NABU veröffentlicht erste App mit Fotoerkennung von Lebensmittelsiegeln

Der NABU hat heute die erste App für Smartphones mit einer Fotoerkennung von Logos und Siegeln auf Lebensmitteln veröffentlicht. Immer mehr Zeichen sind auf Produkten abgedruckt, um ökologische oder soziale Aspekte hervorzuheben. Der „NABU-Siegel-Check“ dient in diesem Labeldschungel als Navigationshilfe. Mit der App können Verbraucherinnen und Verbraucher Logos, Siegel und Label von der Verpackung abfotografieren und erhalten sofort Informationen darüber, um welche Kennzeichnungen es sich handelt und welche Lebensmittel gut für Umwelt, Klima und Natur sind.

Das Bewertungssystem funktioniert nach dem Ampelprinzip: Ein grüner Daumen steht für ein aus ökologischen Gesichtspunkten empfehlenswertes Produkt, ein gelber Daumen deutet auf ein gutes Produkt hin, bei dem der Umweltvorteil aber besser ausfallen könnte und ein roter Daumen signalisiert, dass es sich um keine umweltfreundliche Ware handelt. Die Kennzeichnungen, die keinen Umweltvorteil anzeigen und dies auch nicht suggerieren, haben eine neutrale Wertung. In einer Galerie können Verbraucherinnen und Verbraucher auch selbst nach Siegeln suchen oder in Produktkategorien nach vertrauenswürdigen Logos für biologisch erzeugte, fair gehandelte oder regionale Lebensmittel stöbern.

„Jeder kann mit seinen Kaufentscheidungen im Supermarkt dazu beitragen, dass unsere Lebensmittel umweltfreundlicher produziert werden. Mit der NABU-App möchten wir erreichen, dass sich im Lebensmittelhandel ökologisch empfehlenswerte Produkte besser durchsetzen. Denn die Flut an Logos, Labeln und Siegeln schafft oft mehr Verwirrung als Orientierung“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Aber es sind nicht nur die Kunden gefragt: Lebensmittelhersteller und der Handel stehen in der Verantwortung, konsequent auf eine naturverträgliche und umweltfreundliche Produktion zu setzen“, so Miller.

In der Datenbank der Handy-Anwendung wurden Kennzeichnungen berücksichtigt, die bundesweit im Supermarkt oder im Handel zu finden sind und bei denen Kunden einen ökologischen Nutzen vermuten könnten. Aktuell befinden sich rund 55 Logos in der Datenbank, die laufend aktualisiert wird. Die App kann kostenlos im iTunes App-Store und im Google Play Store heruntergeladen werden. Eine kostenlose Windows-Version wird demnächst erscheinen.

 

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NABU: Deutschlands Natur blutet aus

Der NABU hat die am heutigen Mittwoch von Bundesumweltministerin Hendricks vorgestellten Berichte zum Zustand der Natur in Deutschland als Alarmsignal gewertet. Die Lage sei noch dramatischer als erwartet. „Zahlreiche Vogelarten, die hierzulande einst weit verbreitet waren, sind akut gefährdet. Ihre Lebensräume verschwinden immer schneller“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Die Berichte, die die Bundesregierung für die EU-Kommission erstellt hat, beschreiben erstmals im Detail den Zustand von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen, mit zum Teil gravierenden Resultaten. Beispiel Vogelwelt: Demnach schrumpft hierzulande der Bestand jeder dritten Art – und das mit zunehmendem Tempo. So verschwanden in den vergangenen zwölf Jahren über die Hälfte aller Kiebitze und ein Drittel der Feldlerchen. In der intensiv bewirtschafteten Landschaft finden sie kaum mehr Nahrung und geeignete Brutplätze.

Auch abseits der Vogelwelt zeichnet der Bericht ein dramatisches Bild. Demzufolge haben in Deutschland rund 60 Prozent aller anderen durch das EU-Recht geschützten Tier- und Pflanzenarten große Probleme. Von den Lebensräumen sind sogar 70 Prozent in einem schlechten oder unzureichenden Zustand. Und der Trend ist weiter negativ: Wichtige Lebensräume wie artenreiche Wiesen werden in Maisäcker umgewandelt. Alte Eichenwälder werden zu Holzplantagen und die letzten Sanddünen im Binnenland wuchern zu, weil ihnen die traditionelle Beweidung fehlt. „Die neuen Daten zeigen ganz klar, wie die Natur bei uns schleichend verarmt. Das muss ein Weckruf für die Politik sein“, so Tschimpke.

