Buchempfehlung: Der Kosmos Waldführer

„Der Kosmos Waldführer“ porträtiert mit 200 Pflanzen und 300 Tieren eine umfangreiche Artenfülle. Durch die klare Einteilung nach den Tier- und Pflanzengruppen wie Schmetterlinge, Vögel, Bäume/Sträucher wird schnell die gesuchte Art gefunden. Hinzu kommen Sonderthemen wie ökologische Nahrungsnischen, der Vergleich von Baumrinden oder die Verwendung der verschiedenen Hölzer. So wird jeder Waldspaziergang zum Abenteuer.

384 Seiten
580 Farbfotos
81 Farbzeichnungen
Klappenbroschur (2 Klappen)
180 x 107 mm (LxB)
2. Auflage 2015

Ebolakrise bringt internationale Naturschutzpolitik in Bewegung

Die 12. UN-Vertragstaatenkonferenz der Übereinkunft über die biologische Vielfalt CBD ist zu Ende. Trotz eindrücklicher Warnung eines erneuten Scheiterns der gesetzten Ziele waren die meisten Verhandlungsergebnisse eher kleine Schritte. NeFo berichtet dazu im COP-Blog. Wie Krisen wie die derzeitige Ebola-Epidemie doch politisches Umdenken in Gang setzten können, zeigte der Programmpunkt Gesundheit. Die Tatsache, dass die Störung von Ökosystemen zur Ausbreitung von Infektionen führt und die Erhaltung intakter Lebensräume wichtige Präventionsmaßnahmen für die Weltbevölkerung darstellen, wurde anerkannt und gewürdigt. Jetzt soll mehr in die Erforschung dieser Zusammenhänge investiert werden.

Angesichts der derzeitigen Ebola-Krise wurde explizit darauf hingewiesen, dass der Verlust biologischer Vielfalt und das vermehrte Auftreten übertragbarer Krankheiten gemeinsame Ursachen haben. Das Beschlusspapier, das Vorfeld der Konferenz bestand, hatte diesen Aspekt noch nicht enthalten. Der Beschluss der COP12 lautet nun: „Die Staaten werden ermutigt, die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden für Umwelt und Gesundheit zu verbessern.“ Außerdem wird das CBD-Sekretariat aufgefordert, bis zur nächsten Vertragsstaatenkonferenz 2016 in Mexiko verfügbare Informationen über die Zusammenhänge von Biodiveritätsverlust und Krankheitsausbrüche zusammen zu stellen und entsprechende Forschung voran zu treiben.

Zudem begrüßte die COP12 ein von CBD und WHO gemeinsam verfasstes Papier, das den so genannten „One-Health-Ansatz“ propagiert: Die menschliche Gesundheit ist nicht losgelöst von der Gesundheit der Umwelt zu betrachten. Tatsächlich zeigen Studien, dass die massive Regenwaldrodung für Landnutzung, etwa für Palmölplantagen zur Erhöhung von Infektionsraten führen können. Seit 1940 sind rund die Hälfte der neu entstandenen Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen übersprangen (Zoonosen), auf Nutzung ehemaliger Wildgebiete für Landwirtschaft und Jagd zurückzuführen. Im Falle von Fledermäusen, die häufig als Überträger von Viren fungieren, untersuchen deutsche Forscher derzeit den Einfluss der Lebensraumgesundheit auf das Infektionsrisiko von Menschen (s. Artikel).

Leider haben CBD-Beschlüsse im Bereich Gesundheit keinen direkten Einfluss auf andere Verhandlungsbereiche wie Waldschutz, Landnutzung oder Klimawandel, wo direkt über menschliche Handlungen wie Rodungen, Förderung von Biosprit und nachhaltige Nutzungsformen entschieden wird. Doch gerade in den Bereichen, wo wirtschaftliche Interessen am stärksten wiegen, tut man sich nach wie vor schwer mit Politikwechseln.

Doch mit Epidemien wie Ebola werden wir künftig immer häufiger konfrontiert sein, und in einer globalisierten Welt immer häufiger auch im eigenen Land, wie erste Fälle in den Krankhäusern zeigen. „Der wirksamste Schutz davor sind Investitionen in die Verbesserung der Lebensqualität der Entwicklungsländer.“ sagt Mikrobiologe Prof. Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle.

Doch bisher halten sich diese Investitionen in Grenzen und werden biodiversitätsschädliche Agrarsysteme wie Palmöl weiter gefördert. Würde man neben den Subventionen noch die ebenfalls von der Gesellschaft getragenen Gesundheitskosten, die durch Infektionskrankheiten jährlich entstehen, einrechnen (allein die SARS-Epidemie 2003 kostete die Weltgemeinschaft geschätzte 30 bis 50 Mrd. Dollar), würden die Regenwaldrodungen sicherlich auf ein gesundes Maß reduziert.

