Moore schützen das Klima, unsere Gewässer und die Artenvielfalt

„Moore sind die Nieren unserer Landschaft“, sagt Dr. Dominik Zak vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, „denn sie speichern Wasser und Nährstoffe.“ Obwohl sie nur etwa 3 Prozent des globalen Festlandes einnehmen, binden sie zudem 20 bis 30 Prozent der gesamten Kohlenstoffvorräte aller Böden. In der aktuellen Klimadiskussion ist der Erhalt und Schutz von Mooren deshalb von großer Bedeutung. Daran erinnert jedes Jahr der 2. Februar, seit 1997 der „Welttag der Feuchtgebiete“.

Lange Zeit galten Moore als unproduktives Land. Um die Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können, wurden in der heutigen Region Berlin-Brandenburgs bereits Anfang des 18. Jahrhunderts Moore in größerem Umfang trocken gelegt. Heute weiß man es besser: Probleme wie die steigende Nährstoffbelastung unserer Gewässer, der Klimawandel und der rasante Artenverlust haben zu einem Umdenken geführt. Der Erhalt von Mooren und ihrer natürlichen Funktion kann einen unverzichtbaren Beitrag zum Klima- und Gewässerschutz leisten.

Entwässerte Moore setzen Klimagase und Nährstoffe frei

Der Grund ist einfach: Während ihrer Entstehung haben Moore über Jahrtausende große Mengen an Kohlenstoff eingelagert und speichern daher 20 bis 30 Prozent der gesamten Kohlenstoffvorräte aller Böden. Das entspricht etwa 40 bis 60 Prozent des gesamten CO2-Gehalts unserer Atmosphäre. Neben großen Mengen an Kohlenstoff binden Moore zudem auch die Pflanzennährstoffe Phosphor und Stickstoff in ihren Torfen. Werden Moore trocken gelegt, sinkt der Wasserspiegel und die sonst sauerstofffreien Böden werden belüftet. „Das führt dazu, dass Nährstoffe und Treibhausgase wieder freigesetzt werden“, erklärt Moor-Experte Dominik Zak das Problem.

Um dem entgegenzuwirken, erforschen Wissenschaftler am IGB, wie Moore erfolgreich geschützt und wiedervernässt werden können. „Das ist nicht ganz einfach“, räumt Zak ein, „denn der Erfolg solcher Maßnahmen hängt im Wesentlichen vom Zustand der Moore ab.“ Nach Jahrzehnten der Entwässerung seien Moorböden oft stark degradiert, hätten Nährstoffe angereichert und an Oberfläche verloren, sagt der Wissenschaftler. Tiefgründig entwässerte Moore benötigen deshalb mehrere Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bis sie ihre ursprünglichen landschaftsökologischen Funktionen wieder übernehmen.

Im nordostdeutschen Tiefland sind Moore weit verbreitet

Die meisten Moore findet man in der gemäßigt kalten Klimazone der Nordhalbkugel sowie im tropischen Bereich Südostasiens, einige auch direkt vor unserer Haustür. Im nordostdeutschen Tiefland ist sogar ein Zehntel der Oberfläche mit grundwassergespeisten Mooren bedeckt – ein Großteil davon (über 95 Prozent) ist heute entwässert. Als naturnahe Moore hatten sie ursprünglich eine große Bedeutung für die Regulierung des Landschaftswasserhaushalts und für die Reinhaltung der Gewässer. Darüber hinaus beherbergen sie einen wahren Schatz an inzwischen selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten.

Um die Stoffflüsse in diesen Mooren besser zu verstehen und Empfehlungen zu ihrer Renaturierung zu entwickeln, führen IGB Wissenschaftler seit vielen Jahren umfangreiche Labor- und Freilanduntersuchungen durch. Aktuelle Forschungen am IGB befassen sich darüber hinaus mit der Bedeutung der Moore für den Rückhalt an Sulfat und Nitrat sowie deren Bedeutung für den Kohlenstoffhaushalt von angrenzenden Gewässern. Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Advertisements

Deutsche verstehen viele Nachhaltigkeits-Claims nicht

Einige Nachhaltigkeits-Claims – insbesondere zum Thema Klima – sind für die Konsumenten nur wenig verständlich und daher wenig kaufrelevant. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des SVI-Stiftungslehrstuhls für Marketing der HHL Leipzig Graduate School of Management und des GfK Vereins. Untersucht wurde, wie deutsche Verbraucher aktuell verschiedene Nachhaltigkeits-Claims wahrnehmen und welche Erwartungen diese bei ihnen auslösen.