Und offenbar könnte das Ergebnis sogar noch schlechter sein. So zweifelt der NABU die in den Berichten recht positiv bewertete Situation der Buchenwälder an. „Bund und Länder scheinen beim Bericht großzügige Bewertungskriterien angewendet zu haben. Uns ist bekannt, dass viele Bundesländer auch eintönige und viel zu junge Wirtschaftsforste häufig als gesunde Wälder bezeichnen, obwohl in ihnen kaum Artenvielfalt vorhanden ist. Wir hoffen, dass die EU-Kommission hier Nachbesserungen einfordert“, so der NABU-Präsident.

Die Hauptgründe für die Misere sieht der NABU in schädlichen Agrarsubventionen, unzureichenden Schutzgebietsbestimmungen und den personell und finanziell immer schlechter ausgestatteten Naturschutzverwaltungen. „Obwohl wir in der EU das wahrscheinlich beste Naturschutzrecht der Welt haben, mangelt es schlicht am Willen der zuständigen Bundesländer, es auch umzusetzen“, kritisierte Tschimpke. Erst in der vergangenen Woche hatten NABU und BUND die Naturschutzpolitik der einzelnen Bundesländer analysiert und dabei gravierende Versäumnisse offengelegt („Biodiversitäts-Check“ der Bundesländer – http://bit.ly/1m3S2Qe).

Der Bericht der Bundesregierung zeigt aber auch punktuelle Erfolge, nämlich genau dort wo der Naturschutz konsequent durchgesetzt und finanziert wird. Nutznießer sind etwa der Biber, die Wildkatze und einige Fischarten wie Barbe oder Steinbeißer. Sie konnten sich dank der EU-Vorgaben zur Ausweisung von Schutzgebieten, zur Regulierung der Jagd und zum Gewässerschutz erholen. Das gleiche gilt für einige Vogelarten: Das deutsche Wappentier, der Seeadler, aber auch Kranich, Wanderfalke und einige andere von der EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützte Arten feiern derzeit spektakuläre Comebacks.
Angesichts der insgesamt aber dramatischen Lage fordert der NABU eine Naturschutzoffensive von den zuständigen Landesregierungen. „Vor allem die Natura-2000-Schutzgebiete müssen viel besser überwacht, betreut und finanziert werden. Andernfalls wird Deutschland sein international gegebenes Versprechen brechen, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen und umzukehren. Nach den heute veröffentlichten Daten hat sich die Bundesrepublik jedenfalls weiter denn je von diesem Ziel entfernt“, so Tschimpke.

SWR-Fernsehtipp: im Grünen – Thema: Soonwald – Sendung am Dienstag, 3.7. | 18.10 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wohin mit dem Nationalpark? Idar-Hochwald oder Soonwald hieß es lange und jetzt vielleicht beide in Teilen zusammen?

NABU juwi strategie Baumrodung

juwi Waldrodung

Seit langem streiten sich Politiker und Experten welcher Wald nun der bessere dafür ist. Wenig Nadelwaldanteil soll er haben. Dafür umso mehr Buchenbestände, denn Deutschland trägt für die Rotbuche international gesehen eine besondere Verantwortung. Außerdem soll er eine Mindestfläche haben, und es sollen – wenn möglich – keine Straßen hindurchführen. Und nicht zu vergessen: die Bürger vor Ort. Sie sollen mit ihrem zukünftigen Nationalpark einverstanden sein.

Keine leichte Entscheidung. Wie es nun weitergeht und welche Vor-und Nachteile mit der neuen Entscheidung entstehen würden – „im Grünen“ informiert über den aktuellen Stand. Der Naturschutzgutacher Norbert Panek war mit dem SWR-Team im Soonwald unterwegs. 

Norbert Panek Jahrgang 1954, lebt seit 1978 in Korbach (Nordhessen); Studium der Landespflege in Berlin; gründete 1990 die Initiative „Pro Nationalpark Kellerwald“ und war als Gutachter u.a. für das Bundesamt für Naturschutz sowie für die Umweltorganisation Greenpeace tätig.

Zur SWR Sendung:

Wiederholung:
am 07.07.2012, 18.15 Uhr
am 08.07.2012, 05.00 Uhr im SWR Fernsehen
am 09.07.2012, 09.00 Uhr im SWR Fernsehen

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Bitte weitersagen und mitmachen – vielen Dank!