–> COP12-Ergebnisse im NeFo-Blog von Dr. Axel Paulsch (ibn) http://www.biodiversity.de/index.php/biodiversitaet/biodiversitaet-international…

–> Artikel „One Health“ – ist die Erde gesund, ist es auch der Mensch“ von Sebastian Tilch http://www.biodiversity.de/index.php/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitae…

Biblische Ökosysteme widerstehen mehr als sieben Dürrejahren

Tübinger Forscherin weist hohe Widerstandskraft der Vegetation im Nahen Osten gegenüber Klimaveränderungen nach

Die Ökosysteme des Nahen Ostens beherbergen eine weltweit einzigartige Artenvielfalt, darunter auch die Vorläufer der wichtigsten Nutzpflanzen. Doch die Klimaszenarien gerade für diese Trockengebiete sind alarmierend: In einer Region, in der bereits jetzt pro Kopf besonders wenig Wasser verfügbar ist, werden in Zukunft noch weniger Niederschläge erwartet. Dies könnte die Funktion dieser Ökosysteme sowie das Überleben wichtiger Arten bedrohen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Professorin Katja Tielbörger vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen hat in Israel Langzeitexperimente durchgeführt, um diese Prognosen zu testen. Über neun Jahre hinweg wurden die artenreichen Pflanzengemeinschaften künstlicher Trockenheit ausgesetzt, wie sie für die Klimaszenarien relevant sind. Auch die Auswirkung von höheren Niederschlägen als üblich untersuchten die Wissenschaftler. Sie wählten vier Ökosysteme entlang eines Trockenheitsgradienten aus, die von extremer Wüste mit 90 Millimetern Jahresniederschlag bis hin zu feucht-mediterranen Bedingungen bei 800 Millimetern Regen im Jahr reichten.

Es zeigte sich, dass entgegen der allgemeinen Annahme die untersuchten Ökosysteme auch nach neun Jahren kaum messbare Reaktionen auf die Niederschlagsmanipulationen zeigten, weder auf neun Jahre Trockenheit noch auf neun Jahre mit erhöhten Niederschlägen. Dies betraf die Artenvielfalt, die Zusammensetzung der Arten, deren Dichte und die Biomasse, welche für die Weidenutzung wichtig ist. „Somit muss die gängige Theorie, dass Trockengebiete besonders empfindlich auf den Klimawandel reagieren, revidiert werden“, sagt Professorin Katja Tielbörger, die Hauptautorin der Studie. Als Grund für die hohe Resistenz der Systeme machten die Forscher die große natürliche Variabilität der Niederschlagsmengen in der Region aus. Die angesetzten Klimaszenarien – mit einer Abnahme der Niederschläge um etwa 30 Prozent – befänden sich noch innerhalb des natürlichen ‚Wohlfühlbereichs‘ der Pflanzen. Archäologische und biblische Hinweise deuteten darauf hin, dass die Region bereits seit langer Zeit einer hohen Klimavariabilität ausgesetzt sei. Die Ergebnisse legten die Forscherinnen und Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Communications vor.

Bei vielen Freilandexperimenten werden die Folgen von Bewässerung und künstlicher Trockenheit für die Pflanzen nur innerhalb der Feldstation mit unbehandelten Kontrollen verglichen. „Wir haben einen neuartigen Forschungsansatz gewählt: Durch die Lage des Experimentes entlang eines natürlichen Trockenheitsgradienten konnten die trockeneren Gebiete dazu dienen, den Einfluss des Klimawandels in der nächst feuchteren Station vorherzusagen“, erklärt die Forscherin. Solche Vorhersagen beruhten bisher vor allem auf theoretischen Modellen, bei der neuen Studie wurden sie nun erstmals experimentell getestet – mit gegensätzlichem Ausgang als erwartet. „Unsere Studie ist weltweit eines der größten Freilandexperiment dieser Art, sowohl was die Zahl der Untersuchungsgebiete und die lange Untersuchungszeit angeht als auch die enorm hohe Artenzahl, die wir betrachtet haben“, sagt Katja Tielbörger. Die neuen Ergebnisse seien daher besonders verlässlich und belastbar.