Die subjektive Verständlichkeit wirkt sich in der Regel positiv auf die Kaufrelevanz eines Claims aus. Die wissenschaftliche Studienleiterin Anja Buerke sagt: „Claims, die durch jahrelangen Einsatz im Alltag gelernt wurden, und daher gut verständlich sind, genießen nach unserer Untersuchung eine hohe Akzeptanz.“ In dieser Kategorie fänden sich mehrere Claims aus den Bereichen Entsorgung und Rohstoffe wie ‚Mehrweg‘, ‚Nachfüllbar‘, ‚Biologisch abbaubar‘, ‚Aus 100% nachwachsenden Rohstoffen‘ oder ‚Grundwasserschonend‘. Claudia Caspar vom GfK Verein, die Mitherausgeberin der Studie, sagt weiter: „Das Verständnis des Claims wird durch eine einfache Wortwahl erhöht – andernfalls muss sie kommunikativ stark unterstützt werden, um eine ähnlich hohe Kaufrelevanz wie bereits aus dem Alltag bekannter Begriffe zu erreichen.“

Die Studie kann zudem nachweisen, dass pauschale und rechtlich nicht geschützte Aussagen wie ‘Aus kontrolliertem Anbau‘ positive Assoziationen beim Konsumenten auslösen und meistens nicht als Negativbeispiel identifiziert werden. Anja Buerke und Claudia Caspar weisen nach, dass nicht immer das subjektive Verständnis eines Nachhaltigkeits-Claims der objektiven Prüfung standhalten kann. Teilweise werden wesentlich höhere Erwartungen mit den Claims verbunden. „Die Verbraucher erwarten von einem ‚Wassereffizienten Produkt‘, dass sich ihre Nebenkosten spürbar reduzieren, dass Gemüse und Obst aus ‚kontrolliertem Anbau‘ mit keinerlei gefährlichen Stoffen belastet sind oder dass bei ‚klimaneutral gestellten‘ Flügen CO2-Emissionen nicht nur ausgeglichen, sondern effektiv eingespart werden“, so Claudia Caspar. Diese Beispiele zeigten laut den Autorinnen, dass Hersteller und Händler im Rahmen der Nachhaltigkeitskommunikation schnell unrealistisch hohe Erwartungen erzeugen, wenn für den Konsumenten das konkrete Produktversprechen nicht nachvollziehbar sei.

Im Hinblick auf die Zielgruppe ‚bewusster Einkäufer‘, die eine überdurchschnittlich hohe Kauf- und Zahlungsbereitschaft für umweltverträgliche Produkte aufweist, zeigt sich, dass sie die Kaufrelevanz bei allen Claims deutlich positiver bewertet. Dennoch haben auch die bewussten Einkäufer bei ähnlichen Claims Verständnisprobleme (z. B. zum Thema Klima) und bewerten auch die Negativbeispiele (‚Aus kontrolliertem Anbau‘, ‚Ökologisch nachhaltig‘) nicht kritischer als andere Verbraucher. „Auch gerade bei der bewusst konsumierenden Zielgruppe zeigt sich, dass es für sie schwierig ist, den Informationsgehalt von Nachhaltigkeits-Claims richtig einzustufen und deshalb ein hoher Bedarf für aufklärende Kommunikation besteht“, so Anja Buerke.

Bei der repräsentativen Studie unter 999 Bundesbürgern, die im Januar 2014 im GfK Online-Panel durchgeführt wurde, wurden mehr als 20 Nachhaltigkeits-Claims getestet. Die Studie wurde im Rahmen eines von GS1 Germany sowie vom GfK Verein geförderten Forschungsprojekts durchgeführt. Auf Initiative von GS1 Germany beschäftigt sich bereits seit Anfang 2013 eine Fachgruppe aus Unternehmensvertretern mit der Erstellung eines Nachhaltigkeitsglossars, um Standards für die einheitliche Definition und Verwendung nachhaltigkeitsorientierter Begriffe und Produktaussagen zu setzen.

***
Buerke, Anja; Gaspar, Claudia
Nachhaltigkeits-Claims auf dem Prüfstand – Eine empirische Bestandsaufnahme zur Verständlichkeit und Akzeptanz aus Verbrauchersicht
Arbeitspapier Nr. 221, Wissenschaftliche Gesellschaft für Marketing und Unternehmensführung, 2014
***

Der SVI-Lehrstuhl für Marketing, insbesondere E-Commerce und crossmediales Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management

Das Team um Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg am SVI-Lehrstuhl für Marketing, insbesondere E-Commerce und crossmediales Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management hat seine Forschung auf drei Forschungsfelder ausgerichtet: Sustainability Marketing, Holistic Branding sowie E-Commerce & Cross-Media Management. Zudem kann der SVI-Stiftungslehrstuhl für Marketing auf drei Jahrzehnte Forschungsexpertisen im Bereich des Umwelt- und Sustainability Marketings zurückblicken. Während in den 80er Jahren die Beantwortung von Grundsatzfragen eines marktorientierten Umweltmanagements im Mittelpunkt stand und in den 90er Jahren Fragestellungen des marktstrategischen Kreislaufmanagements die Forschungsagenda bestimmt haben, so hat der Lehrstuhl seine Expertisen im letzten Jahrzehnt auf die Analyse von Kaufentscheidungsprozessen für nachhaltige Produkt- und Dienstleistungsmarken und den sich daraus ergebenden Implikationen für das Sustainability Branding konzentriert.
Die Forschungsphilosophie des Lehrstuhls ist durch die wechselseitige Verknüpfung dieser Kompetenzfelder gekennzeichnet, woraus einzigartige und in hohem Maße für die Unternehmenspraxis relevante Forschungsprojekte resultieren. http://www.hhl.de/marketingmanagement