Online-Unterzeichnung der Resolution gegen Windkraft im Soonwald

Klimaerwärmung kann sich über Freisetzung von CO2 aus Waldböden selbst verstärken

Internationale Studie belegt, dass ein Großteil des in Böden gebundenen Kohlenstoffs bei Erwärmung verstärkt als Treibhausgas CO2 freigesetzt werden kann

In Böden wird etwa doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert wie in der Atmosphäre vorhanden ist. Die Verweildauer des Kohlenstoffs im Boden ist jedoch recht ungewiss. Üblicherweise gelangt der Kohlenstoff als Bestandteil organischer Verbindungen von zumeist abgestorbenen Lebewesen (Tiere und Pflanzen) in die oberste Bodenschicht. Der Abbau durch Bakterien und Pilze setzt den organisch gebundenen Kohlenstoff im Laufe der Zeit als gasförmiges Kohlendioxid (CO2) wieder frei. Wie stark diese CO2-Freisetzung aus organischem Bodenkohlenstoff von den jeweiligen Umweltbedingungen und anderen Faktoren beeinflusst wird, ist derzeit weitgehend unbekannt. Fest stand bisher, dass der Vorgang durch Erwärmung beschleunigt wird, was zumindest für jungen Boden-Kohlenstoff schon früher mehrfach gezeigt wurde. Doch trifft dies auch für Kohlenstoff zu, der schon vor Jahrzenten im Boden gebunden wurde, und wie hoch ist der Anteil dieses alten Kohlenstoffs im Boden?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Feldversuche an 2 US-amerikanischen Standorten durchgeführt, in Wäldern gemäßigter Klimazonen in Wisconsin und North Carolina. Die Waldgebiete wurden in einem aufwendigen Verfahren über 10 Jahre lang kontinuierlich mit isotopisch markiertem Kohlendioxid begast. Von den Pflanzen zunächst aufgenommen, gelangte er später in den Boden und konnte durch die Markierung als neuer Kohlenstoff von zuvor gebundenem, altem Kohlenstoff unterschieden werden. In Bodenproben aus 0-15 cm Tiefe wurden dann der Gehalt und das Alter des organisch gebundenen Kohlenstoffs gemessen sowie dessen temperaturabhängige Umsetzung zu CO2 in kontrollierten Laborexperimenten ermittelt. Die Studie wurde als Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena, und der University of California, in Irvine, CA, und Berkeley, CA, sowie dem Lawrence Berkeley National Laboratory, CA, durchgeführt.

Waldgebiete (Ringe) in North Carolina, USA, die kontinuierlich mit isotopisch markiertem Kohlendioxid (CO2) begast werden.
Photo: Yavor Parashkevov, Duke University

„Wir konnten zunächst zeigen, dass etwa 2/3 des gemessenen Kohlenstoffs schon vor über 10 Jahren im Waldboden gebunden worden war“, erklärt die federführende Autorin Francesca M. Hopkins, Doktorandin an der University of California, Irvine, und Gastwissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Biogeochemie. Dieser „alte“ Kohlenstoff überwiegt daher in den gemessenen Bodenproben und bestätigt frühere Abschätzungen des Kohlenstoffalters in Waldböden anderer temperierter, aber auch tropischer Regionen.

Mit zwei unabhängigen Ansätzen, in denen unterschiedliche Isotope des Kohlenstoffs gemessen werden, konnte die Zersetzungsrate des jungen mit der des alten Kohlenstoffs bei steigenden Temperaturen unterschieden werden. In beiden Ansätzen zeigte sich, dass der alte Kohlenstoff zwar nur in 30% des gesamten CO2 freigesetzt wurde. „Überraschenderweise nahm aber die Zersetzung des alten Kohlenstoffs mit steigender Temperatur genauso – oder sogar noch stärker – zu, wie beim jungen Kohlenstoff“, sagt Prof. Susan Trumbore, Direktorin am Jenaer Max-Planck-Institut und Leiterin der Studie.

Damit konnte bestätigt werden, dass auch der „alte“ Bodenkohlenstoff durch Temperaturerhöhung schneller wieder zu CO2 umgewandelt und freigesetzt wird. Mit Ausnahme geringer, sehr alter Kohlenstoff-Vorräte, die vor Jahrhunderten und Jahrtausenden im Boden abgelagert wurden, wird also der überwiegende Teil (etwa 50% bis 95%) des organisch gebundenen Bodenkohlenstoffs durch Erwärmung verstärkt als CO2 freigesetzt.

