Sportliche Aktivität erhöht Beschäftigungschancen und Einkommen

Der Stellenwert sportlicher Fitness für die Überwindung von Arbeitslosigkeit wird vielfach unterschätzt. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Sport neben der Gesundheit auch die kognitiven und nicht-kognitiven Fähigkeiten fördert – einschließlich sozialer Kompetenzen wie Teamwork, Selbstdisziplin, Ausdauer, Stressbewältigung und Selbstvertrauen. Für IZA World of Labor, eine Online-Plattform des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), hat Michael Lechner diesen Zusammenhang untersucht. Seine Analyse legt nahe, dass die Förderung sportlicher Betätigung als Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik die Wiederbeschäftigungschancen gerade von Langzeitarbeitslosen deutlich steigern könnte.

Mit der Sportausübung geht der Studie zufolge in aller Regel eine gesteigerte individuelle Leistungsbereitschaft und Produktivität einher. Bei Erwerbstätigen kann sich dies positiv auf den individuellen Erfolg am Arbeitsmarkt auswirken und zu Lohnsteigerungen zwischen vier und 17 Prozent führen. Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) für Deutschland belegen beispielsweise ein fünfprozentiges Einkommensplus für Männer, die mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Besonders wirksam sind Sportarten im Freien, doch auch Fitnesstraining zahlt sich aus.

Schon Kinder und Jugendliche profitieren vom Sport durch bessere schulische Leistungen und „Soft Skills“, die sich wiederum positiv auf die späteren Arbeitsmarktchancen auswirken. So zeigen SOEP-Daten ebenfalls, dass Frauen, die bereits als 15-Jährige regelmäßig Sport trieben, im Durchschnitt rund sechs Prozent mehr verdienen.

Aber auch Stellensuchende werden durch die Effekte sportlicher Aktivitäten mit höherer Wahrscheinlichkeit zu intensiveren Suchanstrengungen und selbstbewussterem Auftreten in Bewerbungsverfahren angeregt. Sport sollte dabei allerdings nicht den Zeiteinsatz für die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt oder eine Qualifizierung reduzieren, sondern eher „unproduktive“ Zeiten etwa vor dem Fernseher verringern.

„Die gezielte Förderung sportlicher Betätigung könnte als arbeitsmarktpolitische Maßnahme zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen, beispielsweise in Form von Laufgruppen oder Mannschaftsporttraining, durchaus sinnvoll sein“, erklärt Lechner. Auf diese Weise ließen sich die körperliche und geistige Fitness der freiwilligen Teilnehmer steigern sowie deren Teamgeist und Durchhaltevermögen fördern. „Das sind alles Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen“, so der Ökonom von der Universität St. Gallen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) kooperiert auf diesem Gebiet seit einigen Jahren mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Ein „vielversprechender Ansatz“, findet Lechner. Evaluationsstudien müssten nun zeigen, welche konkreten Umsetzungen sich in der Praxis bewährt haben. Denn bislang gibt es zwar einzelne lokale Projekte, aber noch kein flächendeckendes Angebot. Quelle: Institut für Zukunft der Arbeit

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KIT Karlsruhe: Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus?

Demografischer Wandel, Globalisierung und Digitalisierung – die drei großen Megatrends der Gegenwart verändern die Arbeitswelt massiv. Welche Folgen hat dies zum Beispiel für die Produktionsprozesse? Und vor allem: Wie wirkt sich die mehrfache Revolution auf Psyche und Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung aus? Unter dem Motto „VerANTWORTung für die Arbeit der Zukunft“ suchen Experten über Fachgrenzen hinweg Antworten und diskutieren am KIT neue Analysemethoden und Gestaltungsmöglichkeiten für die Arbeitswelt von morgen. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich zum Kongress (25.-27.Februar) eingeladen.

Die moderne Arbeitswelt fordert den heute darin lebenden Menschen viel ab. Zeitverträge und ständige Neuerungen am Arbeitsplatz im Zuge der Digitalisierung verlangen eine hohe geistige und räumliche Flexibilität während des gesamten Arbeitslebens. Zudem verlagert die voranschreitende Automatisierung mehr und mehr Arbeitsplätze in den Dienstleistungssektor und damit ins Großraumbüro – auf Drehstühle vor Bildschirmen. Diesen Herausforderungen gegenüber steht ein im Durchschnitt immer älterer Homo sapiens – angepasst an ein Leben als Jäger und Sammler mit viel Bewegung und stabilen sozialen Verhältnissen in kleinen Gruppen. Das Ergebnis schließlich können Rückenleiden und Burn-Out sein.

Diese und viele andere Themen werden ausführlich in Karlsruhe diskutiert: http://www.gfa2015.de/93.php

WhatsApp: Ich weiß genau, dass du während der Arbeit chattest!