Die HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. Im Masters in Management-Ranking 2014 der Financial Times steht das Vollzeit-M.Sc.-Programm der HHL europaweit unter den Top 10. 2013 und auch 2014 errang die HHL einen der drei ersten Plätze für die besten Gründerhochschulen in Deutschland innerhalb des vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausgegebenen Rankings „Gründungsradar“. Laut der Financial Times liegt die HHL im Bereich Entrepreneurship innerhalb des M.Sc.- sowie des EMBA-Programms national auf Platz 1 bzw. global unter den Top 5. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. http://www.hhl.de

Wie Spielkarten das Lesetempo beeinflussen

Studie der Universität Bielefeld belegt, wie visuelle Reize auf Sprachverarbeitung wirken

Angenommen, ein Ehemann blickt morgens im Bad auf die Zahnputzbecher, während er über die Beziehung zu seiner Frau nachdenkt: Stehen diese eng beieinander, kommt ihm die Beziehung innig vor. Ist der Abstand groß, fühlt er eine innere Distanz. Eine abwegige Unterstellung? Keineswegs: Sprachwissenschaftler der Universität Bielefeld haben gezeigt, dass der Abstand zwischen Gegenständen sich darauf auswirken kann, wie Menschen über abstrakte Zusammenhänge und Ideen nachdenken – auch dann, wenn diese nichts mit den Gegenständen zu tun haben. Ihre Studie haben sie in dem Fachmagazin „Cognition“ veröffentlicht.

Junior-Professorin Dr. Pia Knoeferle und ihre Forschungsgruppe befassen sich mit der Frage, wie Menschen Sprache im Kopf verarbeiten und wie visuelle Reize auf diese Sprachverarbeitung wirken. „Welche Rolle das spielt, lässt sich im Alltag vielfach beobachten“, sagt Knoeferle. Wer beim Bäcker einkauft und auf das Brot zeigt, das er haben möchte, macht mit diesem Fingerzeig eine visuelle Mitteilung. „In diesem Fall ist der visuelle Reiz wichtig, um die Situation zu klären. Es gibt aber auch Situationen, in denen solche Reize Einfluss ausüben, ohne dass sie etwas mit der jeweiligen Situation zu tun haben. Das untermauern wir mit unserer Studie“, sagt Knoeferle, deren Forschungsgruppe zur Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft gehört und vom Exzellenzcluster CITEC finanziert wird.

Die Annahme hinter der Studie: Das, was Menschen sehen, hat auch dann Einfluss auf ihr Sprachverständnis, wenn es um abstrakte sprachliche Ideen geht und sogar dann, wenn das Gesehene mit diesen Konzepten nichts zu tun hat. In einem Experiment mit insgesamt 32 Versuchspersonen hat Knoeferles Mitarbeiter Dr. Ernesto Guerra geprüft, ob diese Annahme zutrifft. Ein Bildschirm zeigte den Personen Spielkarten. Diese Karten bewegten sich entweder aufeinander zu oder entfernten sich voneinander. Damit wurde räumliche Entfernung von Gegenständen dargestellt.

Nachdem eine Versuchsperson sich die Karten angeschaut hatte, wurde ein Satz eingeblendet. Der Satz stand in keiner Verbindung zu den Karten. Er drückte entweder einen Zusammenhang oder einen Widerspruch zwischen abstrakten Begriffen aus. Ein Beispiel für Widerspruch ist der Satz „Frieden und Krieg sind bestimmt verschieden, das verriet der Anthropologe“. Ein Beispiel für einen Zusammenhang lautet: „Kampf und Krieg sind freilich entsprechend, das verriet der Anthropologe“.

Nun registrierten die Forscher, wie schnell die Personen den Satz verstehen. Sie gehen davon aus, dass das Verständnis mit der Lesegeschwindigkeit einhergeht. Per Eyetracking stellten sie daher fest, wie schnell die Personen den Satz lesen. Die Eyetracking-Technik misst Blickbewegungen mit einer speziellen Kamera.