Für die Entwicklung des Klimas könnte dies gravierende Folgen haben: Die Klimaerwärmung kann eine verstärkte CO2-Freisetzung aus dem Boden in die Atmosphäre verursachen, was wiederum über den Treibhauseffekt des CO2 zur weiteren Erwärmung führt. Erwärmung und CO2-Freisetzung aus dem Boden würden sich also gegenseitig verstärken, in einer positiven Rückkopplung. Wie dieses Szenario durch Auftauen permanent gefrorener Böden, dem Permafrost, beeinflusst würde, soll vom Jenaer Max-Planck-Institut zukünftig in den Tundren Nordsibiriens erforscht werden.

Quelle: Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Umweltverbände protestieren in Berlin gegen „schmutzige“ Dieselruß-Busse und für saubere Luft

Mit einer gemeinsamen Aktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin protestiert das Bündnis „Rußfrei fürs Klima“ heute gegen die Einfahrt von Reisebussen ohne Partikelfilter in deutsche Innenstädte. Mit einem Banner, schwarzen Ballons, rußgeschwärzten Gesichtern und der Forderung „Wir wollen durchatmen – Kein Bus ohne Filter!“ machen die Umweltschützer auf die andauernde Belastung durch filterlose Reisebusse in Innenstadtbereichen aufmerksam.

„Nur wenn die Städte und Kommunen ihre Umweltzonen richtig umsetzen, können die von der EU vorgegebenen Luftschadstoffgrenzwerte eingehalten werden“, erklärt Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender. „Wer schmutzigen Reisebussen weiterhin Ausnahmegenehmigungen verschafft, riskiert nicht nur die eigene politische Glaubwürdigkeit, sondern schadet auch der Bevölkerung.“

Ein unter Federführung des Bundesumweltministeriums erarbeiteter Leitlinienentwurf sah die Bevorteilung ungefilterter Reisebusse vor. Danach sollten entsprechende Fahrzeuge bis Ende 2014 in die Umweltzonen einfahren dürfen. Zwar haben die Bundesländer nach heftiger Kritik der Umwelt- und Verkehrsverbände die Kernelemente des Entwurfs abgelehnt. Von dem Ziel, Reisebussen ohne Partikelfilter die Einfahrt in die Umweltzonen zu gestatten, ist man jedoch nicht abgerückt. Stattdessen überlegt man, die bisher geltende Regelung von Einzelgenehmigungen für die Einfahrt in „grünen“ Umweltzonen zu einem Freifahrtschein für alle sieben Umweltzonen mit grüner Plakettenpflicht zu machen.

Ungefilterte Reisebusse belasteten mit ihren Dieselruß-Abgasen die Atemluft deutscher Städte. Wir brauchen ‚saubere Busse für saubere Städte‘. Daher fordern wir noch in diesem Jahr einen Einfahrstopp für schmutzige Reisebusse nach dem Beispiel von London und Berlin“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Während Berlin seit diesem Jahr nur noch Reisebussen mit grüner Plakette die Einfahrt erlaubt und in London eine Strafe von 1.000 britischen Pfund bei Einfahrt eines ungefilterten Busses fällig wird, kämpfe in Deutschland die Reisebuslobby für eine „freie Fahrt ungefilterter Busse“ bis Ende 2014.

In Berlin wurde die Umweltzone konsequent und zielführend umgesetzt. Seit dem 1. Januar 2012 gilt die Einfahrtbeschränkung und Plakettenpflicht auch für Reisebusse. Negative Auswirkungen blieben aus, da sich die Unternehmen rechtzeitig auf die Neuregelung eingestellt haben. Das gleiche Bild bietet sich in anderen Ländern, wo die Regelungen für Reisebusse ähnlich streng gehandhabt werden.

Die in der Allianz „Rußfrei fürs Klima“ zusammengeschlossenen Verbände fordern von Bund, Ländern und Kommunen nur Reisebussen mit grüner Plakette die Einfahrt in die Umweltzonen zu erlauben „Der Umweltminister ist dafür verantwortlich, das Leben und die Gesundheit der Menschen zu schützen“, sagt Heiko Balsmeyer, Experte des VCD für Luftreinhaltung. „Wenn Minister Röttgen stinkenden und qualmenden Reisebussen auch in den nächsten zwei Jahren die Einfahrt in Umweltzonen erlaubt, schadet er der Gesundheit von Tausenden von Menschen.“

Allein in Deutschland sterben jährlich 15.000 Menschen vorzeitig an den Folgen der zu hohen Feinstaubbelastung. Die hohe Belastung mit Rußpartikeln aus Reisebussen geschieht, obwohl die Möglichkeit zur Nachrüstung von Bussen mit gelber Plakette mit einem Partikelfilter bei mehr als 90 Prozent der Fahrzeuge problemlos möglich ist.

