STUDIE: Meditation kann Migräne lindern

„Stress ist ein bekannter Auslöser für Kopfschmerzen und die Forschung unterstützt die allgemeinen Vorteile der Geist / Körper-Interventionen für Migräne. Es gibt aber nicht viel Forschung, um spezifische standardisierte Meditation-Interventionen zu bewerten“, sagte Prof. Rebecca Wells Erwin (Assistant Professor für Neurologie / Wake Forest Baptist Hospital) – Hauptautorin der in der Online-Ausgabe HEADACHE veröffentlichten Studie.

Die Studie wurde so konzipiert, um die Sicherheit, Machbarkeit und Auswirkungen eines standardisierten Meditation und Yoga-Intervention (Mindfulness-Based Stress Reduktion MBSR) bei Erwachsenen mit Migräne zu bewerten.

19 Erwachsene wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt.  10 erhielten MBSR-Interventionen und neun eine standardisierte medizinische Versorgung. Die Teilnehmer besuchten 8-Wochen-Kurse und lernten MBSR-Techniken anzuwenden. Sie wurden angewiesen an 5 Tagen  / Woche jeweils 45-Minuten zu üben.

Die Studienteilnehmer wurden vor und nach der Probezeit mit objektiven Messungen der Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit ausgewertet. Sie erhielten auch Kopfschmerzen-Protokolle während der gesamten Studie. Dort sollte sie die Häufigkeit, Schwere und Dauer ihrer Migräne zu erfassen.

„Wir haben herausgefunden, dass die MBSR-Teilnehmer weniger Migräne hatten, die auch noch weniger schwer waren“, sagte Wells. „Nebeneffekt bei Kopfschmerzen, die waren in Dauer und Häufigkeit verkürzt. Die Teilnehmer hatten Steigerungen der Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit – und ein Gefühl der persönlichen Kontrolle über ihre Migräne. Darüber hinaus gab es keine Nebenwirkungen.“

Insbesondere hatten die MBSR-Teilnehmer  um den Faktor 1,4 weniger Migräne pro Monat – die auch weniger schwer waren. Die Kopfschmerzen der Teilnehmer waren signifikant kürzer als bei der Kontrollgruppe.

Basierend auf diesen Ergebnissen schloss das Forschungsteam, dass MBSR eine sichere und praktikable Therapie für Erwachsene mit Migräne ist. Obwohl die Stichprobengröße dieser Pilotstudie zu klein war um statistisch signifikante Veränderungen in der Häufigkeit oder schwere Migräne zu erkennen, gab es viele Anzeichen das MBSR eine positive Wirkung auf die Dauer von Kopfschmerzen, Einschränkungen, Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit hat.

„Zukünftige Studien mit größeren Stichproben sind geplant, um die Auswirkungen und die Mechanismen dieser Intervention bei Erwachsenen mit Migräne weiter zu evaluieren. Für die ungefähre 36 Millionen Amerikaner, die unter Migräne leiden, gibt es großen Bedarf für nicht-pharmazeutische Behandlungsstrategien. Die Ärzte und Patienten sollten wissen, dass MBSR eine sichere Methode ist, der die Auswirkungen der Migräne verringern kann“, sagte Prof. Wells.

Die Studie wurde finanziell von der American Headache Society Fellowship und der Kopfschmerz Forschungsfonds der John Graham Headache Center, Brigham und Frauenklinik Faulkner unterstützt.

Co-Autoren sind Timothy T. Houle, Ph.D., von der Wake Forest Baptist; Rebecca Burch, MD, Elizabeth Loder, MD, Randall H. Paulsen, MD, und Peter M. Wayne, Ph.D., von der Brigham and Women s Hospital, Harvard Medical School.

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Das Besondere am „Gottfried-Programm“ ist sein ganzheitlicher Ansatz: Im Vordergrund steht, was jeder selbst tun kann, um seinen Hormonhaushalt zu stabilisieren: eine Ernährungsumstellung, eine bewusstere Lebensführung (inkl. Bewegung und Ruhepausen) sowie Nahrungsergänzungsmittel.

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Das Besondere am „Gottfried-Programm“ ist sein ganzheitlicher Ansatz: Im Vordergrund steht, was jeder selbst tun kann, um seinen Hormonhaushalt zu stabilisieren: eine Ernährungsumstellung, eine bewusstere Lebensführung (inkl. Bewegung und Ruhepausen) sowie Nahrungsergänzungsmittel. Erst wenn keine Besserung eintritt, ist die Verordnung von bioidentischen Hormonen der letzte Schritt der Therapie.
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Preis: 22,– €

Mehr Kopfschmerzen bei Städtern als auf dem Land

„Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser für Kopfschmerzen. Immer häufiger wird diskutiert, ob uns unser Lebensstil, die ständige Erreichbarkeit jedes Einzelnen für private wie berufliche Belange und die vieler Orts gewaltige Verdichtung der Arbeit krank machen und zu mehr Kopfschmerzen führen“, sagt Privatdozentin Dr. Stefanie Förderreuther, Neurologin und Generalsekretärin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Eine Langzeiterhebung der Firma Boehringer, deren Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der DMKG ausgewertet und jetzt im Journal of Headache and Pain veröffentlicht wurden, zeigt, dass Kopfschmerzen in Deutschland tendenziell nicht zunehmen. Ebenso ergab die Erhebung, dass Menschen, die in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern leben, statistisch etwas häufiger unter Kopfschmerzen leiden als Menschen, die auf dem Lande leben.

