Buchempfehlung: WordPress für Dummies

Dieses Buch führt Sie Schritt für Schritt zu Ihrem eigenen Blog mit WordPress, angefangen bei der Installation über Ihren ersten Blog-Eintrag bis zum individuell gestalteten Design mit Themes. Es hilft Ihnen beim Managen des fertigen Blogs, beim Einbinden von Fotos und Videos und dem Verwalten von Besucherkommentaren und zeigt Ihnen, wie Sie WordPress mit Plug-ins erweitern. Darüber hinaus erhalten Sie viele hilfreiche und nützliche Tipps rund ums Bloggen, wie zum Beispiel zu RSS-Feeds oder zur Auswahl eines Web Hosts.

1. Auflage November 2013
24,99 Euro
2013. 431 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-527-70997-7
Wiley-VCH, Weinheim

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22.11.2013 – Marketing Symposium Mannheim / Vergabe Digi-Med-Preis 2013 des BVMM

Unter der Leitfrage “Digitales Business – Wie jetzt ? Wo sind die Nischen für Unternehmen und Start-Ups?” lädt das 9. Marketing Symposium Mannheim Geschäftsführer, Marketingmitarbeiter, Dozenten, Studenten und Marketinginteressierte zum Wissensaustausch ein. Durch eine Neuerung des Konzepts des Marketing Symposiums erwarten Sie am 22. November 2013 drei exklusive Referenten aus der Medienbranche, die Ihnen ihr Know-How sowie ihre individuellen Erfahrungen in einzelnen Vorträgen vermitteln.

In anschließenden Diskussionsrunden mit weiteren hochkarätigen Gästen laden wir Sie ein, an spannenden Gesprächen teilzunehmen. Ebenfalls neu im Programm ist die Verleihung des DigiMed Preises durch Studiendekan und Organisator des Marketing Symposiums Prof. Dr. Gerald Lembke. Der Preis kürt hervorragende Arbeiten, die neue Wege im Marketing mit digitalen Medien gehen und mit überraschenden Ideen überzeugen können.

Weitere Infos und kostenlose Anmeldung: http://www.marketing-symposium.net/

Buchempfehlung: Thomas Grüter – Offline!

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Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft

Noch in diesem Jahrhundert wird die Informationsgesellschaft zusammenbrechen, weil die globalen Informationsnetze zerreißen werden. Das ist die provozierende These des Wissenschaftlers und Sachbuchautors Thomas Grüter.

Das Internet sieht aus wie eine wunderbare neue Welt, in der Entfernungen keine Rolle spielen, Freunde immer ansprechbar sind und alles Wissen der Menschheit stets zur Verfügung steht. Tatsächlich ist das Internet eine künstliche Struktur, die mit immens hohem Aufwand in Betrieb gehalten wird. Dennoch vertrauen wir dieser störanfälligen Schöpfung unsere wichtigsten Schätze an: all unser gesammeltes Wissen und die Steuerung der Infrastrukturen, die uns am Leben erhalten.

ISBN-13: 978-3642377365
266 Seiten
19,99 €

Der Autor weist schlüssig nach, dass

  • die Informationsgesellschaft kritisch vom Internet abhängt,
  • die Funktion des Internets in wenigen Jahrzehnten akut gefährdet ist,
  • technische Infrastrukturen wie Stromleitungen und Kommunikationsnetze vom Verfall bedroht sind,
  • zwischen den Versorgungssystemen immer mehr tückische Kreuzabhängigkeiten entstehen,
  • Weltfrieden und Welthandel brüchig sind,
  • der Untergang der Informationsgesellschaft fast unvermeidlich ist.

Undenkbar? Unser größter Fehler wäre, uns in falscher Sicherheit zu wiegen. Wir müssen handeln.

Ein wichtiges und aufrüttelndes Buch zur rechten Zeit!

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Der Wissenschaftsautor Thomas Grüter stellt in diesem brisanten Buch die Grundlagen und die Entwicklungschancen der Informationsgesellschaft auf den Prüfstand. Er kommt zu dem erschreckenden Schluss, dass sie wahrscheinlich keine 50 Jahre mehr bestehen wird.

Augsburger Gestalterinnen entwickeln App für Online-Shops

Anika Sanwald und Stefanie Steinbach sind mit dem Zukunftspreis Kommunikation 2013 ausgezeichnet worden. Die beiden Absolventinnen des Masterstudiengangs Interaktive Mediensysteme der Hochschule Augsburg kamen mit ihrer Lifestyle-App „Dressaffair“ auf den 1. Platz.