Dabei kam heraus, dass die Distanz von Gegenständen sich auf das Verständnis des Satzes auswirkt. „Je weiter die Karten voneinander entfernt waren, desto schneller konnten die Personen Sätze lesen, die einen Widerspruch ausdrücken“, erklärt Ernesto Guerra. Gleichzeitig zeigte sich: Je näher die Karten nebeneinander lagen, desto schneller wurden Sätze gelesen, die Ähnlichkeit ausdrücken. „Die Entfernung der Spielkarten beeinflusst damit das Verständnis von semantischer, also bedeutungsmäßiger Ähnlichkeit“, sagt Guerra.

„Verblüffend ist, dass dieser Effekt schon eintritt, bevor die Versuchspersonen den Text zu Ende gelesen haben“, berichtet Pia Knoeferle. Räumliche Distanz kann sich demnach sehr früh auf das Leseverständnis semantisch gleicher oder ungleicher Konzepte auswirken. „Die Studie zeigt sehr deutlich, welche wichtige Rolle feine visuelle Signale für das Verständnis von abstrakten sprachlichen Konzepten spielen“, sagt die Sprachwissenschaftlerin.

Die Erkenntnisse aus der Studie könnten Lehrkräfte beispielsweise im Deutschunterricht in der Grundschule nutzen. Dort lernen die Kinder, zu klassifizieren, also Sachen zu Gruppen zusammenzufassen. „Eine Übung wie mit den Spielkarten könnte den Kindern helfen, schneller Ähnlichkeiten und Unterschiede zu begreifen“, mutmaßt Knoeferle. Quelle: Universität Bielefeld

Originalveröffentlichung:
Ernesto Guerra, Pia Knoeferle: Effects of object distance on incremental semantic interpreta-tion: similarity is closeness. Cognition, http://dx.doi.org/10.1016/j.cognition.2014.07.007, erschienen im Oktober 2014.

———————————

Buchempfehlung: John C. Maxwell – Das HEUTE zählt

Buch_HeuteZwölf tägliche Gewohnheiten – die Garantie für den Erfolg von morgen

In Das Heute zählt zeigt uns Persönlichkeitstrainer und New York Times Bestsellerautor Dr. John C. Maxwell (über 20 Millionen verkaufte Bücher), wie man die Chancen eines jeden Tages ergreift! Mit diesem praktischen, einfach umsetzbaren und inspirierenden Ratgeber offenbart er uns zwölf tägliche Gewohnheiten, um die täglichen Aufgaben zu meistern, Zeit für unsere Liebsten zu schaffen und beruflich erfolgreich zu sein.

Gewinnen Sie Einblicke und erfahren Sie durch die praktischen Übungen am Ende eines jeden Kapitels, wie Sie die Handlungen schnell und effektiv in Ihr Leben integrieren können. Es gibt eine Zeit, die wie geschaffen dafür ist, ein erfolgreicheres und erfüllteres Leben zu beginnen: HEUTE!

Viele Bücher behaupten, sie würden Ihr Leben verändern. Aber wie viele gibt es, die Ihnen wirklich zeigen, wie Sie all die kleinen Schritte unternehmen, damit jeder Tag Ihres Lebens zum Erfolg wird?

Lernen Sie in diesem Buch unter anderem:

Prioritäten zu setzen, Ihre Kreativität und Ihr Denken zu erweitern, Ihr Geld richtig zu verwalten, Beziehungen einzugehen und zu vertiefen und Ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Beginnen Sie HEUTE, denn das Leben ist keine Generalprobe!

Aus dem Inhaltsverzeichnis:

1. Das Heute zerfällt oft in viele kleine Einzelstücke – doch welches Stück fehlt?
2. Das Heute kann ein Meisterwerk werden
3. Meine heutige Einstellung schenkt mir Möglichkeiten
4. Meine heutigen Prioritäten schenken mir Fokus
5. Meine heutige Gesundheit schenkt mir Kraft
6. Meine heutige Familie schenkt mir Stabilität
7. Mein heutiges Denken schenkt mir einen Vorteil
8. Meine heutige Verpflichtung schenkt mir Ausdauer
9. Meine heutigen Finanzen schenken mir Möglichkeiten
10. Mein heutiger Glaube schenkt mir Frieden
11. Meine heutigen Beziehungen schenken mir Erfüllung
12. Meine heutige Großzügigkeit schenkt mir Bedeutsamkeit
13. Meine heutigen Werte schenken mir Wegweisung
14. Mein heutiges Wachstum schenkt mir Potenzial
Fazit: Wie man es schafft, dass das Heute zählt

Das spannende Buch erhalten Sie hier:

ISBN: 978-3941986084
369 Seiten
22,90 €uro

Vandana Shiva’s Message for the March against Monsanto

Monsanto_Vandana Shiva

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Ich sende solidarische Grüße an alle Menschen, die sich für den „March against Monsanto versammeln“

Der „March against Monsanto“ marschiert für Freiheit und Demokratie, für die Gesundheit und Sicherheit, für Saatgut und Biodiversität.
Leute fragen mich oft: “Warum Monsanto „?