FAU-Informatiker machen auf Gefahr für Privatsphäre durch WhatsApp aufmerksam

Es ist ein allgegenwärtiger Anblick in Bus, Bahn, Fußgängerzone oder im Café: Menschen richten ihren Blick alle paar Minuten konzentriert auf ihr Smartphone, tippen und erhalten kurz darauf die Antwort. Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp hat weltweit um die 600 Millionen Mitglieder, ist fest in den Alltag integriert und wird auf Smartphones weitaus häufiger genutzt als die Telefonfunktion, aber wie steht es um die Sicherheit der Privatsphäre der Nutzer? Der Lehrstuhl für Informatik 1 (Sicherheitsinfrastruktur) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat genau das untersucht – mit beunruhigenden Ergebnissen.

Wenn ein Nutzer WhatsApp öffnet, wird er im Netzwerk automatisch als „online“ angezeigt, schließt er sie, wird sein Status auf „offline“ gesetzt. Diese Funktion ist im Programm inhärent, das heißt der Nutzer hat keine Möglichkeit diese abzustellen. Hinzu kommt, dass der Online-Status eines Nutzers für jeden einsehbar ist, der dessen Rufnummer kennt. Eine Autorisierung durch den Nutzer ist dafür nicht nötig, sodass er ohne weiteres durch Dritte ausgespäht werden kann. Forscher des Lehrstuhls für Informatik 1 haben 1000 zufällig ausgewählte Nutzer aus aller Welt neun Monate lang rund um die Uhr beobachtet, um herauszufinden, welche Informationen sich über den Online-Status ablesen lassen und, ob WhatsApp dagegen vorgeht, dass ihre Nutzer ausgespäht werden.

Hierzu entwickelte die Forschergruppe ein spezielles Programm, das durchgehend im Netzwerk online ist und die Online-Stände der Nutzer protokolliert. Aus den Daten lässt sich beispielsweise erkennen, dass Nutzer sich im Durchschnitt 23 Mal am Tag einwählen und insgesamt 35 Minuten mit dem Schreiben und Lesen von Nachrichten verbringen. Deutsche Nutzer liegen hier knapp über dem Durchschnitt, sie öffnen die App 26 Mal am Tag und nutzen sie im Schnitt knapp 41 Minuten täglich – besonders häufig im Zeitfenster zwischen 13 Uhr und 21 Uhr.

Argloser Umgang mit Nutzerdaten
„Wenn über einen längeren Zeitraum beobachtet werden kann, wann ein Nutzer die App nutzt, lassen sich aus den gewonnenen Daten viele empfindliche Informationen über seine Lebensgewohnheiten rekonstruieren, z.B. wann geht er zu Bett, wann steht er auf, war er am Wochenende länger unterwegs, wie oft nutzt er WhatsApp während der Arbeitszeit,“ erklärt Andreas Kurtz vom Lehrstuhl für Informatik 1. Außerdem können Dritte so jederzeit einsehen, wann der Nutzer erreichbar ist. Angesichts dieser Gefährdung der Privatsphäre ist es erschreckend, dass WhatsApp bisher offenbar wenig unternommen haben, diese Problematik zu lösen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. „Da unser Programm selbst keine Nachrichten verschickt, Kontakt zu vielen Nutzern gleichzeitig hat und rund um die Uhr mit dem Netzwerk verbunden ist, müsste es stark vom üblichen Nutzungsverhalten abweichen und seitens WhatsApp leicht zu erkennen und zu unterbinden sein.“, sagt Kurtz, allerdings sei nichts dergleichen geschehen. „Durch das Projekt möchten wir insbesondere dafür sensibilisieren, wie arglos WhatsApp mit den Daten zum Online-Zustand umgeht.“

Die Ergebnisse des Projektes und das Ausmaß der Informationen, die sich aus den gesammelten Daten ziehen lassen, sind auf http://www.onlinestatusmonitor.com einzusehen. Selbstverständlich sind sämtliche protokollierten Daten komplett anonymisiert und auch exakte Online-Zeitpunkte der Nutzer werden nicht veröffentlicht. Die Daten, die von den Forschern anonym von den WhatsApp-Servern abgefragt werden konnten werden lediglich in aggregierter Form veröffentlicht. Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Buchempfehlung: Pater Anselm Grün – Kraftvolle Visionen gegen Burnout und Blockaden

»Flow« ist die beste Form schöpferischer und befriedigender Arbeit. Druck dagegen erzeugt Blockaden, führt zur Erschöpfung: zum Crash in Leib, Geist und Seele. Was uns motiviert, das sind Leitbilder, Vorbilder, Visionen. Anselm Grün begleitet viele Menschen, die von Stress und Burnout betroffen sind. Er stellt erprobte Imagination vor, die neue Potentiale freisetzen. Bilder, die kraftvoll helfen, Lust am Leben und am Arbeiten zu entwickeln.

