US-Studie: Frisör und Apotheker helfen bei der Blutdruckkontrolle

Der Besuch beim Frisör könnte eine gute Gelegenheit sein, in entspannter Atomsphäre über die Gesundheit zu reden und dabei auch den Blutdruck kontrollieren zu lassen. Der Erfolg einer US-Studie sollte nach Ansicht der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® Anlass sein, über ähnliche Modelle auch in Deutschland nachzudenken.

In keiner Bevölkerungsgruppe ist der Bluthochdruck in den USA so weit verbreitet wie bei Männern mit schwarzer Hautfarbe. Die meisten wissen nichts von ihrer Gefährdung, da sie selten zum Arzt gehen und ein zu hoher Blutdruck in der Regel keine Beschwerden verursacht. Der Besuch eines Barbershops gehört hingegen zum Lebensstil. Er ist Gelegenheit, Freunde zu treffen und über Gott und die Welt zu reden.

Eine Studie aus Kalifornien zeigt jetzt, dass der soziale Treffpunkt Barbershop genutzt werden kann, um die Blutdruckkontrolle in dieser Hochrisikogruppe zu verbessern. „Die Frisöre wurden angehalten, mit den Männern über das Problem Bluthochdruck zu reden und zu einem Treffen mit dem Apotheker einzuladen“, berichtet Professor Dr. med. Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Der Apotheker suchte einmal im Monat den Barbershop auf, um den Kunden den Blutdruck zu messen und Medikamente zu verteilen. Die Erlaubnis dazu hatte der Apotheker von den Hausärzten erhalten, die hierzu einen Vertrag mit dem Apotheker abgeschlossen hatten.“ Der Einbezug von Frisören erscheint etwas naheliegender wenn man weiß, dass Barbiere ja seit dem Mittelalter in die Gesundheitsversorgung einbezogen waren und Aderlässe und Zahnextraktionen vorgenommen hatten.

Wie erfolgreich diese Strategie sein kann, zeigen die Ergebnisse, die Ronald G. Victor vom Smidt Heart Institute in Los Angeles und weitere Mitarbeiter jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler hatten an 52 Frisörsalons 319 afroamerikanische Männer kontaktiert, bei denen der obere systolische Blutdruckwert zu Beginn im Durchschnitt bei 152,8 mmHg lag und die deshalb ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall hatten. Sechs Monate später war der Blutdruck im Durchschnitt auf 128 mmHg gesunken. Professor Krämer erläutert: „Knapp 90 Prozent der Männer hatten einen systolischen Blutdruck von unter 140 mmHg, der heute als normal eingestuft wird, weil er langfristig das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Hochdruckkranken vermindert.“

In einer zweiten Gruppe hatten die Frisöre ihre Kunden nur über die Risiken informiert und sie dringend ermahnt, ihren zu hohen Blutdruck vom Hausarzt behandeln zu lassen. Auch in dieser Gruppe wurde der Blutdruck nach sechs Monaten gesenkt, allerdings nicht so stark. Der durchschnittliche Wert lag nach sechs Monaten bei
145,4 mmHg. Nur ein Drittel hatten einen Normalwert von unter 140 mmHg erreicht.

Für Professor Hoyer, Direktor der Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum Marburg zeigt die Studie, dass es wichtig ist, die Betroffenen in ihrer gewohnten Umgebung anzusprechen und einen niedrigschwelligen Zugang zur Blutdruckkontrolle zu ermöglichen. „Durch das Gespräch mit dem Frisör wird der Bluthochdruck zu einem Thema im Alltag und die Betreuung durch den Apotheker hat sicherlich die Bereitschaft gefördert, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und die Medikamente einzunehmen, obwohl man sich eigentlich gesund fühlt“, sagt der Experte.

 Ähnliche Modelle kann sich die Deutsche Hochdruckliga durchaus auch für Deutschland vorstellen. „Auch hier gibt es Betroffene, die nichts von ihrem Bluthochdruck wissen und selten zum Hausarzt gehen“, sagt Professor Hoyer. „Häufiger kommen viele jedoch an einer Apotheke vorbei oder sind beim Betriebsmediziner“, so der Experte. „Diese Kontakte sollten für eine vermehrte Aufklärung über die Gefahren von unerkanntem Bluthochdruck und seiner möglichen Behandlung durch einen Arzt genutzt werden.“ Anders als in den USA dürfen Apotheker in Deutschland zwar den Blutdruck messen, aber eigenständig keine Blutdruckmedikamente ausgeben, könnten jedoch den Patienten an seinen Hausarzt verweisen.