Meine Antwort ist folgende: Nicht wir haben uns Monsanto als Ziel ausgesucht, sondern Monsanto wählte sich unsere Freiheit für Samen -und Lebensmittel, unsere wissenschaftlichen und demokratischen Institutionen und unser Leben als Ziel.

Monsanto hat zugegeben, dass sie es waren, die den Vertrag über das geistige Eigentum von der WTO geschrieben haben, der es erlaubt, Samen als geistiges Eigentum von Monsanto neu zu definieren. Und es ist Patenten zu verdanken, das Monsanto – ein Gift -Hersteller – sich zu einem riesigen Samen-Giganten entwickelt hat, mit dem größten Anteil an Kontrollen über den Saatgutmarkt. In Indien steuert das Unternehmen 95% des Baumwollsaatgutmarktes und die Extraprofite durch Lizenzgebühren treiben unsere Kleinbauern in unbezahlbare Schulden. In Indien begingen 284.000 Bauern, wegen der mit dem Saatgut und den Chemikalien entstandenen Schulden, Selbstmord.

Konzerne wie Monsanto standen hinter dem EG- Saatgut-Gesetz, das die Vielfalt und Saatgutspeicherung in Europa für illegal erklärt hätte. Das letzte Parlament hat das Gesetz an die Europäische Kommission zurückgeschickt. Wir müssen dafür sorgen, dass das neue Parlament das Gesetz nicht passieren lässt.

In den USA verwendet Monsanto sein Geld, um das Recht der US-Bürger zu untergraben. Diese wissen nicht was sie essen. Das Unternehmen droht dem Staat Vermont, weil dieser eine Kennzeichnungspflicht in Kraft gesetzt hat. Und der Staat hat jetzt einen Gesetzentwurf in den Kongress eingebracht, in dem zu einem sicheren und genaueren Lebensmittelkennzeichnungsgesetz zu aufgerufen wird – das sich den Namen Dark (Deny Americans the Right to Know) Act verdient hat.

Dies ist ein Angriff auf die Demokratie und die Freiheit der Menschen.

Während Monsanto bekannt gibt, dass sie sich aus Europa zurückziehen, werden sie weiter mit GVO auf den Markt der osteuropäischen Länder drängen. Und sie treiben neue Handelsverträge wie TIPP an, um Europas weitgehend gentechnikfreien Status zu untergraben und um stärkere Rechte auf Saatgut im IPR zu bekommen.

Monsanto beanspruchen mehr als 1500 klimaresistente Patente und sie hoffen, dass sie die Klimakrise nutzen können, um noch größere Gewinne zu machen. Und vor kurzem übernahm Monsanto die „Climate Cooperation“ – um die Klima-und Wetterdaten zu kontrollieren – und diese Daten als Handelsware zu nutzen. Monsanto will Superprofite durch die totale Kontrolle über die Natur und die Menschheit.

Wir möchten Unabhängigkeit für Saatgut und Lebensmittel und eine Welt-Demokratie, auf der alle Wesen auf diesem Planeten frei sind und das Wohlbefinden von allen geschützt ist – durch Teilen und Fürsorglichkeit, durch Liebe und Mitgefühl, durch die Schaffung von Reichtum für alle.

Die Gier und die Gewalt eines Unternehmens kann nicht zugelassen werden, ein Unternehmen welches damit das Leben auf der Erde, das Leben unserer Bauern, das Leben unserer Kinder zerstört.

Deshalb „marschieren wir gegen Monsanto“

Dr. Vandana Shiva

Dr. Vandana Shiva und Andreas Kellner

Dr. Vandana Shiva und Andreas Kellner

Besten Dank an: Netzfrauen: http://netzfrauen.org/2014/05/22/dr-vandana-shiva-ich-sende-solidarische-gruesse-alle-menschen-die-sich-fuer-den-march-monsanto-versammeln/

 

 

 

 

Bildungsforschung: Powerpoint-Präsentationen können das Lernen behindern

Zuhörer lassen sich in Vorträgen mit digitalen Präsentationen oftmals durch die Folien ablenken, zeigen Untersuchungen des LMU-Bildungsforschers Christof Wecker.