Verlag Kreuz
Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2012
Format: 12,5 x 20,5 cm,
180 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-451-61170-4
€[D] 17,99

Kein „Merkel-Faktor“: Studie untersucht Frauen auf dem Weg zur Macht

Politische Werdegänge von Frauen und Männern unterscheiden sich kaum

Welche Voraussetzungen müssen Frauen erfüllen, um die politische Karriereleiter zu erklimmen? Unterscheidet sich ihr Weg zur Macht von dem männlicher Konkurrenten? Eine neue Studie der Leuphana Universität Lüneburg verneint diese Frage. Die Wissenschaftler haben die Biografien sämtlicher Premierministerinnen in Europa seit 1945 mit denen ihrer männlichen Kollegen verglichen. Es ist bislang die europaweit umfangreichste Untersuchung dieser Art.

Seit 1945 gab es in Europa 276 Premierminister, aber nur 14 Premierministerinnen. Zu den wohl bekanntesten zählen die Britin Margaret Thatcher und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Nur wenige Frauen schaffen es also an die politische Spitze“, stellt Ina Kubbe vom Zentrum für Demokratieforschung (ZDEMO) der Leuphana Universität fest. „Uns interessiert, ob sie auf diesem Weg andere Voraussetzungen erfüllen müssen als Männer.“

Die Demokratieforscher haben dazu Biografien der 14 Erfolgs-Frauen ausgewertet und mit denen ihrer männlichen Kollegen verglichen. Bei diesem Vergleich beschränkten sie sich auf die Länder in Europa, die seit 1945 mindestens einmal unter weiblicher Ägide standen. Die Demokratien Südeuropas etwa blieben so außen vor; dort war der Chefsessel bislang ausschließlich für Männer reserviert. „Wir vergleichen also insgesamt 138 Lebenswege – 124 von Männern, 14 von Frauen“, erläutert Kubbe.

Das Ergebnis ist auf den ersten Blick überraschend. „Die Karrierewege von männlichen und weiblichen Premierministern sind praktisch ununterscheidbar“, betont ZDEMO-Leiter Professor Dr. Ferdinand Müller-Rommel. Ob Kohl oder Merkel, Thatcher oder Blair – Frauen wie Männer durchlaufen auf ihrem Weg zur Spitze in der Regel ganz ähnliche Stationen: Sie beginnen meist in der Lokalpolitik, werden dann irgendwann Mitglied des Parlaments, übernehmen die Leitung eines Ministeriums und später oft den Vorsitz ihrer jeweiligen Partei. Im Schnitt sammeln sie 17 Jahre Erfahrung in Parlament und Kabinett, bevor der letzte Karriere-Schritt auf den Premierminister-Posten erfolgt – in der Regel mit Ende 40.

Wer ein Land führen will, muss seine Fähigkeiten also zuvor in hochrangigen politischen Ämtern bewiesen haben. Was zählt, sind Erfahrung und Professionalität – und zwar unabhängig von den Geschlechtschromosomen. „Wir haben anhand unserer Daten kein typisches Muster finden können, in dem sich der weibliche Weg zur Macht von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet“, resümiert Müller-Rommel. „Das kam für uns unerwartet.“

Kein Muster an Gleichberechtigung

Das bedeutet aber nicht, dass Europas Regierungen ein Muster an Gleichberechtigung sind. Zwar müssen Frauen und Männer augenscheinlich dieselben Voraussetzungen mitbringen, um in Schlüsselpositionen vorzustoßen. Dennoch sind Frauen in der Politik immer noch stark unterrepräsentiert. Ein möglicher Grund: Männer machen in der Politik schneller Karriere, weil sie bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden. Das Sieb vor jedem Karriereschritt wäre bei ihnen in diesem Fall also gröber als bei Frauen. Die Lüneburger Wissenschaftler wollen nun analysieren, ob dieser Mechanismus die geringe Zahl von Premierministerinnen erklären kann.

Die ZDEMO-Forscher haben in ihren Daten zudem zwei interessante Auffälligkeiten ausgemacht. Zum Einen sind Premierministerinnen im Schnitt besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen – sie haben zum Beispiel häufiger studiert und promoviert. Es scheint also so zu sein, dass die Anforderungen an Frauen, die in der Politik Karriere machen wollen, in diesem Punkt höher sind als die an Männer.