Quelle:

Ronald G. Victor, M.D., Kathleen Lynch, Pharm.D., Ning Li, Ph.D., Ciantel Blyler, Pharm.D., Eric Muhammad, B.A., Joel Handler, M.D., Jeffrey Brettler, M.D., Mohamad Rashid, M.B., Ch.B., Brent Hsu, B.S., Davontae Foxx-Drew, B.A., Norma Moy, B.A., Anthony E. Reid, M.D., et al. A Cluster-Randomized Trial of Blood-Pressure Reduction in Black Barbershops. New England Journal of Medicine 2018; doi: 10.1056/NEJMoa1717250

Abstract der Studie

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1717250

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Innovation und Kreativität in der Medizin

Digitales Entlassmanagement recare gewinnt Querdenker-Preis 

Rund 500 Millionen Euro werden in Deutschland jährlich von Krankenhäusern für pflegebedingte Verzögerungen bei der Patientenentlassung ausgegeben. Nicht zuletzt trägt dies dazu bei, dass voraussichtlich bis 2020 bald jedes vierte bis fünfte Krankenhaus von Insolvenz bedroht ist.

Das junge Start-up recaredigitalisiert und optimiert das Entlassmanagement der Krankenhäuser, sodass Patienten schnell und unkompliziert von der stationären in die ambulante Versorgung überführt werden. So werden Krankenhäuser sowie Pflege- und Rehadienstleister durch einen besseren Informationsfluss verknüpft und finanziell wie personell entlastet. Beim 124. Internistenkongress zeichnete Kongresspräsident Professor Dr. med. Cornel Sieber recare mit dem Querdenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) aus. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Die durchschnittliche Verweildauer in deutschen Krankenhäusern hat sich in den vergangenen 25 Jahren um die Hälfte reduziert. Die schnelleren Entlassungen haben Krankenhäuser und Angehörige zunehmend vor die Herausforderung gestellt, den Patienten zeitig in die ambulante Versorgung zu überführen. Gleichzeitig stehen Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen einem gestiegenen Zulauf von ambulanten Patienten gegenüber. „recare ist eine moderne und effiziente Antwort auf diese Herausforderungen, denen alle Beteiligten im heutigen Gesundheitssystem ausgesetzt sind“, erklärt Kongresspräsident Professor Dr. med. Cornel Sieber, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Direktor Institut für Biomedizin des Alterns, Universität Erlangen-Nürnberg. „Mit der Digitalisierung des Entlassmanagements ist eine Lücke zwischen Krankenhaus und Pflegediensten geschlossen worden. Gleichzeitig können sich die Angehörigen auf einen reibungslosen und unkomplizierten Übergang zwischen stationärer und ambulanter Pflege verlassen.“ Diese innovative Idee würdigt die DGIM mit ihrem Querdenker-Preis 2018, der auf dem 124. Internistenkongress im April 2018 vergeben wurde.

Die Erfinder der Software-Plattform recare ermöglichen Krankenhäusern digitale, automatische Buchungen von Rehaplätzen im Anschluss des Krankenhausaufenthaltes in Echtzeit. Hierfür nutzt das recare-System künstliche Intelligenz. Es lernt im Laufe der Zeit, welche Kapazitäten und Präferenzen vorliegen und kann so die Patienten an die für sie individuell passenden Nachversorger in der nächsten Umgebung vermitteln. Das System versendet vor dem Entlassungstermin bereits eine Anfrage an die Reha-Einrichtung, die Patienten dann annehmen oder ablehnen – je nach verfügbaren Ressourcen. „Durch diese automatisierten Abläufe werden keine neuen Arbeitsressourcen gebunden und die Arbeitskräfte seitens der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen werden entlastet“, ergänzt Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. „Das ist ein hoch relevanter Aspekt in der heutigen medizinischen Versorgung, wo Pflegepersonal und Ärzte oft durch bürokratische Arbeiten wertvolle Zeit mit dem Patienten verlieren.“ Neben dieser zeitlichen Einsparung besteht noch ein Vorteil: Durch direkte Vermittlung der Patienten an die Nachversorger entsteht ein hoher Grad an Transparenz. Betrugsfälle, die im Pflegesegment in den vergangenen Jahren gehäuft durch unseriöse Anbieter vorkamen, können verhindert sowie die Qualitätsstandards gewährleistet werden.

Mit dem Querdenker-Preis würdigt die DGIM kreative und innovativ denkende Personen, Organisationen oder Firmen, die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern und befruchten, insbesondere im Bereich der digitalen Medizin. Das Preisgeld wird von der Firma Custo Med mit Firmensitz in Ottobrunn gestiftet.