In den Jahren 1995 bis 2009 wurde bei der Erhebung jährlich eine groß angelegte Verbraucherbefragung an jeweils ca. 16.000 bis 18.000 Personen durchgeführt und die Häufigkeit von Kopfschmerzen erfragt. Der Anteil der Befragten, die über Kopfschmerzen geklagt haben, lag über die Jahre relativ konstant zwischen 58,9 und 62,5 Prozent. Eine Tendenz zu steigenden Kopfschmerzprävalenzen zeichnet sich über den gesamten Zeitraum nicht ab. Ein bedeutsamer Unterschied wurde ermittelt: Menschen in der Stadt haben häufiger mit Kopfschmerzen zu tun als Menschen in ländlichen Regionen. „Dies könnte gut Ausdruck eines unterschiedlichen Lebensstils sein“, interpretiert Dr. Förderreuther. Für Kopfschmerzpatienten könnte es daher durchaus besser sein, etwas mehr Ruhe in der Umgebung zu suchen und sich vom typischen Großstadtstress abzuwenden.

Frauen leiden laut der Erhebung mit 67,3 bis 70,7 Prozent häufiger an Kopfschmerzen als Männer (48,4 bis 54,3 %). Bedeutende regionale Unterschiede in der Häufigkeit von Kopfschmerzen waren in der Studie nicht zu erkennen, so zeichnet sich z.B. kein Unterschied in der Häufigkeit von Kopfschmerzen zwischen den alten und neuen Bundesländern ab. Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Neue Studien: Einfacher Eingriff senkt Bluthochdruck ohne Medikamente

Vom 11. – 14. April 2012 fand in Mannheim die 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Für die bis zu 15 Prozent der Bluthochdruck-Patienten, die mit Medikamenten nicht die angestrebten Werte erreichen, gibt es jetzt eine Lösung per Operation: Überaktive Nierennerven, die den Bluthochdruck in die Höhe treiben, können mittels Hochfrequenzstrom verödet und ausgeschaltet werden. In der Folge kommt es zu einer deutlichen Abnahme des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie der Ruheherzfrequenz.

Ausgezeichnete Nachrichten für Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie), der sich mit Medikamenten nicht ausreichend senken lässt: Überaktive Nierennerven, die den Bluthochdruck in die Höhe treiben, können mittels Hochfrequenzstrom verödet und ausgeschaltet werden. „Dieser als interventionelle sympathische Nierenarteriendenervation (RDN) bezeichnete Eingriff führt zu einer signifikanten Abnahme des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie der Ruheherzfrequenz”, berichtet Prof. Dr. Michael Böhm (Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim. Es gibt außerdem, so Prof. Böhm, keine Hinweise auf eine Fehlfunktion der Kreislaufregulation („orthostatische Dysregulation“) als Folge einer RDN: Bei davon betroffenen Personen fällt der Blutdruck im Stehen ab. Regelmechanismen die dafür sorgen, dass das Blut im Stehen nicht in den Beinen versackt, wirken bei ihnen nicht ausreichend. Die Folgen reichen von rascher Ermüdbarkeit über Ohrensausen, Kopfschmerzen und Herzklopfen bis hin zum plötzlichen Kollaps. Prof. Böhm: „Die Ergebnisse liefern wichtige sicherheitsrelevante Erkenntnisse zu dem neuen interventionellen Verfahren.”

Neben der Blutdruckreduktion führt die RDN auch zu einer Abnahme der Ruheherzfrequenz. Eine erhöhte Ruheherzfrequenz kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Neben primär kardialen (im Herzen liegenden) kommen hier auch den ganzen Körper betreffende Ursachen in Frage.

Bei Bluthochdruck ist die Regulation des sympathischen Nervensystems häufig gestört und die Niere schüttet vermehrt Stresshormone aus. Die überaktiven Nervenenden, die den Bluthochdruck vermitteln, werden bei der RDN per Katheter mittels Hochfrequenzstrom verödet und damit ausgeschaltet. Der Eingriff erfolgt an beiden Nieren minimal-invasiv jeweils über die Nierenarterie und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Die Patienten sind während des Eingriffs ansprechbar, werden lokal betäubt und erhalten ein Schmerzmittel. Ziel ist es, den Blutdruck dauerhaft zu senken und die Medikamenteneinnahme langfristig zu reduzieren, weil viele der Betroffenen bis zu neun verschiedene Präparate täglich einnehmen, jedoch ohne ausreichenden Erfolg. Nach einer RDN kann mit einer schnellen Normalisierung des Blutdrucks gerechnet werden. Prof. Böhm: „Im Durchschnitt senken wir den Blutdruck um 30 bis 40 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).“ Bis zu 15 Prozent aller Bluthochdruck-Patienten erreichen mit Medikamenten nicht die angestrebten Werte.

Quellen:
Einfluss der renalen Denervation auf die orthostatische Regulation bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie: M. Lenski, F. Mahfoud, C. Barth, A. Razouk, C. Ukena, D. Fischer, I. Kindermann, M. Böhm

Herzfrequenzreduktion und EKG-Veränderungen bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie nach renaler sympathischer Nierenarteriendenervation: C. Ukena, F. Mahfoud, A. Spies, I. Kindermann, B. Cremers, H.-R. Neuberger, M. Böhm

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.