„Die Bundesregierung ist gegenüber der EU-Kommission der erste Ansprechpartner für die Einhaltung der Luftreinhaltewerte in Deutschland“, erklärt Barbara Göppel, stellvertretende Leiterin für Verkehr und Luftreinhaltung der DUH. „Deshalb fordern die Verbände sie auf, die Länder und Kommunen bei der einheitlichen Umstellung ihrer Umweltzonen auf die grüne Plakettenpflicht noch in 2012 zu unterstützen und nicht das Gegenteil zu tun und zur Marionette der Reisebuslobby zu werden. Es liegt in der Verantwortung aller zuständigen Politiker, sich für saubere Luft in deutschen Städten einzusetzen.“

Der Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ gehören neben dem Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) an. Ziel dieser Kampagne ist es, aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes den Ausstoß von Dieselruß so schnell wie möglich zu reduzieren.

NABU: Naturverträglicher Ausbau der Offshore-Windkraft in weiter Ferne

Der NABU kritisiert, dass beim Ausbau der Offshore-Windenergie die Naturverträglichkeit immer noch zu kurz kommt. 2002 wurde die Baugenehmigung des ehemaligen Bürgerwindparks Butendiek westlich von Sylt, dem ersten kommerziellen Windpark in der Nordsee, durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) erteilt. Das bedeutete zehn Jahre Streit und Proteste der Umweltverbände, zehn Jahre wechselnde Besitzer und Verlängerungen der Baugenehmigung. „Und das, obwohl inzwischen anerkannt ist, dass dieser ökologisch kritische Standort nach heutigem Kenntnisstand schon 2002 nicht genehmigungsfähig war. Sollte Butendiek gebaut werden, wäre es der umweltpolitische Sündenfall“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Park liege in einem besonders wertvollen Lebensraum für Schweinswale und Seetaucher im Natura-2000-Gebiet Sylter Außenriff.

„Leider haben Politik und Genehmigungsbehörden in den vergangenen Jahren wenig gelernt. Seit Jahren gibt es einen Planungsboom. Gebiete werden abgesteckt, Bauanträge eingereicht und veraltete Genehmigungen immer wieder verlängert, ohne ausreichende Steuerung und ohne eine ernsthafte Betrachtung wachsender Umweltrisiken“, so Tschimpke weiter. Bundesregierung und Genehmigungsbehörden würden durch ihre Untätigkeit mit Verantwortung dafür tragen, dass ein naturverträglicher Ausbau der Offshore-Windkraft noch immer nicht gewährleistet sei. Wo bleibt das seit über einem Jahr angekündigte Schallschutzkonzept der Bunderegierung? Wie soll eine umfassende und nachhaltige Strategie für den Ausbau und die Netzanbindung der Offshore Windkraft aussehen? Wie viel Offshore-Windkraft braucht der deutsche Energiemix der Zukunft? Fragen, die Bundesregierung, Genehmigungsbehörden und Industrie nach NABU-Auffassung jetzt sehr schnell beantworten müssen.

Viele der bereits genehmigten Windparks stehen nach Einschätzung des NABU im Konflikt mit nationalem und europäischem Umweltrecht. Das reiche von unzureichendem Schallschutz bis zu einer fehlenden Berücksichtigung des Störungs- und Verschlechterungsverbotes für besonders geschützte Arten und Lebensräume nach Bundesnaturschutzgesetz und EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

„Der Meeresnaturschutz bleibt noch immer auf der Strecke. So riskiert die Branche die bisherige Unterstützung der Umweltverbände für eine eigentlich grüne Energie“, so NABU-Referent für Meeresschutz Kim Detloff. Noch würden die Verbände den Ausbau der Windkraft auf See mittragen. Doch wenn Artenschutzrecht und Lebensraumschutz weiterhin ignoriert würden, bliebe für den Naturschutz nur der Rechtsweg.

Aktuell liegen für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee, dem Bereich zwischen zwölf und 200 Seemeilen von der Küste, 28 Genehmigungen vor. Insgesamt sollen in der deutschen Nord- und Ostsee mehr als 115 Windparks entstehen. Nach NABU-Meinung zu viele für die ohnehin stark belasteten Ökosysteme der Nord- und Ostsee.