Erstmals verliehen wurde der Preis im Rahmen der Preisträgersitzung beim 122. Internistenkongress. Personen, Organisationen oder Firmen mit innovativen und kreativen Projekten – vorzugsweise aus der digitalen Medizin – können sich direkt bei der DGIM für den Preis bewerben. Die Bewerbungsmodalitäten gibt die Fachgesellschaft rechtzeitig bekannt.

Frauen gründen: Konferenz an der Frankfurt School am 8. Juni

Persönliche Erfolgsrezepte, wissenschaftliche Hintergründe und professionelles Know-how stehen im Fokus der Gründerinnenkonferenz, die die Frankfurt School am Montag, 8. Juni 2015, gemeinsam mit der Zeitschrift Cosmopolitan auf ihrem Campus in der Frankfurter Sonnemannstraße 9-11 veranstaltet. Beginn ist um 12 Uhr. Frauen, die über die Selbstständigkeit nachdenken, junge Gründerinnen und erfahrene Unternehmerinnen diskutieren Chancen, Fallstricke und Erfolgsrezepte der Firmengründung und stellen sich den Fragen der Teilnehmerinnen.

Gründerinnen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Mode, Genuss, Personalberatung und Technik kommen zu Wort. Neben Freya Oehle von Spottster und Diana Knodel von Appcamps werden Jelena Hofmann vom Fashionlabel holyghost, Kim Johansson von Sales Ahead und Chalwa Heigl (dergugl.de) über ihre Erfahrungen beim erfolgreichen Aufbau einer Firma berichten. Welche wichtige Rolle die Gründungsfinanzierung und ein überzeugender Business Plan bei der Unternehmensgründung spielt, erläutert Professor Dr. Marc Umber, Juniorprofessor für Corporate Finance an der Frankfurt School. Die Gründungsberaterin und Trendforscherin Dr. Monique R. Siegel referiert zu „Erfolgreich in die Selbstständigkeit – Wegweiser in unsicherem Terrain“.

Den ganzen Tag über können sich Teilnehmerinnen über Fort- und Weiterbildungen, Beratung und Finanzierung von Gründungen informieren. Die Frankfurt School stellt ihre Executive Education sowie den Frankfurter Gründerfonds vor.

Unter allen Teilnehmerinnen verlost die Frankfurt School einen Platz beim Seminar „Women’s Excellence in Leadership” im Wert von 1.490 Euro sowie zwei Plätze für das Coaching „Karriereplanung mit System“ (Wert je 690 Euro) und drei Plätze für je ein zweistündiges Einzelcoaching (Wert je 490 Euro). Voraussetzungen sind eine verbindliche Anmeldung und die Teilnahme an der Konferenz. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Veranstaltung ist öffentlich und die Teilnahme daran ist kostenlos. Das genaue Programm finden Sie hier und auf www.cosmopolitan.de/work zu finden. Um eine verbindliche Anmeldung unter work@cosmopolitan.de wird gebeten.

Metropolregion Rhein-Neckar: Ein riesiges ökonomisches und gesellschaftliches Potenzial wird verschenkt

Fast die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland wird von Menschen mit ausländischen Wurzeln gegründet – Menschen, die hier geboren oder zugewandert sind. Der Großteil schafft es jedoch nicht, die eigene Firma zu etablieren. Das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim hat in einer Studie Gründe dafür ermittelt und will lokale Wirtschaftsförderer in Baden-Württemberg dafür sensibilisieren.

Dönerbude, Pizzeria oder Gemüseladen – das Klischee des typischen Migrantenunternehmens gilt nicht mehr. Längst hat sich die Branchenverteilung der deutschen Firmenlandschaft angenähert: Nur noch ein Drittel der Unternehmen ist in Gastronomie und Handel angesiedelt. 50 Prozent sind im Dienstleistungssektor aktiv. Vor allem wissensintensive Berufe wie Rechtsanwalt, Arzt oder Informatiker nehmen dabei einen großen Platz ein.