Die Studie setzt den vorrangig düsteren Prognosen über die Auswirkungen des Klimawandels eine optimistischere Sichtweise entgegen, selbst wenn diese nur für die untersuchten Systeme gültig sein kann. Die Forscherin betont: „Unsere Ergebnisse sollen natürlich nicht dazu dienen, die Auswirkungen des Klimawandels zu verharmlosen. Sie sind aber entscheidend, um Investitionen für die Anpassung an den Klimawandel an der richtigen Stelle zu tätigen.“ Die Ökosysteme im biblischen Land könnten durch eine Klimaerwärmung weniger gefährdet sein als bisher angenommen.

Originalpublikation:
Katja Tielbörger, Mark.C. Bilton, Johannes Metz, Jaime Kigel, Claus Holzapfel, Edwin Lebrija-Trejos, Irit Konsens, Hadas A. Parag, Marcelo Sternberg: Middle-Eastern plant communities tolerate nine years of drought in a multi-site climate manipulation experiment. Nature Communications, DOI 10.1038/ncomms6102.

Studie Planet Erde: Globaler Burn-Out

Die Menschheit treibt ihren eigenen Planeten in einen gefährlichen Burn-Out. Der Grund: Zusammengenommen verbrauchen wir jedes Jahr 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das ist das zentrale Ergebnis des „Living Planet Reports 2014“, den die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag in Berlin vorgelegt hat. Laut dem globalen Zustandsbericht nehmen die Schulden der Menschheit gegenüber der Natur zu, die ökologischen Reserven hingegen ab. So zeigt der Living Planet Index für die vergangenen vier Jahrzehnte einen Rückgang der biologischen Vielfalt um 52 Prozent. Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der untersuchten Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische damit halbiert.

 

„Wir entziehen uns und unseren Kindern die Lebensgrundlagen in schwindelerregender Geschwindigkeit“, warnte Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. „Macht die Menschheit weiter wie bisher, sind bis 2030 zwei komplette Planeten nötig, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“ Die Folgen des Raubbaus seien bereits heute spürbar: Hungersnöte, Artensterben oder extreme Wetterkatastrophen nähmen immer dramatischere Ausmaße an. Insgesamt seien drei der zehn ökologischen Belastungsgrenzen, in deren Rahmen eine Stabilität der Erde und ihrer Lebensräume definiert wird, überschritten: beim Biodiversitätsverlust, dem Klimawandel und dem Stickstoffkreislauf.

 In Bezug auf die Bundesrepublik sind die Ergebnisse des Reports eindeutig: Der ökologische Fußabdruck stagniert seit inzwischen zehn Jahren auf deutlich zu hohem Niveau – und das bei steigendem Wohlstand. Jeder Deutsche verbraucht demnach pro Jahr mehr als doppelt so viele Ressourcen, wie ihm im globalen Mittel zustehen würden. „Wir sind weit davon entfernt, Vorbild zu sein. Es muss uns endlich gelingen, den deutschen Fußabdruck auf ein nachhaltiges Maß zu senken“, forderte der WWF-Vorstand. „Nur eine Verringerung des Fußabdrucks kann auch für die nachfolgenden Generationen ein hohes Wohlstandsniveau garantieren. Daher können und müssen wir uns diese Anstrengungen als eine führende Industrienation leisten.“ Dies sei, so Brandes, eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.

 Deutschland müsse, so die WWF-Forderung, insbesondere Landwirtschaft und Verkehr nachhaltiger ausrichten, ausgewiesene Schutzgebiete wirksamer schützen und die nationale Biodiversitätsstrategie schneller umsetzen. Von herausragender Bedeutung sei die konsequente Umsetzung der Energiewende. „Man beobachtet in der Welt sehr genau, wie wir hierzulande als eine führende Industrie- und Exportnation die Energiewende umsetzen. Wenn wir diese Herausforderung erfolgreich stemmen, hat das weltweite Signalwirkung“, bekräftigte Brandes.

 Hintergrund

 Der Living Planet Report 2014 misst die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums. Die Studie wird alle zwei Jahre vom WWF gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL) und dem Global Footprint Network (GFN) erstellt.

 Der Ökologische Fußabdruck der Menschheit hat sich seit 1966 verdoppelt. Seit mehr als 40 Jahren nutzen die Menschen mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann. Der Fußabdruck gibt die Beanspruchung der Ökosysteme durch den Menschen an und misst die biologisch produktive Landfläche (Biokapazität), die zur Bereitstellung unserer Ressourcen erforderlich ist. Dazu gehören Ackerland, Weideland, bebaute Flächen, Fischgründe und Wälder. Auch der CO2-Fußabdruck ist darin enthalten.