Powerpoint-Präsentationen bringen oft nichts. Schlimmer noch: Sie können das Lernen sogar behindern. Wie Studien des LMU-Bildungsforschers Dr. Christof Wecker zeigen, behalten die Zuhörer in Vorträgen mit digitalen Folien von Informationen, die nur mündlich dargestellt werden, oft weniger als in Vorträgen ohne Folien. Dabei bekommen die Zuhörer die mündlichen Informationen zunächst ähnlich gut mit. „Das mündlich Vermittelte wird aber oft für sekundär gehalten und gerät leicht in Vergessenheit, während die Folien als die eigentliche Botschaft angesehen werden.“

Wecker zufolge liegt das auch daran, wie digitale Präsentationen eingesetzt werden. „Viele Vortragende verwenden die Folien als Manuskript für ihren Vortrag und werfen ihre Gedächtnisstütze dann für alle sichtbar an die Wand. Diese Gewohnheit verdrängt oft jegliche didaktischen Überlegungen, was die Zuhörer sehen sollten.“

Statt alles auf Folien zu präsentieren, sollte möglichst nur das gezeigt werden, was visuell besser zu vermitteln ist als sprachlich. „Ein vielversprechender Ansatz ist es, Folien nur an wenigen Stellen einzusetzen und zwischendurch einfach schwarze Folien einzuschieben“, sagt Wecker. Das lenke die Aufmerksamkeit des Publikums wieder auf den mündlichen Vortrag. Außerdem würden die Inhalte, die auf den wenigen Folien stehen, dann vergleichbar gut gelernt. Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München

Widerstandsfähige Pflanzen – ohne Gentechnik

Dass die EU bald einen neuen Genmais zulässt, wird immer wahrscheinlicher. Pflanzen widerstandsfähig zu machen, geht aber auch ohne Gentechnik – so der Anspruch von Biozüchtern. Unterstützung erhalten sie von einem neuen Fachgebiet der Universität Kassel.

Rund 340.000 Pflanzenarten wachsen auf der Erde, doch nur ein Bruchteil davon landet auf dem Teller: 30 Arten liefern 95 % der pflanzlichen Nahrungsmittel. Insgesamt spielen nur rund 150 Arten für die Ernährung eine nennenswerte Rolle. Und es könnten noch weniger werden. Denn getrieben von Marktmechanismen konzentriert sich die konventionelle Landwirtschaft immer stärker auf wenige ertragsstarke Sorten. Das trägt dazu bei, dass die Biodiversität drastisch sinkt.

Gegen diesen Trend steuern Biobauern: „Ökologische Landwirtschaft strebt nicht nur mehr Sortenvielfalt, sondern auch eine höhere genetische Variation innerhalb der Sorten an“, erklärt Prof. Dr. Gunter Backes, Leiter des Fachgebietes „Ökologische Pflanzenzüchtung und Agrarbiodiversität“ an der Universität Kassel. „Eine höhere Diversität innerhalb einer Sorte kann begünstigen, dass die Pflanzen langfristig widerstandsfähiger werden und sich besser an geografische und klimatische Schwankungen anpassen.“

Dass die ökologische Landwirtschaft genetische Vielfalt stärker fördert als die konventionelle, liegt an den unterschiedlichen Züchtungszielen und -methoden. „Konventionelle Landwirtschaft schafft für die Pflanze eine künstliche und reduzierte Umwelt“, erklärt Backes. Mineraldünger sorgen für eine hohe Nährstoffzufuhr, Chemikalien wie Pestizide halten Krankheiten und Schädlinge fern. Diese künstliche Umwelt wird kurzfristig an die Pflanze angepasst, mit dem Ziel, Erträge zu optimieren. In der Biolandwirtschaft hingegen fügt sich die Pflanze in ein bestehendes Ökosystem ein. Alle Bestandteile dieses Systems werden so beeinflusst, dass sie die nachhaltige Produktion einer Feldfrucht bestmöglich unterstützen. „Das Ziel ist eine Pflanze, die in einem ökologischen Umfeld eine bessere Leistung bringt. Dafür muss sie imstande sein, sich an ein spezifisches lokales System anzupassen sowie kurzfristig stärkere Schwankungen der Bedingungen abzupuffern. Die potentiell höhere Diversität von ökologisch gezüchteten Sorten steigert diese Anpassungsfähigkeit“, erklärt Prof. Backes.

Im Labor macht Prof. Backes gezielt genetische Ressourcen durch ihre Charakterisierung für die Züchtung nutzbar. Am Beispiel Dinkel, Roggen, Hafer und wildem Weizen analysiert er derzeit, wie genetisch divers und somit wertvoll bestimmte Gruppen von Sorten sind. Die Diagnose genetischer Marker hilft, neue Kreuzungen zu planen. Prof. Backes kristallisiert heraus, welche Eigenschaften mit welchen Gen-Allelen verknüpft sind, erkennt dadurch beispielsweise, welche Gene für Resistenzen verantwortlich sind. Dieses Wissen stellt er den Züchtern zur Verfügung, die dadurch sehen, welche Kreuzungspartner sich am besten eignen, wenn die am Ende des Züchtungsprozesses stehende Sorte die erwünschten Eigenschaften haben soll. Mit Gentechnik, bei der Gene von einer Art zu einer anderen übertragen werden, hat die Kasseler Forschung nichts zu tun. Die Gen-Untersuchungen dienen nur der Diagnose. So lässt sich beispielsweise auch langfristig beobachten, welche genetischen Veränderungen Züchtungen verursachen.