„Diese Bandbreite wird von Städten und Kommunen oft unterschätzt und auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Chancen werden übersehen“, sagt die Soziologin Lena Werner. Sie und weitere Wissenschaftler des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim haben in einer Studie, die im Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert wird, untersucht, in welchen Bereichen Migrantenunternehmen besondere Unterstützung benötigen. Schließlich hätten sie eine wichtige Funktion: Sie pflegen deutlich häufiger Geschäftskontakte ins Ausland und sind damit Treiber transnationaler Geschäftsbeziehungen auf lokaler Ebene. Zudem stellen sie als Arbeitgeber wesentlich häufiger Auszubildende mit Migrationshintergrund ein als deutsche Firmen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Eines der größten Probleme von Migrantenunternehmen ist laut der Studie des ifm die Gewinnung von Fachkräften. Rund 80 Prozent aller untersuchten Gründerinnen und Gründer haben damit zu kämpfen. „Migrantenunternehmen schaffen es wesentlich seltener, eine Stelle zu besetzen als deutsche Firmen und geben an, dass ausgewählte Fachkräfte den Job im Nachhinein häufig ablehnen“, erklärt Lena Werner. Das ifm analysiert deshalb die Qualifizierungs- und Rekrutierungsstrategien von Migrantenunternehmen und erarbeitet Konzepte zur Stärkung der Fachkräfteentwicklung.

Laut der ifm-Studie nimmt außerdem nur ein Drittel aller Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund öffentliche Beratungsangebote wahr. „Berührungsängste mit Behörden, teils auch durch Diskriminierungserfahrung ausgelöst, spielen hierbei eine Rolle und sind gerade in der Anfangsphase hinderlich“, sagt die Wissenschaftlerin.

Das Institut für Mittelstandsforschung will deshalb lokale Wirtschaftsförderer, Ausländerbehörden, Handelskammern und andere Institutionen für die Probleme dieser Zielgruppe sensibilisieren. Erste Transferworkshops in Mannheim haben bereits stattgefunden, weitere sind in Stuttgart und Heilbronn geplant. Das ifm baut darüber hinaus eine Datenbank mit allen Gründungsberatungen in der Region auf, die auch auf Einrichtungen speziell für Migrantenunternehmen verweist.

Zur Studie: http://www.netzwerk-iq-ifm.de

Eine mitdenkende Wohnung fürs Leben

Eine vernetzte Wohnung, die die Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit von Familien, Singles und Senioren fördert: Daran werden 14 Projektpartner aus Ostwestfalen-Lippe in den kommenden drei Jahren gemeinsam arbeiten, und zwar im neuen regionalen Innovationscluster „KogniHome“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit acht Millionen Euro bis 2017.

Geleitet wird KogniHome von CITEC, dem Exzellenzcluster der Universität Bielefeld. Weitere Partner sind unter anderem der Hausgerätehersteller Miele, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und das Unternehmen Hella aus Lippstadt. Einschließlich der eigenen Mittel, die von den Projektpartnern kommen, liegt das Gesamtvolumen bei 11,3 Millionen Euro.

Die Bewohner sollen mit der vernetzten Wohnung über alltagsübliche Sprache und Gestik in Kontakt treten können. Die Wohnung soll unter anderem in Form eines Avatars – einer digitalen Person – kommunizieren. Um die Gesundheit ihrer Bewohner zu fördern, erhält die Wohnung zum Beispiel die Fähigkeit, dezent auf mangelnde Bewegung oder Fehlhaltungen hinzuweisen und Verbesserungsvorschläge zu geben. Ebenfalls soll die Wohnung eine Person warnen, wenn sie feststellt, dass ihr eine körperliche Überforderung droht.

Eine „digitale Küche“ soll den Bewohnern assistieren, etwa indem sie deren Kochaktivitäten begleitet, Varianten für Rezepte vorschlägt und frühzeitig warnt, bevor ein Gericht anbrennt. „Sie kann zum Beispiel auch in der Lage sein, Zubereitungsvorlieben und -gewohnheiten der Nutzer zu speichern, um so eine Art ,personalisiertes Kochgedächtnis‘ aufzubauen“, sagt Dr. Eduard Sailer, Geschäftsführer Technik der Miele Gruppe. Auch außerhalb der Küche sind automatische Hilfestellungen vorgesehen: So kann eine intelligente Tür Besucher begrüßen und den Bewohner an Termine erinnern und daran, den Wohnungsschlüssel einzustecken. Zum Eingangsbereich wird ein mitdenkender Garderobenspiegel gehören. Er weist zum Beispiel darauf hin, ob der Bewohner Kleidung trägt, die zum Wetter passt.