Ministerin für „Gedöns“

Im Unterschied zu Männern besetzen Frauen zudem meist wenig prestigeträchtige Ministerposten. Sie sind – um es mit den Worten von Altkanzler Gerhard Schröder zu sagen – eher für „Gedöns“ zuständig als für Finanzen oder das Militär. Sie werden also anscheinend eher auf „weiche“ Themen abgeschoben. Ursula von der Leyen ist in ihrer Position als Verteidigungsministerin (noch) eine Ausnahme – zumindest hierzulande. Denn in den skandinavischen Ländern scheint diese klassische Ressortaufteilung schon mehr oder weniger passé zu sein. „Schweden, Dänemark oder Norwegen sind – und zwar auch in der Politik! – in Sachen Gleichberechtigung ein ganzes Stück weiter als wir“, betont Ina Kubbe. „Die Gleichstellung von Mann und Frau ist dort in der Gesellschaft fest verankert. Das schlägt sich auch in den entsprechenden Rahmenbedingungen nieder, wie etwa der Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen.“

Doch immerhin scheint Europa bei diesem Thema insgesamt etwas voranzukommen. Inzwischen müssen etwa Premierministerinnen nicht mehr als absolute Exotinnen gelten: Zwischen 2010 und 2014 gab es in Europa immerhin sechs Staatslenkerinnen, in den 30 Jahren davor waren es zusammengerechnet acht. Von einem Frauen-Boom in der Politik mag Kubbe dennoch nicht sprechen: „In den 28 EU-Staaten gibt es momentan insgesamt vier Premierministerinnen. Das sind gerade einmal 14 Prozent.“

Lebenszufriedenheit: Vielen Deutschen mangelt es an Zeit

Alleinerziehende und Selbstständige sind besonders oft betroffen

Vielen Menschen in Deutschland fehlt es an Zeit. Das zeigt eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg, die in Kürze in der Fachzeitschrift „Journal of Economic Inequality“ erscheint. Die Forscher zeigen darin, dass zu wenig Zeit die Lebenszufriedenheit ähnlich beeinträchtigt wie zu wenig Geld. Sie schlagen daher einen neuen Armutsbegriff vor, der auch den Mangel an Freizeit berücksichtigt. Nach dieser Definition liegt in Deutschland jeder achte Erwerbstätige unter der Armutsgrenze. Bei Alleinerziehenden ist jeder Fünfte betroffen, bei Selbstständigen sogar jeder Dritte.

Die Wissenschaftler haben für ihre Studie unter anderem Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Seit 1984 werden darin über 20.000 Menschen aus ganz Deutschland zu verschiedenen Themen befragt. Die Stichprobe ist nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzt. Sie liefert daher ein repräsentatives Bild der Lebensumstände in Deutschland.

Die Teilnehmer machen unter anderem Angaben zu ihrem Einkommen sowie zu der Zeit, die sie täglich mit bestimmten Aufgaben verbringen. Außerdem geben sie zu Protokoll, wie sehr sie mit ihrem Leben zufrieden sind. Die Lüneburger Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Joachim Merz und Tim Rathjen haben diese drei Parameter nun zueinander in Beziehung gesetzt. „Zu wenig Zeit zu haben, beeinträchtigt die Lebenszufriedenheit ganz ähnlich, wie zu wenig Geld zu haben“, fasst Merz einen Kernbefund der Analyse zusammen.

Zeitmangel lässt sich durch Geld zum Teil kompensieren

Ein zweites wichtiges Ergebnis: Zeitmangel lässt sich zumindest teilweise durch ein höheres Einkommen kompensieren – und umgekehrt. Wer viel verdient und nur wenig Freizeit hat, ist also im Schnitt ähnlich zufrieden wie jemand mit einem geringen Einkommen, aber viel Freizeit.

Merz und Rathjen haben aus diesen Zusammenhängen ein neues Armutsmodell entwickelt. Momentan zählt nach einer gängigen EU-Definition als arm, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in seinem Land verdient. „Wir haben in den SOEP-Daten nur diejenigen Befragten berücksichtigt, die mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten“, erläutert Merz. „Von diesen lagen zum Erhebungszeitpunkt rund 6,8 Prozent unter dieser Einkommensgrenze. Diese 6,8 Prozent sind die so genannten ‚working poor‘: Sie sind im klassischen Sinne arm, obwohl sie mehr als 5 Stunden täglich arbeiten.“

Die neue Definition bezieht nun aber erstmals auch mit ein, wie viel persönliche Freizeit den Befragten zur Verfügung steht. „Dadurch rutschen einige Personen trotz ihres geringen Einkommens aus der Armutszone“, erklärt der Ökonom. „Andererseits kommen aber Menschen hinzu, die zwar genug verdienen, denen aber durch Arbeit, Kindererziehung und andere Verpflichtungen so wenig Freizeit bleibt, dass sie nach unserer Definition dennoch als arm zu bezeichnen sind.“ Merz spricht von einer multidimensionalen Armutsdefinition (mit den Dimensionen Einkommen und Zeit). Nach ihr gelten 12,3 Prozent der Deutschen als arm – also fast doppelt so viele wie nach der Einkommens-fixierten Sichtweise.