Prof. Backes arbeitet zukünftig eng mit Züchtern zusammen. Er widmet sich Problemen, die sich für Biozüchter oder aber konventionelle Züchter, die für den Ökolandbau arbeiten, ergeben. Die enge Zusammenarbeit mit Züchtern soll sicherstellen, dass die Projektergebnisse den Weg in die Praxis finden. Neben der Charakterisierung genetischer Ressourcen will Backes sich zunächst zwei anstehenden Projekten widmen: Er erforscht, wie man Ackererbsen mithilfe nützlicher Begleitpilze vor Krankheiten schützen kann. Außerdem beschäftigt er sich weiterhin verstärkt mit Getreide – wie mit der Charakterisierung und Nutzung komplexer Weizensorten. Quelle: Universität Kassel

————————————————————————————————————————————-
Mitmachen bei Campact – Aktion:

Campact_Biensterben

ZEIT-Online: Betrug mit NEULAND-Geflügel

Stellungnahme von NEULAND  zum ZEIT-Online Artikel Jahrelanger Betrug mit Neuland-Geflügel“:

In der heutigen Online-Ausgabe der ZEIT wird der Eindruck erweckt, das NEULAND seiner Kontrollpflicht nicht nachgekommen ist und Geflügelfleisch noch immer unter dem NEULAND-Label auf dem Markt ist. Dem Eindruck widerspricht NEULAND e.V. und nimmt wie folgt Stellung:

Sollte es sich bestätigen, dass der Landwirt L. aus Wietzen einen Massenbetrug an Geflügelfleisch begangen hat, sind wir tief enttäuscht. Wir haben seit vielen Jahren mit dem Landwirt vertrauensvoll zusammen gearbeitet und erst 2013 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bekommen. Ende 2012 gab es mit dem Landwirt Diskussionen bezüglich der Umstellung der bei NEULAND zugelassenen Hähnchenrassen. Der NEULAND e.V. hatte mit seinen Trägerverbänden beschlossen auf schnellwachsende Linien zu verzichten und nur noch langsam wachsende Rassen einzusetzen, da diese dem Anspruch von NEULAND nach besonders tiergerechter Haltung mehr nachkommen. Diese Umstellung wollte der Landwirt nicht mitgehen.

Bei der Regelkontrolle 2013 wurde dieser Sachverhalt festgestellt und auch die vermarkteten Mengen erhoben. Beim Datenabgleich sind Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Da der Landwirt auch einen Geflügelschlachthof betreibt, wurde im Aufrag vom NEULAND e.V. eine Warenflussanalyse beauftragt. Nachdem durch die Gesellschaft für Ressourcenschutz, als von NEULAND beauftragte Kontrollstelle, die entsprechende NEULAND-Vermarktungseinrichtung in Bad Bevensen besucht wurde, um die Daten beim Landwirt abzugleichen, hat dieser per Mail am 9.12.13 um 14.00 Uhr bei NEULAND e.V. gekündigt. Eine Kontrolle konnte nicht mehr durchgeführt werden. Daraufhin wurde die noch am gleichen Tag geschlachtete Geflügellieferung gestoppt.

Für die angeschlossenen NEULAND-Fleischer musste kurzfristig ein Ausgleich mit Biogeflügel und bzw. NEULAND-Geflügel aus anderen Regionen geschaffen werden. Das ist im Weihnachtsgeschäft nur unzureichend gelungen, so dass der NEULAND-GmbH Bad Bevensen ein wirtschaftlicher Schaden bis Ende März von ca. 40.000 EUR entstanden ist.

Einige NEULAND-Fleischereien in Berlin haben noch weiter von dem Landwirt Geflügel bezogen, klar mit der Anweisung, dies deutlich als Nicht-NEULAND zu kennzeichnen.

Der NEULAND-Vorstand hat diesen Vorfall schon bei seiner letzten Vorstandssitzung zum Anlass genommen, die Kontrollabläufe noch klarer zu gliedern und zu verkürzen, um schneller auf mögliche Verstöße reagieren zu können.

Dieser Fall ist ein Einzelfall, bei dem möglicherweise kriminelle Energie und Raffgier eine Rolle gespielt hat. NEULAND ist an einer schnellen Aufklärung interessiert, da wir weiterhin für eine transparente, ethisch verantwortbare Erzeugung von Fleisch kämpfen wollen und vor den rechtschaffenden Bäuerinnen und Bauern stehen.

V.i.S.d.P. Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer NEULAND e.V.

—————————————————————————————–

Dazu meine Empfehlung:

Sie kennen Ihren Doktor mit Namen. Lernen Sie Ihren Fleischlieferanten / Erzeuger / Landwirt mit Namen kennen. Das geht lokal sehr gut. Kaufen Sie ganz einfach lokal produzierte Ware. Die Alternative ist sich „blenden“ zu lassen und minderwertige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Eine weitere Empfehlung: Leben Sie ab sofort vegan. Als Versuch fangen Sie mit 21 Tagen „Vegantest“ an.