 Um die biologische Vielfalt war es noch nie so schlecht bestellt wie heute: Der Living Planet Index zeigt einen Rückgang um 52 Prozent für den Zeitraum von 1970 bis 2010. Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der weltweit untersuchten Populationen damit halbiert. In den gemäßigten Klimazonen verringerten sich 6.569 Populationen der 1.606 erfassten Arten im Durchschnitt um 36 Prozent. Für die tropische Klimazone wird durchschnittlich ein 56-prozentigen Rückgang bei 3.811 Populationen von 1.638 Arten festgestellt.

 Aufgrund des globalen Raubbaus überschreiten wir inzwischen drei der zehn Ökologischen Belastungsgrenzen. Diese beschreiben eine Reihe biophysikalischer Prozesse, die die Stabilität der Erde garantieren. Für jeden dieser Prozesse werden Grenzwerte festgelegt, die nicht überschritten werden sollten, um größere Risiken oder Schäden zu vermeiden. Doch genau das ist inzwischen beim Biodiversitätsverlust, dem Stickstoffkreislauf und dem Klimawandel der Fall.

 Die Verantwortung für den Raubbau trägt vor allem der enorme Fußabdruck wohlhabender Staaten. Hätte die Weltbevölkerung den ökologischen Fußabdruck der US-Amerikaner bräuchte man vier Planeten,  für den hochgerechneten deutschen Verbrauch wären 2,6 Planeten nötig. Südafrika und Argentinien benötigen noch rund 1,5 Erden, während Indonesien, Indien, Peru oder Armenien mit weniger Ressourcen auskommen, als ihnen zustehen würden. Doch auch in den Schwellenländern zeigt der Trend nach oben. Der Fußabdruck dieser Nationen hat sich seit 1961 pro Kopf um 65% vergrößert.

Weitere Infos sind hier: LIVING PLANET REPORT

Biodiversität sichert unser aller Wohlergehen

Über 300 Wissenschaftler, Experten und Praktiker aus 38 Ländern und 112 internationalen und nationalen Organisationen informierten und diskutierten drei Tage im Wissenschaftszentrum Bonn über den Erhalt und Schutz von Pflanzen, Tierwelt und Lebensräumen.

Eingeladen zur Tagung mit dem Titel Biodiversität heute für morgen hatte das BION-Netzwerk Bonn, der im vergangenen Jahr gegründete Zusammenschluss von 55 wissenschaftlichen, internationalen, nationalen und regionalen Institutionen und Organisationen, die sich durch ihre Kompetenz, Spezialisierung und Exzellenz auf dem Gebiet der Erforschung und Erhaltung der Biodiversität auszeichnen.

„Mit unserer Konferenz ist es gelungen, regionale, lokale und internationale Akteure mit international ausgewiesenen Experten zu diesem sehr hoch komplexen Themenfeld an einen Tisch zu bringen und einen Wissens- und Erfahrungstransfer auf sehr hohem Niveau zu erreichen“ äußert sich Prof. Maximilian Weigend, Sprecher des BION-Netzwerkes, zufrieden zum Ende der Veranstaltung.

Lebhaft diskutierte Schwerpunktthemen und unterschiedlichste Aspekte von Biodiversität waren u.a. Biodiversität und menschliche Entwicklung, Biodiversität zum Nutzen für Landwirtschaft und Ernährung und Technologien zur Erforschung und Überwachung von Artenschutz und Artenvielfalt.

Beim Blick in die Zukunft einigt alle Teilnehmer das Ziel, Biodiversität langfristig als einen eigenständigen Wert in alle relevanten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Abwägungs- und Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Denn: „Biodiversität sichert unser aller Wohlergehen. Wir sind nicht nur Teil der Natur, sie erhält auch unser Leben“, wie es in der Abschlusserklärung der Konferenz heißt.

Das BION-Netzwerk fühlt sich durch die große Resonanz auf die Tagung ermutigt, untereinander den Austausch von Wissen voranzutreiben, deutlich in eine Politikberatung und eine für den Bürger verständliche Öffentlichkeitsarbeit zu investieren und exemplarische Projektinitiativen mit möglichst vielen regionalen Partnern auf den Weg zu bringen.

So gibt es eine Reihe von Ideen, die die unterschiedlichen Partner des BION-Netzwerkes in Zukunft verwirklichen wollen: z.B. ein Projekt zu Biodiversität und kulturellem Erbe im Nord-Westen Perus unter Einbeziehung der indigenen Bevölkerung und hier in Bonn der Aufbau eines Biodiversitäts-Konservatoriums im Melbtal.