Gefährdet: Alleinerziehende, Selbstständige, Kinderreiche

Um diese Zahl zu erhärten, nutzten die Forscher zusätzlich eine Umfrage aus den Jahren 2001/2002, die Zeitbudget-Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Rund 35.000 Personen haben darin mittels detaillierter Zeittagebücher ihren Tagesablauf im Zehn-Minuten-Rhythmus erfasst.

„Mit Hilfe dieser Daten können wir sehr genau sagen, welche Personengruppen besonders häufig multidimensional arm sind“, sagt Merz. Alleinerziehende etwa haben oft ein vergleichsweise geringes Einkommen. Gleichzeitig sind sie jedoch durch Arbeit und Erziehungsaufgaben so in Anspruch genommen, dass sie nach der neuen Definition überproportional häufig unter die Armutsgrenze sinken. Mehr als 19 Prozent waren 2001/2002 betroffen. Kinderreiche Familien sind ebenfalls gefährdet; Paare mit drei oder mehr Kindern fielen zu 31,6 Prozent unter die neue Armuts-Definition.

Unter Selbstständigen lag die Quote mit 29,4 Prozent ähnlich hoch. Das liegt vor allem an ihren langen Arbeitszeiten: „Fast zwei Drittel der erfassten Selbstständigen sind ‚zeit-arm’“, erläutert Merz. „Ihnen steht weniger als 60 Prozent der Freizeit zur Verfügung, die die Befragten im Mittel angaben.“

Und noch ein Schluss lässt sich aus den Daten ziehen: Vor multidimensionaler Armut schützt (ähnlich wie vor Einkommens-Armut) am besten eine gute Ausbildung. Bei den Befragten mit Hochschulabschluss lag die multidimensionale Armuts-Quote nur bei 9,4 Prozent.

Merz, J. , & Rathjen, T. (2014). Multidimensional time and income poverty: Well-being gap and minimum 2DGAP poverty intensity – German evidence. Journal of Economic Inequality, 1-26; DOI: 10.1007/s10888-013-9271-6

Buchempfehlung: Daniel Goleman – Konzentriert Euch!

Die Lüge vom Multitasking und die Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

In der heutigen Welt der permanenten Reizüberflutung und Ablenkung fällt es uns immer schwerer, uns noch auf das Einzelne zu konzentrieren. Der renommierte Psychologe und Bestsellerautor Daniel Goleman zeigt, warum wir Dinge niemals gleichzeitig erfassen können und dass die Fähigkeit der Konzentration von zentraler Bedeutung ist, um im Leben erfolgreich und zufrieden zu sein.

Das Handy klingelt, ständig wird uns der Eingang neuer E-Mails angezeigt – auf allen Kanälen stürzen neue Informationen und Reize auf uns ein. Wie oft haben wir das Gefühl, uneffektiv zwischen den Dingen hin und her zu springen und nichts hundertprozentig zu machen. Doch um Leistung zu erbringen und erfolgreich zu sein, müssen wir, wie Daniel Goleman zeigt, unsere Aufmerksamkeit bündeln – sei es im Job, bei der Gestaltung unseres Privatlebens, beim Sport oder in der Politik. Goleman beschreibt anhand zahlreicher Studien und anschaulicher Fallbeispiele die neuesten neurobiologischen Erkenntnisse über Konzentrationsfähigkeit und wie sie jeder verbessern und damit souveräner seine Ziele im Leben verwirklichen kann. So müssen wir nicht länger Getriebene einer reizüberfluteten Zeit sein, sondern können das Bestmögliche aus uns herausholen.

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Die Zukunft der Arbeit: Neue Technologien, neue Werte und Kollaboration

Informations- und Kommunikationstechnologien sind in der Arbeitswelt allgegenwärtig. Sie durchdringen und verdrängen zunehmend die klassische Industrie- und Büroarbeit. Die Digitalisierung macht das Wissen zur zentralen Ressource. Es entstehen flexible und mobile Arbeitsverhältnisse und neue Formen der Zusammenarbeit, die Wirtschaft, Unternehmen und jeden Einzelnen vor neue Herausforderungen stellen.