Landwirtschaft: Klimaänderung durch Landnutzung

Änderungen in der Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen können lokal zu einer Klimaerwärmung führen, die mit der Erwärmung durch die Umwandlung von natürlicher Vegetation in Agrarflächen vergleichbar ist. Neben den Treibhausgasemissionen ist die durch die menschliche Landnutzung veränderte Energiebilanz der Erdoberfläche einer der wichtigsten anthropogenen Treiber in der Klimaänderung.

In der aktuellen Vorab-Onlineausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Climate Change stellt eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern eine Studie auf Grundlage von Satellitenbeobachtungen und bodengestützten Messwerten aus in den gemäßigten Breiten von Nordamerika und Eurasien vor. Geo-Ökologe Martin Wattenbach vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ war an der Auswahl der landwirtschaftlich genutzten Gebiete und an der Datenauswertung beteiligt: „Wir haben die direkten klimatischen Folgen der Veränderungen der Landoberfläche und der Landnutzung untersucht und verglichen“, so Wattenbach. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung die Energiebilanz der Erdoberfläche so stark verändert, dass sie einen wichtigen Treiber des regionalen Klimawandels darstellt.“

Sowohl für Eurasien als auch für Nordamerika ergab sich durch die veränderte Landnutzung in der Gesamtsumme aller Effekte eine regionale Erwärmung von 1,7 Grad Celsius. Berücksichtigt man die Zunahme der Erdbevölkerung auf neun Milliarden Menschen im Jahr 2050, so muss bei der zukünftigen Planung also neben den Treibhausgasemissionen durch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion auch die veränderte Energiebilanz gleichermaßen einbezogen werden. Quelle: Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Sebastiaan Luyssaert et al., “Land management and land cover change have impacts of similar magnitude on surface temperature”, Nature Climate Change, AOP 13.04.2014, DOI: http://dx.doi.org/10.1038/nclimate2196

Weltklimarat: Globale Energiewende ist machbar und zahlt sich aus

Am Morgen vor der Präsentation des jüngsten Klimaberichts haben Greenpeace-Aktivisten für einen raschen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien demonstriert. Die Umweltaktivisten bauten am Brandenburger Tor eine Erdkugel von fünf Metern Durchmesser auf und forderten „Power To The People! Clean Energy Now!“. Der Weltklimarat (IPCC) stellt heute in Berlin die Zusammenfassung des dritten Teils seines Berichts vor. Darin weisen die Wissenschaftler Wege aus der Klimakrise. Ein radikaler Umstieg auf CO2-freie Erneuerbare Energien, so eine Kernbotschaft des Reports, würde das globale Konsumwachstum um lediglich 0,06 Prozent pro Jahr abschwächen. „Eine globale Energiewende ist keine Belastung, sie ist eine Chance. Mit minimalen Kosten lassen sich die dramatischsten und teuren Folgen des Klimawandels verhindern“, sagt Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid.

Laut IPCC-Report stellen sich Investoren auf die globale Energiewende ein. In den kommenden Jahren werden Hunderte von Milliarden Euro in Anlagen für Erneuerbare Energien fließen, prognostizieren die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Dagegen werden Investitionen in Kohlekraftwerke drastisch abnehmen. „Der IPC-Bericht ist unmissverständlich. Unsere Energieversorgung muss nachhaltig, sicher und CO2-frei werden. Die Botschaft ist auch bei Investoren angekommen“, so Smid.

Auf ein Jahrzehnt der Kohle folgt ein Jahrhundert der Erneuerbaren

Der Klimabericht zeigt die Welt vor einer historischen Wende. Zwischen 2000 und 2010 sind die globalen CO2-Emissionen stärker gestiegen als in den Jahrzehnten zuvor. Verursacht hat diesen starken Anstiegs die Verbrennung fossiler Energieträger, hauptsächlich Kohle. Inzwischen jedoch haben die Erneuerbaren Energien sich technologisch und ökonomisch soweit entwickelt, dass sie künftig eine zunehmend gewichtige Rolle in der Energieerzeugung spielen werden, schreiben die Klimawissenschaftler. „Das 21. Jahrhunderts hat mit einem Kohlejahrzehnt begonnen, doch es wird sich in das Jahrhundert der Erneuerbaren Energien wandeln“, so Smid.

Dieser Entwicklung muss auch Deutschland konsequent folgen. Für eine ehrliche Energiewende müssen wir aus der Kohleverstromung aussteigen. Derzeit jedoch sehen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) tatenlos zu, wie Braunkohlekraftwerke Deutschlands CO2-Emissionen steigen lassen. Als Konsequenz auf den Klimabericht fordert Greenpeace von der Bundesregierung erneut einen Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 und ein Ende der Kohleverstromung insgesamt bis 2040.