Dressaffair ist ein Portal für Online-Shops und bietet ein rundum komfortables Einkaufserlebnis. Dies beginnt schon bei der Auswahl eines Kleidungsstückes, das shopübergreifend ausgesucht werden und mit den bereits im Kleiderschrank befindlichen Stücken virtuell kombiniert werden kann. So lässt sich schon vorher feststellen, ob Schnitt und Look zusammenpassen. Müssen Artikel dennoch einmal zurückgesandt werden, bietet die App auch hierfür eine Reihe praktischer Im Lösungen. DRESSAFFAIR schließe so die Lücke zwischen Onlinehandel und realem Einkaufserlebnis, die somit miteinander verbunden werden, so die Jurybegründung, die ausweislich auch die große Marktreife und Ausarbeitung des Produktes lobte.

Ideen zur interaktiven Schaufenstergestaltung werden ebenfalls mitgeliefert. Über eine spezielle Software des Dessaffair-Showcases können Passanten mit den im Schaufenster zu sehenden Modepuppen interagieren.

Der Masterstudiengang Interaktive Mediensysteme ist ein von den Fakultäten Gestaltung und Informatik gemeinsam getragener Studiengang und richtet sich an Hochschulabsolventen mit einschlägiger Erfahrung im Bereich Neue Medien, Medieninformatik, Medien- und Kommunikationsdesign. Die Masterarbeit von Anika Sanwald und Stefanie Steinback wurde von den beiden Professoren Stefan Bufler (Fakultät für Gestaltung) und Dr. Wolfgang Kowarschik (Fakultät für Informatik) betreut.

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Studie: Logistik aus einem Guss für Filiale und Online-Shop

Der Handel im Internet wächst stetig weiter. Viele Unternehmen bieten daher ihre Produkte heute nicht nur in Filialgeschäften an, sondern betreiben parallel dazu auch Online-Handel. Mit den logistischen Herausforderungen solcher Geschäftsmodelle haben sich Wissenschaftler der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in der dazu bislang größten Studie im deutschsprachigen Raum beschäftigt. Diese gibt einen repräsentativen Überblick über die aktuellen logistischen Strukturen des Multi-Channel-Handels, beschreibt die Netzwerke sowie die praktizierten Prozesse und veranschaulicht dabei die Planungsprobleme in Lager, Distribution, Filiale und Versand.

Welche Vorteile bringt es, wenn die für Filiale und Online-Shop nötigen Logistikprozesse übergreifend gemanagt werden? Welche Herausforderungen ergeben sich in der gemeinsamen Kommissionierung von Lieferungen für Filial- und Versandkunden? Welche Trends gibt es bezüglich der Ausgestaltung von Lieferwegen und Liefergeschwindigkeit? Solche und weitere Fragen diskutierten Prof. Dr. Heinrich Kuhn, Prof. Dr. Alexander Hübner und Andreas Holzapfel vom Bereich Supply Chain Management an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mit bundesweit 28 renommierten Händlern aus dem Non-Food-Bereich und fünf namhaften Logistik-Dienstleistern. Gesprächpartner waren insgesamt 42 Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter, die in persönlichen, leitfadengestützten Experteninterviews zwischen Mai und August dieses Jahres befragt wurden.

Die Optimierung der Lieferwege zum Kunden und die Verkürzung der Lieferzeiten bilden für die Befragten derzeit eine der herausragenden Handlungsfelder der so genannten Multi-Channel-Logistik. Die Schaffung von Bestandstransparenz und die Integration und Allokation der Bestände bewegen als weitere Top-Themen die Händler. Die Forscher kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass diese Bestrebungen nur dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn es gelingt, die IT-Systeme und die kanalübergreifenden Logistikprozesse zu integrieren.

Händler greifen zur Abwicklung des Online-Kanals oft auf externe Dienstleister zurück. Lediglich ein Drittel der Händler betreibt die Lager für beide Kanäle selbst. Diese Unternehmen vertrauen auf ihre eigene Logistikkompetenz und nutzen Synergieeffekte. Ein weiteres Drittel hat demgegenüber das Online-Lager an externe Dienstleister vergeben und wickelt das stationäre Geschäft selbst ab. „Insbesondere stationäre Händler gehen diesen Weg in der Frühphase des Online-Geschäfts, um sich Prozesse und Ressourcen risikominimierend einzukaufen und schnell am Markt vertreten zu sein“, so die Autoren.