Auf einer Konferenz des MÜNCHNER KREIS haben rund 130 Experten die Auswirkungen der Digitalisierung auf unser zukünftiges Arbeiten diskutiert. Deutschland wurden dabei überraschend gute Chancen eingeräumt. „Der Erfolg von Arbeit wird immer mehr dadurch definiert, wie kooperativ und kreativ Wissensarbeiter sind und wie intelligent sie sich vernetzen“, sagte Prof. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des MÜNCHNER KREIS. Das Verständnis von und für neue Strukturen der Arbeit sei Ausschlag gebend. Und dieses Verständnis wachse vor allem in Ländern mit hohem Bildungsniveau, in denen das Wissen die wichtigste verfügbare Ressource ist.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die berufliche Zusammensetzung des Arbeitsmarktes. Produktionsarbeiter und Bürofachkräfte, deren Tätigkeiten durch präzise definierte Routineabläufe bestimmt sind, werden zunehmend durch Maschinen ersetzt. Dagegen expandieren Berufe, die Kreativität, Umgang mit Menschen oder visuelles und räumliches Anpassungsvermögen verlangen. „Zu den Wachstumsberufen gehören sowohl gut bezahlte Manager als auch Niedriglohnarbeiter im Gastgewerbe, während viele von Computern verdrängte Berufe in der Mitte des Einkommensspektrums liegen. Der technologische Wandel führt somit zu einer Polarisierung der Arbeitswelt“, gab Prof. David Dorn vom Center for Monetary and Financial Studies in Madrid zu bedenken.

Einige Aufgaben und Probleme, die für Menschen relativ einfach zu lösen sind, können derzeit jedoch selbst von moderner Technologie noch nicht algorithmisch bewältigt werden. Hierzu zählen mitunter Text- und Bilderkennung, das Verifizieren, Analysieren und Kategorisieren von Videoinhalten, das Schaffen von Wissen, das Verbessern und Kreieren von Produkten oder wissenschaftliche Forschung. Beim Crowdsourcing werden solche Aufgaben nun auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer großen Anzahl zunächst unbekannter Freiwilliger im Internet ausgelagert. „Die Unternehmen haben hierbei Zugriff auf eine Masse von Menschen, die ihnen im Unternehmen nicht zur Verfügung stehen würden. Durch Crowdsourcing entsteht jedoch auch eine Vielzahl organisatorischer und wissenschaftlicher Herausforderungen aus unterschiedlichsten Disziplinen der Informatik, wie das Schaffen von Anreizen für die Arbeiter und die Qualitätssicherung der durchgeführten Arbeiten“, merkte Prof. Phuoc Tran-Gia von der Universität Würzburg an.

Prof. Thomas W. Malone von der MIT Sloan School of Management war der Konferenz des MÜNCHNER KREIS per Livestream zugeschaltet. Er erklärte, wie das Zusammenwirken technologischer und ökonomischer Rahmenbedingungen bereits heute weit reichende Veränderungen in Organisationen und Unternehmen ermöglicht. Insbesondere die ständig sinkenden Kosten der Kommunikation erlaubten einen Wandel der Arbeitsorganisation, dessen Tragweite er mit dem demokratischen Wandel von Staaten verglich. Malone stellte ein globales Projekt des von ihm geleiteten Center for Collective Intelligence vor, das sich die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für die drängenden Probleme des Klimawandels zum Ziel gesetzt hat. Im Climate CoLab brechen Experten unterschiedlicher Wissensgebiete und Herkunft die genauso komplexen wie bedrohlichen ökologischen Herausforderungen des Klimawandels auf seine Teilaspekte herunter. In virtuellen Diskussionsforen, gemeinsam geführten digitalen Ideenmagazinen und Computersimulationen erarbeitet hier eine Vielzahl internationaler Expertenteams gemeinsam Vorschläge für tragfähige Lösungen. Mehrheitsabstimmungen, die Aufteilung in Lösungs- und Kontrollfunktionen sowie das Prinzip der Expertenbeurteilung erzeugten dabei eine kollektive Intelligenz, die deutlich über dem Durchschnitt der individuellen Intelligenz der Teammitglieder läge, erklärte Malone. Entsprechend hoch sei daher auch die Qualität der Handlungsempfehlungen und der Vorschläge für die politische Entscheidungsfindung.

Traditionelle, hierarchisch strukturierte Organisationen, die auf Weisung und Kontrolle basieren, sind den informationstechnologisch gestützten Arbeitsformen und neuen Werthaltungen oft nicht mehr angemessen. „Die Entwicklung der Organisationen hält mit diesem Wandel der Arbeit oft nicht Schritt. Managementgesteuerte Organisationen erweisen sich als zu langsam, zu unflexibel, zu fehleranfällig“, erklärte Winfried Kretschmer, Chefredakteur von changeX. Die Herausforderung läge heute darin, neue Modelle für hochgradig anpassungsfähige, extrem innovative und inspirierende Organisationen und deren Führung zu entwickeln. „Mit dem WorldWideWeb entstehen neue Werkzeuge der Kooperation, die mit den alten Strukturen nicht mehr kompatibel sind und andere Formen der Kollaboration erfordern“, so Kretschmer. „Flexibilisierte Arbeitszeiten, Arbeitsorte, das Zusammenwachsen von Arbeits- und Freizeit sowie zunehmend heterogene Teams verlangen überdies andere Integrationsarbeit und Koordinationsmechanismen, die auch Multikulturalität bewältigen“, ergänzte Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO.