„Car2Come“ Fahren wie von Geisterhand

Seit mehr als zehn Jahren forschen Ingenieure und Informatiker um Professor Klaus Dietmayer zum hochautomatisierten und autonomen Fahren. Ein Ziel ihrer Forschungsinitiative „Car2Come“: Selbststeuernde „Taxis“ sollen Fahrgäste zu einem bestimmten Zeitpunkt abholen, souverän durch den innerstädtischen Verkehr chauffieren und sogar ohne Fahrereingriff einparken können. Zu einer Probefahrt im führerlosen Auto laden wir Sie als Medienvertreter am Freitag, 25. Juli (9:00 Uhr), an die Universität Ulm ein.

Ohne Fahrer, aber vollkommen souverän biegt das Auto vom Berliner Ring in die Albert-Einstein-Allee. Das autonome Fahrzeug passiert den Kreisel beim Daimler-Forschungszentrum, bremst an den Bushaltestellen sowie am Zebrastreifen aus Rücksicht auf Fußgänger ab und steuert in Richtung Chirurgie. Hier soll das „Roboter-Taxi“ einen Patienten abholen, der es für Punkt 11:30 Uhr angefordert hat. Es hat also noch genügend Zeit, um einen Halteplatz zu suchen und wie von Geisterhand gesteuert einzuparken. „Autonomes Fahren, bei dem das Auto in jeder erdenklichen Situation eigenständig agiert, ist noch Zukunftsmusik. Aber schon jetzt funktioniert ,hochautomatisiertes‘ Fahren bei Teilmanövern und in einfachen, gut strukturierten Umgebungen. In der nächsten Fahrzeuggeneration werden bereits Serienfahrzeuge automatisiert über ausgewählte Autobahnabschnitte rollen und auf Privatgeländen automatisch einparken können“, sagt Professor Klaus Dietmayer, Leiter des Instituts Mess-, Regel- und Mikrotechnik an der Universität Ulm.

An der Vision vom führerlosen Fahren im „Car2Come“ arbeiten Ingenieure und Informatiker um Dietmayer seit über zehn Jahren. Zum aktuellen Kernteam des automatisierten Fahrens der Universität Ulm gehören die Wissenschaftlichen Mitarbeiter Jürgen Wiest, Dominik Nuss und Felix Kunz – aber auch weitere fünf Doktoranden sowie exzellente Masterstudenten haben bereits Ideen und Softwaremodule beigesteuert. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem besonders herausfordernden innerstädtischen Verkehr, in dem sich Fahrzeuge und Fußgänger auf engem Raum und in einer teils unübersichtlichen Umgebung bewegen. In den Forschungsabteilungen der Automobilindustrie wird hingegen eher zum automatisierten Fahren in einfachen Umgebungen geforscht – zum Beispiel auf Autobahnen. Quelle: Universität Ulm

Sauberer Strom aus Abwärme

Siemens hat eine Technologie entwickelt, um aus bisher ungenutzter Abwärme Strom zu erzeugen. Die Lösung nutzt Silikonöle, die im Vergleich zu Wasser eine niedrigere Verdampfungsenthalpie haben. Hintergrund ist, dass die in Industrieanlagen oder Kraftwerken anfallende Abwärme oft nicht genug Energie besitzt, um eine Turbine mit Wasserdampf zu betreiben. Siemens stellte das sogenannte Organic Rankine Cycle Modul kürzlich vor. Hier treibt das Arbeitsmedium eine Turbine an, kühlt ab und geht wieder in seinen flüssigen Anfangszustand über. So lässt sich ohne zusätzlichen Einsatz von Energie oder Rohstoffen und ohne zusätzliche Kohlendioxidemissionen Strom erzeugen.

Konventionelle Kraftwerke verwandeln üblicherweise nur etwa 50 Prozent der eingesetzten Brennstoffenergie in Strom, die Abwärme wird meist über einen Kühlturm abgeführt. Auch in der Chemie-, Glas-, Papier- oder Stahlindustrie – um nur einige Beispiele zu nennen – fällt eine Menge Abwärme an. Oft wird sie genutzt, um andere Substanzen vorzuwärmen. Ist das nicht möglich und ist die Abwärme-Temperatur für den Betrieb einer konventionellen Dampfturbine zu niedig, „verpufft“ die wertvolle Energie.

Siemens-Ingenieure verwandeln diese Energie nun mit Hilfe von Silikonölen in Strom. Diese Öle haben eine wesentlich niedrigere Verdampfungsenthalpie als Wasser und können schon mit etwa 300 Grad heißer Abwärme genutzt werden.