Die in der Studie erfassten Handlungsoptionen und Entwicklungspfade spiegeln die Eckpfeiler möglicher Logistikstrategien im wachsenden Umfeld des Multi-Channel-Handels wider. Die Studie zeigt und analysiert dabei die Champions des Multi-Channel-Geschäfts, welche die Kanäle bereits jetzt integriert betreiben und somit merkliche kanalübergreifende Synergien nutzen und gegenüber der Konkurrenz erhebliche Wettbewerbsvorteile erzielen.

Die Strukturen und die aktuellen Entwicklungsstadien der Multi-Channel-Händler werden in der jetzt erschienen Publikation ausführlich beschrieben und analysiert. Die Autoren beschreiben darüber hinaus erfolgsversprechende Entwicklungspfade der Multi-Channel-Logistik. Die Untersuchung bietet somit sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Akteure wertvolle Anregungen und erfolgsversprechende Handlungsoptionen.

Weitergehende Informationen zur Studie sind unter http://www.multichannellogistik.net zu finden.

 

Zielankunft der Expedition Unternehmen – Social Media im Mittelstand

Nach vier erfolgreichen Etappen der »Expedition Unternehmen – Social Media im Mittelstand« fasst die fünfte und letzte Veranstaltung die Expeditionserfahrungen zusammen. Die 5. Etappe mit dem Thema »Unternehmen gestalten – Organisationen aktivieren« findet am 21. November 2013 auf Schloss Birlinghoven statt. Erwartet wird auch ein echter Schlossbauherr: Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, berichtet über seine Erfahrungen bei der Realisierung von Großprojekten.

Nach vier Etappen mit den Themen Führung, Mitbestimmung, Personalentwicklung sowie Aus- und Weiterbildung fasst die fünfte und letzte Veranstaltung der »Expedition Unternehmen – Social Media im Mittelstand« die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungsberichte zusammen. Die Teilnehmer starten von drei strategisch verteilten Basislagern. Im ersten werden die wesentlichen technischen Konzepte sowie die darauf aufbauenden Anwendungen und Unterstützungsplattformen betrachtet.

Im zweiten Basislager werden Anleitungen und Lösungen zur organisatorischen Einführung in Unternehmen diskutiert und auch Themen wie Sicherstellung der Mitbestimmung, Auswahl von Use Cases und Einführungskonzepte sowie Training und Change Management bearbeitet. Im dritten Basislager werden Best Practices zur Weiterentwicklung der neuen Kommunikationsformen in einem Unternehmen erörtert. Dabei werden auch Sonderfälle und Krisenmanagement sowie die fortgeschrittene Nutzung der Kommunikationsinhalte und Netzwerke mittels Empfehlungssystemen und Gamification behandelt.

Wie schon bei den vorangegangenen Expeditionen steht auch bei dieser wieder die Interaktion untereinander und mit den Fachreferenten im Vordergrund. Freuen Sie sich auf spannende Vorträge, Demonstrationen und Diskussionen sowie auf die Präsentation der finalen Expeditionslandkarte.

Die 5. Etappe startet mit einer ganz besonderen Keynote: Dipl.-Ing. Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, berichtet über seine Erfahrungen bei der Realisierung von Großprojekten. Für 590 Millionen Euro will der Architekt und Städteplaner das Berliner Schloss – bis zu seiner vollständigen Zerstörung das größte und bedeutendste Bauwerk der Hauptstadt – rekonstruieren und als Humboldtforum mit neuem Leben füllen. Das ruft neben begeisterten Befürwortern auch Gegner auf den Plan. Damit hat Rettig viel Erfahrung. Er verantwortete von 2001 bis 2009 die Neubauten von Parlament und Regierung im Spreebogen. Zuvor leitete er den Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin.

»Expedition Unternehmen« ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt in Form von fünf Tagungen zum Thema »Social Media im Mittelstand«. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, die Synergie Vertriebsdienstleistung GmbH und T-Systems Multimedia Solutions. Zum lebendigen Austausch wurde die klassische Kongressform weiterentwickelt und um neuartige kommunikative Elemente erweitert.