Ausgehend von den sich rasch weiterentwickelnden Technologien fasste Wolfgang Wopperer vom Hamburger Tech-Inkubator mindmatters die Herausforderungen an ein neues Verständnis von Arbeit zusammen: „Will man Charakter und Reichweite der Veränderungen verstehen und ein klares Bild von künftigen Arbeitsformen gewinnen, sind drei Aspekte zu verstehen: Was bedeutet es, wenn Daten und Code statt physischer Produkte Basis und Mittel der Wertschöpfung werden? Wie sind diese faktisch und juristisch verfasst – sind unsere althergebrachten Regeln für Eigentum und Zugang noch angemessen? Und welche Arten der Zusammenarbeit bringen diese Rahmenbedingungen hervor?“ Quelle: MÜNCHNER KREIS:

Fröhlichen Frauen wird kein Führungswille zugetraut – stolzen schon

Frauen werden als führungsbereiter wahrgenommen, wenn sie Stolz auf ihre eigene Leistung zeigen. Wirken sie hingegen fröhlich, wird ihnen weniger Führungswille zugetraut als ähnlich emotionalen Männern. Dies ist eines der ersten Ergebnisse eines langfristigen Forschungsprojekts, bei dem Wirtschaftswissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) die Auswahl und Beurteilung von Führungskräften untersuchen. Dabei zeigte sich, dass selbst Frauen nach wie vor mehr Führungskraft von Männern erwarten. Im nächsten Schritt wollen die Forscherinnen Schulungen entwickeln, die bei einem vorurteilsfreien Personalmanagement helfen.

Sie müssen besser verhandeln, Netzwerke knüpfen, Karrierestrategien entwerfen – so lauten meist die Rezepte, mit denen mehr Frauen Führungspositionen erreichen sollen. „Doch diese Konzepte reichen nicht“, sagt Prof. Isabell Welpe vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TUM. „Sie lassen die Stereotype außer Acht, die bei der Einschätzung von Spitzenpersonal im Unterbewusstsein eine entscheidende Rolle spielen: Führungskräfte sollen durchsetzungsstark, dominant und hart sein, Frauen gelten als ausgleichend, freundlich, sozial.“

Wirtschaftswissenschaftlerinnen der TUM erforschen deshalb, welche Mechanismen bei der Auswahl und Beurteilung von Führungskräften in Wirtschaft und Wissenschaft wirken und wie Verzerrungen in der Wahrnehmung entgegengewirkt werden kann. Bei einer Tagung des Projekts stellten sie heute erste Ergebnisse vor.

In mehreren Studien stellten die Wissenschaftlerinnen zufällig ausgewählten Personen verschiedene Szenarien mit (potenziellen) Führungskräften und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Anschließend fragten sie die Wahrnehmung und Erwartungshaltung der Testpersonen ab.

Dabei zeigte sich, dass das gleiche Verhalten von Frauen und Männern in Führungspositionen unterschiedlich beurteilt wird: Bekamen Angestellte in einem Szenario eine Aufgabe übertragen, erwarteten die Testpersonen eine bessere Leistung, wenn ein Mann die Arbeit delegiert hatte.

In einem anderen Szenario gaben Vorgesetzte beim Delegieren von Aufgaben ihren Mitarbeitern mal mehr, mal weniger Entscheidungsfreiheit. Aus der Sicht der Mitarbeiter wünschten sich alle Testpersonen Führungskräfte, die mehr Freiheit lassen. Im Gegensatz zu den männlichen Testpersonen unterschieden Frauen allerdings nach dem Geschlecht der Bosse: Weibliche Vorgesetzte, die wenig delegierten, schnitten bei ihnen noch schlechter ab als männliche Chefs mit dem gleichen Verhalten.