Das Organic Rankine Cycle (ORC) Modul leitet sich vom so genannte Rankine Cycle, einem geschlossenen Kreislauf für mit Wasserdampf betriebene Kraftmaschinen ab, nur dass hier organische Silikonöle als Arbeitsmedium dienen. Das Öl nimmt über einen Wärmetauscher die Abwärmeenergie auf. Es verdampft, treibt eine Turbine an, wird in einem Kondensator wieder vollständig verflüssigt und zum Verdampfer zurückgepumpt. Die beim Abkühlen freiwerdende Wärme wird ebenfalls für das Vorwärmen des Öls zurückgewonnen.

Das ORC-Modul hat eine Leistung von bis zu zwei Megawatt -mittelfristig sollen Varianten mit höhernen Leistungen dazukommen. Herzstück des Moduls ist die bewährte Dampfturbine SST-060, die bereits über 850 Mal erfolgreich installiert wurde. Das verwendete Silikonöl ist chlorfrei und nicht toxisch.

Insgesamt sind die Investitionskosten sowie der Wartungsaufwand für ein ORC-Modul vergleichsweise gering. Sein Betrieb ist gegenüber konventionellen, mit Wasserdampf betriebenen Turbinen einfacher, unter anderem wegen den geringeren Temperaturen und Drücke. Das ORC-Modul hat einen Automatik-Modus und benötigt kein zusätzliches Personal. Damit bietet es eine sehr wirtschaftliche Möglichkeit, Energie-Rohstoffe effizienter zu nutzen. Quelle: Siemens

Ein französisches Start-up installiert ein Mini-Kraftwerk auf einer Biogasanlage

Abwärme in Strom umwandeln: Ein französisches Start-up installiert ein Mini-Kraftwerk auf einer Biogasanlage

Das auf ORC-Systeme (Organic Rankine Cycle) zur Umwandlung von Abwärme in Strom spezialisierte Start-up aus Marseille, Enogia, hat auf einer Biogasanlage eines Bauernhofs in Côtes d’Armor eine kleine, hoch innovative Turbine installiert, die wie ein Stromkraftwerk funktioniert. Es ist das erste Mal, dass in Frankreich ein ORC-System für eine kleine Anlage (100 kW) eingerichtet wurde.

Mit dieser Anlage werden drei Ziele verfolgt:

– Die Verwertung von Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen (Gülle, Pflanzen) durch die Verbrennung von Biogas in einem BHKW-Motor (100 kW)

– Die Verwertung der in den Motorabgasen enthaltenen Abwärme mit dem ORC-System (5 bis 7 zusätzliche kW).

– Die Verwertung landwirtschaftlicher Abfälle: Die bei der Methanisierung entstehenden Gärreste können bei allen Kulturen eingesetzt werden. Dadurch lässt sich die Verwendung von Stickstoff-Düngemitteln um 50% bis 100% reduzieren.

Das Prinzip des ORC-Systems besteht darin, dass die vom Motor erzeugte Wärme über ein Arbeitsfluid in Nutzenergie umgewandelt wird. Kommt das Fluid mit den Abgasen in Berührung, wandelt es sich in unter Druck stehenden Dampf um, mit dem eine Turbine angetrieben wird. Durch die Rotation der Turbine wird Strom erzeugt. Die von Enogia vertriebenen kleinen Turbinen (Leistungsbereich von 5 bis 100 kW) werden in Kooperation mit dem französischen Institut für Erdöl und neue Energien (IFPEN) entwickelt [1]. Diese Turbinen haben nur sehr wenige Verschleißteile und sehr wenige Teile in Relativbewegung, was ihnen eine hohe Zuverlässigkeit und einen geringen Wartungsaufwand verleiht. Mit der in Côtes d’Armor installierten Turbine können 5 – 7% zusätzlicher Strom erzeugt werden.

Kosmetikprodukte: Biowachspartikel als Alternative zu Mikroplastik

Primäres und sekundäres Mikroplastik landet über die Nahrungskette wieder auf unserem Teller. Fraunhofer UMSICHT/Matthias Holländer

Mikroplastik ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Abrasionspartikel in der Zahnpasta sind nur ein Beispiel für die unterschiedlichsten Anwendungen von Mikroplastik in der Kosmetikindustrie. Doch das Material steht seit einiger Zeit in der Kritik, da es sich in der Umwelt ansammelt und häufig Schadstoffe aufnimmt, die über Umwege auch in den menschlichen Körper gelangen können. Laut IKW, dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V., möchte die Kosmetikindustrie schon in naher Zukunft auf den Einsatz von Mikroplastik verzichten. Fraunhofer UMSICHT stellt mit einem innovativen Verfahren marktfähige Alternativen her, die Forscher setzen dabei auf natürliche Materialien.