Die 5. Etappe mit dem Thema »Unternehmen gestalten – Organisationen aktivieren« findet am 21. November 2013 auf Schloss Birlinghoven statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Impressionen der vergangenen Etappen und die Anmeldung finden Sie auf http://www.expedition-unternehmen.com

Forschung gegen Massenüberwachung

Faunhofer SIT veröffentlicht Forschungsroadmap zum Schutz von Privatsphäre und Vertraulichkeit im Internet

Die Enthüllungen von Edward Snowden haben deutlich gezeigt, wie umfangreich und weitreichend Geheimdienste das Internet überwachen können. Ein effektiver Schutz von Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung vor Massenüberwachung erfordert eine Kombination von rechtlichen und technischen Maßnahmen. Viele technische Fragen sind allerdings noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat die zwölf wichtigsten Forschungsfragen zum Schutz von Privatsphäre und Vertraulichkeit im Internet in einem Trend- und Strategiebericht zusammengestellt und erläutert. Noch fehlt es etwa an Verfahren, mit denen Internetnutzer kryptografische Schlüssel auf einfache Art und Weise austauschen können. Auch gibt es noch keine Möglichkeit, die Sicherheitseigenschaften von Cloud-Diensten nachzuprüfen bzw. nachzuweisen. Ein fundamentales Problem ist die Vermeidung von Hintertüren und Schwachstellen in Soft- und Hardware. Das Dokument steht im Internet unter [www.sit.fraunhofer.de/forschungsfragen] zum kostenlosen Download bereit.

„Die massenhaften Ausspähung im Internet war in der Fachwelt seit langem als eine Möglichkeit bekannt, aber erst die Enthüllungen von Edward Snowden haben uns vor Augen geführt, dass es sich hier um eine sehr reale, uns alle betreffende Gefahr handelt“, sagt Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT. „Neben der Politik sind auch die Forschung und Industrie gefragt, das IT-Sicherheits- und Datenschutzniveau im Internet zu erhöhen.“

Der Trend- und Strategiebericht entstand mit Unterstützung des im Rahmen des LOEWE-Programms vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) geförderten Forschungszentrums CASED (www.cased.de) und des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Cybersecurity-Kompetenzzentrums EC SPRIDE (www.ecspride.de).

Virtuelles Rollenspiel verändert Erleben in der wirklichen Welt

Psychologen der Universität Witten/Herdecke: „Grenze zwischen menschlicher und maschinenhafter Realität verschwimmt“

Millionen von Menschen verbringen große Teile ihrer Freizeit in digitalen Welten. In virtuellen Rollenspielen agieren sie aus der Perspektive eines erfundenen Charakters, eines so genannten Avatars. Neue Forschungen von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) beschäftigen sich nun mit den Auswirkungen des virtuellen Rollenspiels auf das Erleben in der realen Welt. Ein überraschendes Ergebnis der Studie: Die Empfindlichkeit gegenüber Eindrücken in der realen Welt – hier verdeutlicht am Beispiel von Schmerzempfindungen – sinkt bei den Spielern.

In bisherigen Studien zum Thema ging es in der Regel um die Frage, inwiefern aggressives Verhalten im virtuellen Raum sich durch Einübung und Anwendung in die reale Welt überträgt. Die neue Studie geht nun noch einen Schritt weiter. Unabhängig davon, ob ein Spiel gewaltfrei oder gewalttätig ist, versetzt sich der Spieler bei virtuellen Rollenspielen in einen Avatar, der in der Regel als roboterartiges Wesen in einer künstlichen Welt auftritt. Die Fragestellung war, ob unabhängig von einem gewalttätigen Inhalt das reine Hineinversetzen in einen Avatar dazu führt, dass die Spieler roboterhaftes Verhalten und Erleben einstudieren und in die wirkliche Welt übernehmen. „Zu roboterhaftem Verhalten gehören bekanntermaßen Eigenschaften wie mechanisches Auftreten, kühle Rationalität und emotionale Kälte“, erläutert Prof. Ulrich Weger, Leiter des Departments für Psychologie und Psychotherapie an der UW/H. „In unserer Studie hat sich gezeigt, dass Versuchspersonen, die sich während eines so genannten immersiven Rollenspiels in die Perspektive eines Avatars hineinversetzen, diese roboterhaften Eigenschaften teilweise auch in die wirkliche Welt übernehmen und dadurch auch unempfindlicher gegenüber eigenen Schmerzen und den Schmerzen anderer werden.