„Männern in Führungspositionen wird nach wie vor mehr Durchsetzungsfähigkeit gegenüber ihren Mitarbeitern zugetraut“, sagt Prof. Isabell Welpe. „Überraschend ist, dass manche Stereotype gegenüber Frauen bei den Frauen selbst sogar ausgeprägter sind – wenn sie etwa einen dominanten Führungsstil bei Männern eher akzeptieren.“

Die Wissenschaftlerinnen haben aber auch Ansatzpunkte gefunden, wie Frauen Stereotype durchbrechen können:

Frühere Studien haben gezeigt: Wer als führungswillig gesehen wird, hat größere Chancen, tatsächlich auf eine Führungsposition gerufen zu werden. Dies bedeutet für Frauen einen Nachteil, da sie im Schnitt als weniger an Mitarbeiterführung interessiert wahrgenommen werden. Die Wissenschaftlerinnen der TUM untersuchten nun, welche Rolle dabei Emotionen spielen. Die Testpersonen sahen Szenarien, in denen Männer und Frauen fröhlich waren, Stolz auf die eigene Leistung oder aber keinerlei Emotionen zeigten. Diejenigen, die stolz wirkten, wurden als führungswilliger beurteilt. Dieser Effekt war deutlich stärker bei den gezeigten Frauen. „Vor allem fröhlich wirkenden Frauen wird wenig Führungswillen zugetraut“, sagt Welpe. „Umso größer ist die Wirkung, wenn sie Stolz zeigen.“

Aus ihren Erkenntnissen wollen die Wissenschaftlerinnen Schulungen entwickeln. Diese sollen Unternehmen und Wissenschaftsorganisationen helfen, Potenzial und Leistung von Frauen und Männern ohne Einfluss von Stereotypen zu beurteilen.

Am Projekt „Auswahl und Beurteilung von Führungskräften in Wissenschaft und Wirtschaft – wie unterscheiden sich Männer und Frauen?“ sind die beiden TUM-Lehrstühle für Strategie und Organisation (Prof. Isabell Welpe) sowie für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement (Prof. Claudia Peus) beteiligt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.

Fraunhofer IAO – Studie: Gesunde Arbeit und menschengerechten Arbeitsgestaltung

Stress und Burnout – Begriffe, die unsere Arbeitswelt scheinbar charakterisieren, wirft man einen Blick auf einschlägige Medien. Dabei gibt es zahlreiche Instrumente und Modelle, um gesunde und produktive Arbeit zu fördern. Ob und wie wirksam Arbeitgeber diese einsetzen, untersucht das Fraunhofer IAO in seiner Studie »Zukunft der menschengerechten Arbeitsgestaltung«. Eine Online-Befragung dazu ist gerade gestartet.

Die zunehmende Belastung für Arbeitnehmer wird nicht nur in den Medien als typisches Phänomen unserer heutigen Arbeitswelt thematisiert; auch einschlägige Statistiken belegen, dass die Anzahl psychischer Gesundheitsstörungen am Arbeitsplatz alarmierend anwächst.

Klar ist: Unsere Arbeitswelt wandelt sich derzeit erheblich. Neue Technologien digitalisieren unseren Arbeitsplatz, ermöglichen virtuelle Zusammenarbeit, machen Arbeitnehmer aber auch unabhängig von Zeit und Ort verfügbar. Das verändert nicht zuletzt unsere Arbeitskultur. Gleichzeitig werden Belegschaften älter und vielfältiger. Wie diese Veränderungen sich auswirken, ist nicht vollständig absehbar. Die zunehmende Arbeitsteilung und Spezialisierung auf den globalen Märkten erfordern tragfähige Formen der Vernetzung und Kooperation, die konkurrenzbetonte Sichtweisen zumindest teilweise in Frage stellen. Erhöhte Innovationsanforderungen setzen voraus, dass wir die kreativen Prozesse des Denkens und Handelns gründlicher verstehen und hierfür noch zweckmäßigere Arbeitsbedingungen schaffen.

Die Arbeitsforschung hat eine ganze Reihe von innovativen Modellen und Instrumenten zur Gestaltung produktiver und gesunder Arbeitsweisen entwickelt. Doch inwieweit kennen die Unternehmen diese Konzepte und setzen diese wirksam um? Reichen die vorhandenen Methoden und Instrumente zur Gestaltung der menschlichen Arbeit aus? Welche Erfahrungen haben Unternehmen mit der Wirksamkeit einschlägiger Strategien zur Arbeitsgestaltung und Gesundheitsförderung? Wie ergänzen sich derartige Initiativen mit komplementären Gestaltungsstrategien etwa des Lean Managements?

In der aktuellen Studie »Zukunft der menschengerechten Arbeitsgestaltung« will das Fraunhofer IAO mit Hilfe dieser und weiterer Fragen die betriebliche Akzeptanz und Wirksamkeit von etablierten Gestaltungsstrategien ermitteln. Vor allem geht es darum, Unternehmen eine qualifizierte Orientierung für eine zukunftsweisende Gestaltung der menschlichen Arbeit zu geben.

Betriebliche Experten und Entscheider sind ab sofort eingeladen, an dieser Studie teilzunehmen und ihr qualifiziertes Votum abzugeben. Alle Teilnehmer der Befragung erhalten exklusiv ausgewählte Studienergebnisse. Öffentlich vorgestellt wird die Publikation im Herbst 2013. Quelle: Fraunhofer IAO