Preisverleihung an Jürgen Grässlin: „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“

Heyne-Autor Jürgen Grässlin („Netzwerk des Todes – Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“) wurde am 22. November in Freiburg mit dem Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreis der INTA-Stiftung ausgezeichnet. Mit der Vergabe des Preises würdigt die Stiftung Menschen oder Initiativen, die sich in besonderer Weise um die Förderung des Friedens im Sinne der Stiftungsziele verdient gemacht haben. Jürgen Grässlin zählt seit vielen Jahren zu den profiliertesten Rüstungsgegnern Deutschlands. Er ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der aktuellen Kampagne »Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!« (bis 2017) sowie der Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.).

Jürgen Grässlin verband seinen Dank und seine Freude über die Auszeichnung mit einem dringenden Appell mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation:
„Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten. In genau dieser Situation befindet sich Deutschland inmitten dieser Dekade der Flüchtlingszuwanderung. Die Dominoeffekte der in vielen Staaten fehlgesteuerten Politik drohen einen politischen Flächenbrand auszulösen. Rechtsgerichtete Regierungen, die die Flüchtlingsabwehr propagieren, gewinnen europaweit Wahlen. Organisiert von der Grenzschutzagentur Frontex schottet sich Europa zusehends ab. Flüchtlinge werden an den Außengrenzen abgefangen, das Grundrecht auf Asyl ausgehebelt.

In Deutschland brennen schon heute Flüchtlingsheime. In Ostdeutschland schauen Polizisten vielfach weg, wenn der rassistische Mob wütet. So steht zu befürchten, dass die demokratie- und flüchtlingsfeindliche AFD in die Parlamente einziehen wird. Was also wird bleiben vom abendländisch geprägten Europa, das sich dem Erhalt des Friedens verpflichtet hat?

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, sehr geehrte Damen und Herren, jetzt schlägt die Stunde der standhaften, aufrichtigen und zivilcouragierten Demokratinnen und Demokraten. Deutschland im Winter 2015 fordert von uns mehr Mut und klarere Bekenntnisse als bisher – wo immer Schwache und Notleidende schikaniert, bedroht und verfolgt werden. Lasst uns gemeinsam kämpfen mit den Mitteln der Gewaltfreiheit für Demokratie, für Menschenrechte, für Frieden – für ein Deutschland der christlichen und humanistischen Werte.“ (Quelle: Heyne Verlag)

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