“ So war die Unempfindlichkeit gegenüber eigenen Schmerzen bei virtuellen Rollenspielern um durchschnittlich 18 Prozent erhöht. Die verringerte Empfindlichkeit gegenüber fremden Schmerzen zeigte sich an einer verminderten Empathie für die Schmerzen anderer. Auch Fälle, in denen Spieler bis über die Grenze der absoluten Erschöpfung hinaus gespielt und am Rechner zusammengebrochen oder sogar zu Tode gekommen waren, stehen offensichtlich mit einem Realitätsverlust in Zusammenhang – eine dramatisch zugespitzte Form dessen, was in der vorliegenden Studie in noch eher leisen Tönen zum Ausdruck kommt. Prof. Weger: „Die aktuellen Befunde legen nahe, dass durch Rollenspiele die Grenze dessen, was wir als gesunden Abstand zwischen menschlicher und maschinenhafter Realität erleben, unklarer wird.“

Auf der anderen Seite gebe es allerdings auch Befunde, dass soziale Spiele auch zu sozialen Verhaltensweisen im wirklichen Leben führen. Prof. Weger: „In der Tat zeigen solche Studien ganz allgemein, dass wir das Verhalten, das wir in der virtuellen Welt einüben und erlernen, auch in die wirkliche Welt übertragen. Im Sinne der hier durchgeführten Studie würde ich aber behaupten: Das Verhalten, das wir so durch das immersive Rollenspiel erlernen, egal ob aggressiv oder sozial, ist von eher serienmäßiger, mechanischer, geistloser Natur, denn es wirkt lediglich über die roboterhafte Rolle des Avatars. Wenn Kinder soziales Verhalten erlernen sollen, so werden sie dies am besten im unmittelbaren Mensch-zu-Mensch Kontakt tun.“

Die Vermischung von Menschlichem und Maschinenhaftem zeige sich in unserer Lebenswelt allerdings auch von der umgekehrten Seite als bei den Rollenspielen. In der anderen Richtung werde die Grenze nämlich dadurch verwischt, dass Maschinen immer mehr die Aufgaben von Menschen übernehmen – angefangen von Animationsfiguren, virtuellen Verkaufsassistenten, roboterhaftem Spielzeug, das die Liebe und Zuwendung von Kindern erweckt, bis hin zu Robotern, die Einsatz finden im psychotherapeutischen Kontext. Prof. Weger: „Wir müssen uns heute fragen, wie wir mit dieser Verwässerung umgehen; wie wir die eigene Balance finden zwischen sinnvollem Nutzen und unreflektierter Abhängigkeit; und wie wir negative Einflüsse verhindern oder zumindest ausbalancieren können. Dazu sollten wir uns fragen, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein und als Mensch in dieser Welt zu stehen und tätig zu werden“.

Weitere Details zum Thema finden Sie in der aktuellen Studie unter: http://link.springer.com/article/10.3758/s13423-013-0512-2

Neue Verfahren analysieren Zufriedenheit und Probleme in Online-Communities

Mitarbeiter und Kunden vernetzen sich in Internet-Communities oder in firmeninternen sozialen Netzwerken und Foren. Dort können sie Erfahrungen austauschen und Antworten auf Fragen zu Firmenprodukten finden. Ein großes Problem für Firmen ist dabei der Erfolg solcher Online-Communities. Wie kann eine Firma sicherstellen, dass Hunderttausende oder gar Millionen von Mitgliedern zufrieden sind?

Das EU-Projekt ROBUST (www.robust-project.eu) liefert neuartige Analysewerkzeuge, die transparent machen, welche Teile einer Community erfolgreich sind und in welchen Bereichen Probleme auftauchen. Hierfür hat ROBUST, an dem auch die Universität in Koblenz beteiligt ist, untersucht, welche Ziele Nutzer von Business Communities verfolgen und wie sie in einer Community mit anderen Nutzern interagieren. Beispielsweise wissen Nutzer oft ganz genau, nach welchen Informationen sie suchen. Finden sie diese wiederholt nicht, so verringern sie ihre Aktivität, arbeiten weniger mit Anderen zusammen und verlassen letztendlich die Community. Wie ROBUST „unglückliche“ Nutzer erkennt und mit welchen Strategien Trends in Communities erkannt werden, wird auf einer eigenen Webseite anhand von Beispielanwendungen und Videos gezeigt: http://www.robust-project.eu/videos-demos

Wenn Haie im trüben Wasser schwimmen

ROBUST visualisiert Meinungsäußerungen von Nutzern zu firmenrelevanten Themen als Aquarium. Ist das Wasser trüb und es tummeln sich viele Haifische im Aquarium, herrscht dicke Luft im sozialen Netzwerk, weil es viele negative Äußerungen gibt. Ein Klick auf die Korallen verrät, welche Themen negativ oder positiv diskutiert werden. Intuitiv und schnell bekommt man so einen Überblick über das aktuelle Geschehen.