Als Mikroplastik werden kleine Plastikteilchen bezeichnet, die zwischen fünf Mikrometer und maximal fünf Millimeter groß sind. Sie begegnen uns in unserem täglichen Leben in den verschiedensten Kosmetikprodukten – vom Duschgel über Gesichtscreme bis zur Zahnpasta. Dabei werden die Gefahren, die von Mikroplastik ausgehen, seit längerem diskutiert: Über das Abwasser gelangt es in die Umwelt, wo sich an den Teilchen Schadstoffe, etwa Insektizide wie beispielsweise Dichlordiphenyltrichlorethan DDT, anlagern. Wird das Mikroplastik von Muscheln, Krebsen und anderen Meeresbewohnern gefressen, werden die Schadstoffe vom Tier aufgenommen, wo sie Entzündungen und Krankheiten hervorrufen können. Letztlich geraten die Schadstoffe so auch wieder in unsere Nahrungskette. Mikroplastik wurde schon in Honig, Trinkwasser und Bier nachgewiesen.

Mikroplastik in Kosmetik muss nicht sein

Mikroplastik gelangt auf zwei Wegen in die Umwelt: Zum einen zerfallen größere Plastikgegenstände wie Tüten oder Flaschen durch Sonneneinstrahlung und mechanische Einwirkungen. Das Mikroplastik entsteht also erst mit der Zeit, weswegen es auch als »sekundäres Mikroplastik« bezeichnet wird. Eine andere Quelle sind Produkte, in denen von vornherein Mikroplastik enthalten ist. Hier spricht man von »primärem Mikroplastik«. Die für den Peeling-Effekt in Zahnpasta, Duschgels etc. verwendeten Kleinst-Plastikpartikel aus Polyethylen PE oder Polypropylen PP werden über das Abwasser in die Meere gespült, da sie in Kläranlagen nur schwer herausgefiltert werden können.

Gegen Mikroplastik, das bei der Zersetzung von größeren Kunststoffteilen entsteht, kann zum jetzigen Zeitpunkt nur wenig unternommen werden. »Mikroplastik in Kosmetikprodukten muss jedoch nicht sein«, so der Wissenschaftler Dr. Sebastian Pörschke, der bei Fraunhofer UMSICHT zum Thema Biowachspulver und dessen Anwendungsmöglichkeiten forscht, und fügt hinzu: »Hier könnten auch alternative Werkstoffe eingesetzt werden. Sand und Nussschalen zum Beispiel oder Salze. Sand und Nussschalen wirken jedoch sehr abrasiv in den Verarbeitungsanlagen und lassen diese schnell verschleißen; und Salze sind wasserlöslich, weshalb sie nicht für alle Produkte geeignet sind.«

An einer besonders vielversprechenden Alternative auf Basis von Biowachsen wird zurzeit bei Fraunhofer UMSICHT gearbeitet. Bienenwachs, Karnaubawachs oder Candelillawachs sind nachwachsende Rohstoffe und – im Gegensatz zu Kunststoffen und Biokunststoffen – in Wasser relativ schnell biologisch abbaubar. Wir nehmen solche Wachse übrigens als Bestandteil vieler Lebensmittel, beispielsweise in Form von Überzügen von Süßigkeiten, nahezu täglich auf.

Biowachspartikel nach Kundenwunsch

Fraunhofer UMSICHT kann mit der vorhandenen Verfahrenstechnik sowohl kaltgemahlene Biowachspulver als auch Pulver mit einem Hochdruckverfahren (PGSS, Particles from Gas Saturated Solutions) herstellen. Die kaltgemahlenen Partikel entsprechen in Größe und Form dem klassischen Mikroplastik. Es handelt sich um kubisch gebrochene Partikelformen, also kompakte Partikel mit geschlossenen Oberflächen.

Die Untersuchung von unterschiedlichen Kosmetikprodukten hat ergeben, dass das enthaltene Mikroplastik häufig eine Partikelgröße von etwa 100 bis 500 Mikrometer aufweist. Für die Herstellung dieser Partikelgröße eignet sich auch das Hochdruckverfahren. Das Wachs wird aufgeschmolzen und mit überkritischem Kohlenstoffdioxid bei hohen Drücken vermischt. Fraunhofer UMSICHT verwendet Kohlenstoffdioxid, das als Abgas bei der Düngemittelherstellung entsteht. Anstatt direkt in die Atmosphäre zu gelangen, wird das Abgas auf diese Weise noch einmal sinnvoll genutzt. Die Mischung wird anschließend durch eine Düse auf Umgebungsdruck entspannt, wobei das Wachspulver entsteht – bei Fraunhofer UMSICHT bis zu 300 kg Pulver pro Stunde. Im Gegensatz zum bisher gängigen Mahlverfahren können so speziell konfektionierte Partikel produziert werden. »Je nach Kundenwunsch sind Kugeln, poröse Partikel, Mikroschwämmchen oder unterschiedliche Fasern möglich, um nur einige Beispiele zu nennen«, erklärt Pörschke.

