnte später etwa eine Osteoporose sein.

Obst ist gut für die Knochen

Daher wollen die Forscher nun auch herausfinden, welche Rolle die Ernährung für das Stresshormon Cortisol und seine Wirkungen auf Knochensystem und Stoffwechsel spielt. So weisen Studien mit Erwachsenen darauf hin, dass eine obst- und gemüsereiche Kost vermutlich den Cortisolspiegel senken kann. Äpfel, Orangen, Kartoffeln oder Spinat sind also möglicherweise gut für die Knochengesundheit.

„Wir wollen wissen, ob sich eine derartige Cortisolsenkung auch für Kinder und Jugendliche nachweisen lässt“, sagt Remer. „Das wäre ein weiteres Argument für die schon heute gültige Empfehlung, fünfmal täglich Obst oder Gemüse zu sich zu nehmen.“

Die aktuellen Resultate stammen aus der so genannten DONALD-Studie. Das Akronym steht für DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed – es handelt sich also um eine Langzeituntersuchung zur Auswirkung der Ernährung auf den Menschen. An der Studie nehmen derzeit über 500 gesunde Kinder und Jugendliche teil. Bei den Probanden werden vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter in regelmäßigen Abständen detaillierte Daten zu Ernährung, Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Gesundheitsstatus erhoben. Seit Januar 2012 gehört die in Dortmund durchgeführte Langzeitstudie als Außenstelle zum Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL) der Universität Bonn.

Publikation: Lijie Shi, Alberto Sánchez-Guijo, Michaela F. Hartmann, Eckhard Schönau, Jonas Esche, Stefan A. Wudy, Thomas Remer: Higher glucocorticoid secretion in the physiological range is associated with lower bone strength at the proximal radius in healthy children: importance of protein intake adjustment; Journal of Bone and Mineral Research; DOI: 10.1002/jbmr.2347

Alten Organismen kann Zucker helfen – Therapieoption für unterernährte, geriatrische Patienten?

Zu viel Zucker ist schlecht – das ist seit Jahren durch zahlreiche Studien belegt. Vor allem die Entstehung sogenannter „Zivilisationskrankheiten“ wie Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck, Übergewicht und Altersdiabetes wird damit in Verbindung gebracht. Eine Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Tina Wenz, Institut für Genetik und CECAD (Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases), zeigt nun, dass Zucker auch gut sein kann. In bereits gealterten Organismen kann eine glukosereiche Ernährung den Gewebezustand verbessern und sogar das Leben verlängern. Dies zeigt eine Studie, die heute (18.09.2014) im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Communications publiziert wurde.

Mit zunehmendem Alter häufen sich in Zellen Schäden unterschiedlichster Art an. Eine typische Schädigung betrifft hierbei die Enden der Chromosomen (Telomere). Sie sind quasi die „Schutzkappen“, die das Erbgut schützen. Seit etwa zehn Jahren gehen Wissenschaftler davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge dieser Telomere und der verbleibenden Lebenserwartung von Zellen gibt.

Für zu kurze Telomere gibt es einen Reparaturmechanismus, die sogenannte Teleomerase. Sie setzt zu kurze Telemere wieder in Stand, so dass sich die Zelle weiter teilen – weiter leben kann. Die Emmy Noether Gruppen Leiterin, Dr. Tina Wenz, konnte nun zum ersten Mal im Modellorganismus zeigen, dass Gewebe, die von der Telomerase-Verkürzung betroffen sind, einen erhöhten Energiebedarf haben, der zur vorzeitigen Alterung beiträgt.

Die Schädigung der DNS ruft hierbei eine Aktivierung des Energiehaushaltes hervor. Ist der erhöhte Bedarf an Energie nicht durch die Ernährung gedeckt, kann dies zu einem Energiemangel und damit zu beeinträchtigter Gewebefunktion, Gewichtsverlust und schlussendlich zu vorzeitigem Tod führen. Wie das Team um Dr. Wenz feststellen konnte, beruht dies auf einer Blockierung bekannter alter-assoziierte Signalwege (IGF, mTOR) ausgelöst durch die DNS-Schädigung.

Diese molekularen Erkenntnisse erlauben nicht nur die funktionelle und molekulare Verknüpfung dieser Signalwege miteinander, sondern beschreiben zudem zum ersten Mal die molekularen Grundlagen für den veränderten Stoffwechsel im alternden Gewebe und damit für die veränderten Nährstoff-Anforderungen. Diese Veränderung konnten die Wissenschaftler ebenfalls in alternden menschlichen Zellen nachweisen.

Mit Blick auf eine Therapie-Entwicklung, konnten die Forscher zeigen, dass eine erhöhte Glukosegabe den energetischen Engpass behebt und damit die gestörten Signalwege und den mitochondrialen Energiehaushalte reaktiviert. Durch diese Reaktivierung verhindert die zusätzliche Glukose-Gabe die pathologischen Folgeschäden und erhöht signifikant die Lebensdauer.

Die Resultate dieser Arbeit könnten von weitreichender Bedeutung für die Behandlung von geriatrischen Patienten sein sowie für Patienten, deren Erkrankung mit einer DNS-Schädigung einhergeht. Diese Patienten leiden oft unter Mangelernährung und verringertem Körpergewicht. Beides Parameter, die mit verringerter Lebenserwartung einhergehen.

„In den vergangenen Jahren haben eine Reihe von experimentellen und klinischen Daten gezeigt, dass ein Übermaß an Kalorienzufuhr zu Übergewicht und Insulinresistenz, aber auch zu vorzeitiger Alterung und Demenz führen kann. Insofern sind diese neuen Daten überraschend“, so Dr. Michael Faust, Leitender Oberarzt am Zentrum für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin der Uniklinik Köln. „Allerdings ist auch bekannt, dass gerade in der älteren Bevölkerung Fehl- und Unterernährung nicht selten sind – und dass die Betroffenen eine ungünstige Prognose haben. Folgt man den nun vorliegenden Ergebnissen, könnte ihnen eventuell mit einfachen Mitteln geholfen werden –zum Beispiel mit einer zusätzlichen Zuckerlösung“, so Dr. Faust. Vielleicht komme es schlicht auf das Timing an, so der Mediziner. Während ein Übermaß an Kalorien dem gesunden Organismus schade, könnte es für bereits gealterte Zellen möglicherweise von Vorteil sein.

Natürlich können die Ergebnisse der Modellorganismen nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden, so Dr. Faust. Hierbei müsse insbesondere beachtet werden, dass viele ältere Menschen an Diabetes Mellitus Typ II leiden. Diesen käme eine zusätzliche Zuckerzufuhr wohl nicht zu Gute. Für alle anderen bestünde aber Hoffnung auf Besserung ihres Zustandes, wenn sich die Ergebnisse in klinischen Studien am Menschen reproduzieren ließen. Quelle: Uniklinik Köln

Originalarbeit:
Pavlos Missios, Yuan Zhou, Luis Miguel Guachalla, Guido von Figura, Andre Wegner, Sundaram Reddy Chakkarappan, Tina Binz, Anne Gompf, Götz Hartleben, Martin D. Burkhalter, Veronika Wulff, Cagatay Günes, Rui Wang Sattler, Zhangfa Song, Thomas Illig, Susanne Klaus, Bernhard O. Böhm, Tina Wenz, Karsten Hiller & K. Lenhard Rudolph. Glucose substitution prolongs maintenance of energy homeostasis and lifespan of telomere dysfunctional mice. Nature Communications 2014, doi: 10.1038/ncomms5924