Der Softwareanbieter SAP AG, einer der Projektpartner von ROBUST, deckt mit einem Demonstrator Entwicklungen im SAP Community Network (SCN) auf, das über zwei Millionen Nutzer hat. Der ROBUST-Demonstrator erkennt, welche Foren boomen, welche unpopulär werden und welche Trends entstehen. Dies ermöglicht, selbst bei großen Netzwerken den Überblick zu behalten und Experten wie auch einflussreiche Nutzer ausfindig zu machen.

Über 600.000 Mitarbeiter von IBM nutzen die Plattform IBM Connections, um Ideen und geschäftsrelevante Informationen auszutauschen. ROBUST analysiert, wie sich diese Business Communities entwickeln, welche Zweige einer Firma gut zusammenarbeiten und welche Nutzer hierbei eine Schlüsselrolle spielen.

Mehr Informationen zum Projekt ROBUST finden Sie unter http://www.robust-project.eu

Heidelberger Astronomen entwickeln Software für den Satelliten Gaia

Heidelberger Astronomen entwickeln Software für den Satelliten Gaia
„First Look“: Überwacht wird die korrekte Funktion aller Systeme an Bord

Heidelberger Wissenschaftler haben eine hochkomplexe Software für den Astrometrie-Satelliten Gaia entwickelt. Sie wurde für den wissenschaftlichen Betrieb von Gaia konzipiert und soll fünf Jahre lang täglich die korrekte Funktion aller Systeme an Bord und die Qualität der wissenschaftlichen Rohdaten detailliert überwachen. Für die Entwicklung verantwortlich zeichnen Experten des Astronomischen Rechen-Instituts am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. Der Satellit wird voraussichtlich in der zweiten November-Hälfte vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mit einer Trägerrakete ins All gebracht und soll dann aus einer Entfernung von 1,5 Millionen Kilometern von der Erde Sterne unserer Milchstraße mit hoher Präzision vermessen.

„Von den Daten, die Gaia zur Erde funken wird, erhoffen Astronomen unter anderem Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße“, sagt Prof. Dr. Eva Grebel. Die Wissenschaftlerin ist Direktorin am Astronomischen Rechen-Institut (ARI) und Sprecherin des an der Universität Heidelberg angesiedelten Sonderforschungsbereichs „Das Milchstraßensystem“, der sich mit der Milchstraße und ihrer kosmischen Nachbarschaft beschäftigt. „Gaia wird in der Lage sein, die Positionen von einer Milliarde Sternen mit einer Genauigkeit zu bestimmen, die dem Durchmesser einer Münze auf dem Mond entspricht – von der Erde aus gesehen“, erläutert Dr. Ulrich Bastian, der am ARI eine europaweite Arbeitsgruppe von Gaia-Wissenschaftlern und Software-Ingenieuren leitet. Nach Angaben der Wissenschaftler ist der Satellit Gaia der Europäischen Weltraumorganisation ESA nach insgesamt 19 Jahren Vorarbeit und acht Jahren Bauzeit startbereit.

Die in Heidelberg entwickelte Software, die den sogenannten „First Look“ übernimmt, umfasst rund 350.000 Programmzeilen in der Computersprache Java. Zum größten Teil wurden sie von der Gaia-Gruppe am Astronomischen Rechen-Institut geschrieben. Fünf Jahre lang wird die Software Tag für Tag einen 2.000-seitigen Bericht über den Zustand der Systeme an Bord und die technische Integrität und wissenschaftliche Qualität der Daten erstellen. „Natürlich ist kein Mensch in der Lage, täglich eine 2.000 Seiten starke Dokumentation zu lesen und zu verarbeiten“, sagt Dr. Michael Biermann, der Leiter des Heidelberger First-Look-Teams ist. „Statt dessen sucht unsere Software in den Zahlen, Tabellen und Diagrammen des Berichts nach Abweichungen und markiert diese. So kann der jeweils diensthabende First-Look-Wissenschaftler sehr rasch und gezielt nach Zusammenhängen mit anderen Daten und nach möglichen Ursachen von Problemen forschen und Abhilfen vorschlagen“, erklärt Dr. Biermann. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass wertvolle wissenschaftliche Messungen verloren gehen oder sich die Messgenauigkeit verschlechtert.