Der NABU tritt seit Jahren für einen naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windkraft ein. Neben einem verbesserten Schallschutz und schallarmen Gründungsverfahren fordert er dabei eine effektive räumliche und zeitliche Steuerung, die kritische Überprüfung und Bereinigung der Antragsflut sowie eine stärkere Berücksichtigung kumulativer Effekte, das heißt mögliche ökosystemare Auswirkungen durch die Vielzahl geplanter Projekte. Besonders sensible Gebiete wie das Sylter Außenriff seien dabei vollständig von Windkraftanlagen freizuhalten.

WICHTIG! STOPPT juwi – Keine Windkraft im Soonwald – 26.04.2012 – 19 Uhr – Simmern

Kommen Sie zur Versammlung!

Kommen Sie zur Versammlung!

Am kommenden Donnerstag, den 26.April 2012 findet um 19:00 Uhr in Simmern eine sehr wichtige Bürger-Versammlung gegen die geplanten Windindustrieanlagen im Soonwald statt. Bitte nehmen Sie sich an diesem Abend die Zeit, um zahlreich zu erscheinen und die vertretenen Umweltverbände zu unterstützen.

Es geht um nicht weniger als um das letzte verbliebene naturnahe unberührte Waldgebiet in unserer Heimat! Nur im Landschaftsschutzgebiet Soonwald ist in unserer Region für Mensch und Tierwelt bisher ein Erholungs- und Rückzugsraum noch garantiert.

Informieren Sie auch Ihre Freunde und Bekannte über dieses Großereignis in Simmern!

Spendenaufruf: NABU will gegen juwi wegen der Windräder im Soonwald klagen!

HELFEN SIE DEM NABU DIE KLAGE GEGEN DIE WINDRÄDER IM SOONWALD MIT IHRER SPENDE ZU UNTERSTÜZEN  

NABU juwi strategie Baumrodung

Helfen Sie uns bitte! Jede Spende hilft.

 

Für die Rechtsklage gegen die juwi-Windräder im Hunsrück können Sie den NABU mit Ihrer Spende unterstützen! Die Spende können Sie steuerlich geltend machen.

NABU Rheinland Pfalz
Konto-Nr.: 291 154 045
Bankleitzahl: 551 900 00
Mainzer Volksbank
STICHWORT „SOONWALD“

Baumrodung durch juwi

Baumrodung durch juwi

Aufgrund dieser vielfältigen Naturraumausstattung, den mosaikartig verteilten Lebensräumen sowie dem besonderen Arteninventar wurde der Soonwald als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen und gehört somit zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Naturschutz ist der Firma juwi wichtig!: 50.000 Quadratmeter Soonwald werden für Windkraftanlagen gerodet

Der Irrtum der „juwi-STRATEGIE“ – diese Strategie ist FALSCH !

juwi - Rodung am Hochsteinchen - Bild: NABU

juwi – Rodung am Hochsteinchen – (Bild: NABU) Die Firma juwi AG lässt für Windkraftanlage Bäume fällen.

Am Freitag 4.3.2012 war ein trauriger Tag am am südlichen Hochsteinchen (Kreis Bad Kreuznach). Die Firma juwi hat mit Rodungsarbeiten für drei Windkraftanlagen begonnen. Insgesamt sollen acht bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen gebaut werden. Bis zu 50.000 Quadratmeter Wald fallen der sogenannten sauberen Energie zum Opfer. Für jedes Windkraftrad werden bis zu 2000 Quadratmeter Wald geopfert – unwiederbringlich!  Das ist ein umweltpolitischer Skandal. Denn ein Baum ist weit mehr als ein Baum! Schaden wir der Natur – so schaden wir uns auch selbst.

Ökonomie der Natur

Der Naturpark Soonwald-Nahe ist ein wunderschöner Nationalpark. Wie juwi auf die Idee kommen kann, dort solche Windkraftanlagen zu bauen, lässt sich nur schwer erahnen. Vielleicht ist es die Ökonomie der Natur? Der Festmeter Holz ist anscheinend die einzige Berechnungsgrundlage eines ageholzten Baumes. Neben den Rodungskosten und der Pacht fallen für das „Waldopfer“ keine weiteren Investitonen an. Die Gemeinden erhalten vom Windpark-Investor eine Pacht von bis zu 80.000 Euro / Jahr. Viel Geld für Gemeinden die ausser „Natur“ nichts haben. Jede Menge Verkaufspotential bei ehrenamtlichen Bürgermeistern.

Ökonomie des Waldes oder was ist ein Baum wirklich Wert?

Die Leistungen eines einzigen Baumes zu analysieren ist nich ganz einfach. Ein Versuch. Die meisten Funktionen eines Baumes enstehen erst in Gesellschaft mit anderen Bäumen – als sogenannter Wald:

Lebensraum – Beeren, Insekten, Pilzen, Vögeln, Kleiniere, Wild,….