Zurzeit wird in Oberhausen an weiteren Biowachsen wie Beerenwachs, Reiswachs oder auch Sonnenblumenwachs geforscht. Man ist sich einig, mit den pulverisierten Biowachsen zur Lösung des Mikroplastik-Problems beitragen zu können.

Die Biowachspartikel, die mit dem Hochdruckverfahren hergestellt werden, sind nicht nur auf ihre abrasive Wirkung beschränkt, sondern könnten mit einer zusätzlichen Funktion ausgestattet werden. Pörschke: »Mikroschwämme etwa könnten neben ihrer Peeling-Eigenschaft zusätzlich auch als Transportpartikel für flüssige Wirkstoffe dienen.« Denkbar sind auch Partikel, in denen eine Flüssigkeit oder ein Feststoff verkapselt sind, die bei Gebrauch gezielt freigesetzt werden. Die Diskussion um das Thema Mikroplastik und seine vielversprechenden Alternativen bleibt spannend. Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

 

 

Zertifizierung von Lebensmitteln erhält Artenvielfalt

Göttinger Agrarökologen zeigen, wie der Biodiversitätsschutz bei Kaffee und Kakao profitiert

Die Zertifizierung von Lebensmitteln ist ein geeignetes Mittel, um eine umweltfreundliche Produktion in artenreichen Regionen sowie gleichzeitig eine sozio-ökonomische Besserstellung der dortigen Landwirte zu erreichen. Davon profitieren vor allem die Tropen, die durch den weltweit größten Artenreichtum geprägt sind und dabei besonders tropische Agroforstsysteme, die wegen ihrer großen Biodiversität einen besonderen Platz innerhalb der tropischen Anbauflächen einnehmen. Das haben Agrarökologen unter der Leitung der Universität Göttingen herausgefunden, die sich in ihrer Studie auf Kaffee- und Kakaoplantagen konzentrieren. Die Ergebnisse sind online in der Fachzeitschrift Conservation Letters erschienen.

Artenreicher Schattenkaffee aus Nicaragua. Foto: Robert Rice

Artenreicher Schattenkaffee aus Nicaragua. Foto: Robert Rice

Beispielhaft für den Erfolg der Zertifizierung ist der Anbau von Vogel-freundlichem Kaffee in Lateinamerika: Durch den Erhalt vieler großer Schattenbaumarten im Kaffee-Agroforst werden geeignete Winterquartiere für nordamerikanische Zugvögel erhalten. Die Einwohner Nordamerikas zahlen für diesen Vogelschutz einen höheren Kaffeepreis. Auch die Zertifizierung durch Öko-Labels wie Rainforest Alliance ermöglicht dem Landwirt ein höheres Einkommen als Ausgleich für den Verzicht auf landwirtschaftliche Intensivnutzung. „Grundlegendes Problem bei der bisherigen Zertifizierungspraxis ist, dass sich die Zertifizierung auf eine Anbaufläche oder einen Betrieb beschränkt. Die Existenz der dort lebenden Arten hängt aber von der Struktur der umgebenden Landschaft ab. Nur bei einem reichen Artenpool in der Landschaft können auch lokal viele Arten vorkommen“, sagt der Göttinger Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke, Erstautor der Studie. Gibt es in der Landschaft oder Region nur noch wenige Arten, kann das System der Landnutzung noch so umweltfreundlich gestaltet sein – es kann dann nicht zu einer artenreichen Besiedlung kommen.

Prof. Tscharntke fordert deshalb, diese Diskrepanz zwischen dem Management auf lokaler sowie umgebender Landschaftsebene bei zukünftigen Zertifizierungen stärker zu berücksichtigen. „Es wäre möglich, dem Landwirt nicht nur lokale Standards aufzuerlegen, sondern ihn auch Standards auf der Landschaftsebene erfüllen zu lassen, zum Beispiel mit einem Verbot der Waldrodung“, so Prof. Tscharntke. Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Originalveröffentlichung: Teja Tscharntke et al. (2014) Conserving biodiversity through certification of tropical agroforestry crops at local and landscape scales. Conservation Letters. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/conl.12110/abstract