Holzwert – ökonomischer Wert nach Tagesberechung als Festmeter Holz

Symbiose – Pilze, Flechten und Mikroorganismen

Schadstofffilter – Bsp. Buche: filtert bis zu 1 Tonne Staub / Gift

Organisches Material – 20.000 Tonnen Bucheneckern, Tannenzapfen, Rindenabfall, HArz, Blüttenpollen….

Wasserspeicher – 80.000 Liter Wasser / Baum verzögerter Oberflächenabfluss

Photosynthse-Maschine – Milliarden biologischer Solarzellen produzieren 4,6 Tonnen Sauerstoff / veringern 6,3 Tonnen Kohlendioxid

Aufenthaltsort – Picknick, Relaxen

Bodenleben – zersetzt organische Abfälle, Bindung von Stickstoff

Klimaregler – der Wald mildert Hitze und Frost

Jagd- und Sammelrevier – ernährt 4 Millionen Wildtiere

Humusproduzent – produziert das achtfache an Humus (gegenüber Freiland)

Artenvielfalt – Stabilisierung des biologischen Gleichgewichts

Es gibt noch viele weitere wertvolle Wirkungen – wagen wir einmal eine Bilanz. Wenn wir obige Diensleistungen / Produktion in Rechnung stellen, dann ergibt sich für jede Buche in Deutschland
ein Wert von:

1 Jahr:  10 .000 Euro

10 Jahre – 100.000 Euro

100 Jahre – 1.000.000 Euro

Dies ist die fairste ökonomische Waldbilanz. Die Idee der Bilanzzierung wurde nach den Vorgaben des Bundesverband Strategieforum e.V. durchgeführt. Dies Bilanz wir innerhalb der EKS® als Spannungsbilanz bezeichnet. Zitat: „Die Spannungsbilanz ist ein System zur Ermittlung und Fortschreibung solcher weitgehend „immaterieller“ Faktoren. Entscheidend dabei ist die Auswahl sinnvoller Kriterien, deren Ausprägungen gemessen werden können“.

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Schutz der Fledermäuse

In der Pressemitteilung juwi steht das Zitat vom juwi-Vorstand Matthias Willenbacher: „Wir berücksichtigen alle naturschutzrechtlichen Anforderungen und schaffen durch Aufforstung neuen, höherwertigen Lebensraum für Fledermäuse. Energiewende und Naturschutz sind für uns keine Gegensätze. Beides gehört zusammen und wird bei unseren Projekten für regenerative Energieanlagen immer berücksichtigt.“ Wenn ich das richtig verstehe, war der bisherige Lebensraum nicht „WERTIG“ genug? Herr Magerfleisch ( Vorstand juwi AG), wie darf ich das als Strategieberater und Umweltschützer jetzt verstehen?

Der NABU kritisiert dieses Vorgehen scharf, denn im Gegensatz zu den Verlautbarungen der Juwi-Sprecher sind die Umweltuntersuchungen sehr wohl defizitär bzw. gar nicht vorhanden. Die Naturschützer haben sich die Unterlagen ganz genau angeschaut: In einem Gutachten bezüglich des Standortes Seibersbach von 2007 und 2010 sind sieben Fledermausquartiere verzeichnet, die in den Karten zum Standort Ellern nicht auftauchen, obwohl sie nach Prüfung des NABU innerhalb des Plangebietes „Hochsteinchen/Katzenkopf“ liegen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Außerdem hat es Juwi trotz der Nähe einer Windkraftanlage zu einem europäischen Schutzgebiet für die Bechsteinfledermaus versäumt, die notwendige Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. „Diesen Fehler kann Juwi auch nicht mehr gut machen, weil die Bechsteinfledermaus durch die Rodung in Folge des Verlustes von Lebensräumen viel stärker betroffen ist als durch den Rotorenschlag“, erklärt Andreas Lukas, stellvertretender Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz.

Weiterer Infos bei: Bürgerinitiative GEGENwind Soonwald

Viele Daten, Hintergrundinfos bei: Windpark Fürfeld

Pressemeldung juwi AG: Vorarbeiten Soonwald

NABU „Dino des Jahres 2011“ für AIDA und TUI Cruises

Aus Profitgier fahren Kreuzfahrtschiffe mit gitigem Schweröl

Der NABU verleiht Deutschlands peinlichsten Umweltpreis in diesem Jahr an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises. „Ihre angeblich ‚Weißen Flotten‘ sind in Wahrheit dreckige Rußschleudern, denn die Kreuzfahrtschiffe fahren auf hoher See immer noch mit giftigem Schweröl“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Damit stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke. Die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ließen sich leicht vermeiden, aber aus Profitgier verweigern die deutschen Reeder bislang die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik wie etwa Rußpartikelfilter.“

Quelle: NABU

Stellvertretend für die gesamte Hochseeschifffahrt verleiht der NABU den „Dinosaurier des Jahres 2011“ an Michael Thamm, Präsident AIDA Cruises, und Richard J. Vogel, Vorsitzender TUI Cruises. „Sie sind die Speerspitze der überaus lukrativen deutschen Kreuzschifffahrt. Sie dekorieren ihre Schiffe mit schönen Schlagworten wie Wohlfühlen, Fahrtwind und Seeluft – aber aus den Schornsteinen ihrer Luxusliner kommen enorme Mengen giftiger Schadstoffe. Von wegen Seeluft und Traumschiff! Für Küsten- und Hafenbewohner und die Umwelt sind sie der reinste Albtraum“, betont der NABU-Präsident. Tatsächlich ließen sich die bedrohlichen Emissionen eines Schiffs sehr leicht durch die Umstellung von Schweröl auf schwefelarmen Schiffsdiesel und eine geringere Fahrtgeschwindigkeit verbessern: „So lassen sich Schwefeldioxid und Feinstaub um bis zu 90 Prozent reduzieren, und der Ausstoß von klimaschädlichen Rußpartikeln verringert sich um mehr als 40 Prozent“, erläutert Dietmar Oeliger, Leiter der NABU-Verkehrspolitik.

„AIDA und TUI übertrumpfen sich mit aufwendigster Unterhaltung an Bord, nichts ist zu teuer für Restaurants, Wellness und Casinos – aber für einen Rußpartikelfilter ist angeblich kein Geld da.. Das ist Heuchelei!“, kritisiert NABU-Präsident Tschimpke. „Es ist völlig unverständlich, wie die Veranstalter von Kreuzfahrten derart mutwillig ihr größtes Kapital, nämlich eine intakte Natur aufs Spiel setzen.“ Mit der Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“, will der NABU Kreuzfahrt-Kunden aufklären und die Reeder zur Einhaltung von Umweltstandards verpflichten. Tatsächlich beweisen etliche Studien die verheerenden Auswirkungen der dreckigen Schiffsabgase: Sie sind verantwortlich für rund 50.000 vorzeitige Todesfälle allein in Europa, sie überdüngen Meere und versauern Böden und nicht zuletzt tragen sie auch erheblich zum bedrohlichen Klimawandel bei: Die schwarzen Rußpartikel aus den Schornsteinen lagern sich auf dem Eis der Arktis ab und beschleunigen das Abschmelzen. „Das schlechte Gewissen der Reedereien wird in ihren Verkaufsbroschüren wegroutischiert. Die meisten Fotos in Katalogen und im Internet sind nachbearbeitet, der Kunde soll die Abgasfahne, die aus den gigantischen Schornsteinen aufsteigt, nicht sehen. Tatsächlich aber verpestet allein die AIDA Flotte die Luft ähnlich stark, wie alle deutschen Autos zusammen“, so Oeliger.

„Auch die Politik versagt, indem sie Schiffen auf hoher See einen Schadstoffausstoß erlaubt, der x-tausendfach über den Grenzwerten liegt, die Pkw und Lastwagen an Land einhalten müssen“, kritisiert Tschimpke. „Aber die Reeder müssen nicht auf Vorgaben warten – sie könnten heute schon der massiven Umweltzerstörung endlich ein Ende bereiten.“ Mit der Verleihung des Dinosauriers an AIDA und TUI Cruises hofft der NABU, den überfälligen Sinneswandel zu beschleunigen. „AIDA und TUI Cruises präsentieren sich in ihren Hochglanz-Werbebroschüren gerne als vorbildlich umweltfreundlich. Beide Kreuzfahrtriesen haben die wirtschaftliche Kraft und das Innovationspotenzial der gesamten Schiffsbranche den ökologischen Weg zu weisen. Die Reedereien müssen endlich auf Schiffsdiesel umsteigen und insbesondere bei den geplanten Neubauten moderne Abgastechnik einbauen. Schluss mit der Luftverpestung auf hoher See und in den Häfen“, fordert Tschimpke.

Quelle: NABU

Meine Empfehlung: Protestieren Sie gegen gefährlichen Schiffstreibstoff!