Die Konferenz und das BION-Netzwerk werden vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Wie Steroidhormone Pflanzen wachsen lassen

Pflanzen können sich außergewöhnlich schnell an Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen. Dabei helfen ihnen Botenstoffe, die unmittelbar nach Licht- und Temperaturreizen aktiv werden. Eine Schlüsselstellung nehmen hier pflanzliche Steroidhormone ein, die menschlichen Sexualhormonen ähneln. In der aktuellen Ausgabe von Nature Communications beschreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen neuen Wirkmechanismus für die Hormonklasse der Brassinosteroide.

Pflanzen sind Mensch und Tier in einigem überlegen. Sie haben eine beeindruckende Regenerationsfähigkeit und können ganze Organe neu bilden, zum Beispiel eine Baumkrone nach einem Blitzeinschlag. Einen entscheidenden Nachteil haben Pflanzen allerdings: Sie sind sprichwörtlich in ihrem Lebensraum verwurzelt und daher ungünstigen Umweltbedingungen schutzlos ausgeliefert. Aus diesem Grund haben sie Mechanismen entwickelt, mit denen sie ihr Wachstum und ihre Entwicklung schnell an Veränderungen anpassen können.

Diese Flexibilität wird vor allem durch Pflanzenhormone gewährleistet. Brassinosteroide spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie wirken in kleinsten Konzentrationen, regulieren Zellstreckung und Zellteilung und sind über die gesamte Lebensspanne der Pflanze hinweg aktiv. Einem Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Wien gelang es jetzt, einen neuen Wirkmechanismus aufzuklären.

Sammelstellen für DNA-bindendes Protein

Sobald Brassinosteroide an einen Rezeptor an der Zellwand binden, startet eine vielstufige Reaktionskaskade, an deren Ende die Aktivierung des Transkriptionsfaktors CESTA (CES) steht. Transkriptionsfaktoren binden an die DNA im Zellkern und aktivieren Gene, die die Proteinzusammensetzung der Zelle verändern.

Erstmals konnten die Wissenschaftler um Prof. Brigitte Poppenberger vom TUM-Fachbereich für Biotechnologie gartenbaulicher Kulturen zeigen, dass sich das CES-Protein nach Brassinosteroid-Aktivierung an bestimmten Stellen im Zellkern konzentriert. Diese Strukturen sind als so genannte ‚Nuclear Bodies’ im Zellkern zu erkennen.

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich der Transkriptionsfaktor CES an bestimmten Regionen der DNA sammelt, um dort die Genfunktion effektiv zu steuern. „Die Zelle scheint wichtige Ressourcen zu bündeln, um die Produktion bestimmter Proteine schnell anzukurbeln – ähnlich wie auf einer Baustelle, auf der Arbeiter kurzfristig zusammenkommen, um zum Beispiel eine Materiallieferung zu entladen“, sagt Poppenberger.

Neuer Signalweg gefunden

Die Wissenschaftler entschlüsselten außerdem den Mechanismus, der den CES-Molekülen das Signal zum Sammeln gibt: Die Moleküle haben eine Bindungsstelle für das so genannte SUMO-Protein. Sobald dieses andockt, wandert CES in Nuclear Bodies und wird gleichzeitig vor dem Abbau durch Enzyme geschützt. „Interessanterweise scheint die SUMO-Markierung die CES-Wirkung zu verstärken“, so Poppenberger. „Im Gegensatz zur Tierwelt: Bei Tieren dient das SUMO-Protein dazu, Transkriptionsfaktoren zu hemmen.“

Die Forschungsergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um die Wirkungsweise von Brassinosteroiden besser zu verstehen, wie Poppenberger erläutert: „Im Gartenbau und in der Landwirtschaft werden andere Arten von wachstumsfördernden Hormonen seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt, um Erträge zu erhöhen. Das Potenzial der Brassinosteroide ist bisher noch nicht erschlossen. Ein besseres Verständnis ihrer Wirkungsweise wird helfen, sie für die Pflanzenproduktion nutzbar zu machen. Das ist das Ziel unserer Arbeit.“ Quelle: Technische Universität München

Publikation:
Interplay between phosphorylation and SUMOylation events determines CESTA protein fate in brassinosteroid signaling; Mamoona Khan, Wilfried Rozhon, Simon Josef Unterholzner, Tingting Chen, Marina Eremina, Bernhard Wurzinger, Andreas Bachmair, Markus Teige, Tobias Sieberer, Erika Isono, and Brigitte Poppenberger, Nature Communications; DOI: 10.1038/ncomms5687

———————————————–

Wenn die Welt nicht handelt, werden spätestens Ende September 3,7 Millionen Menschen im Südsudan hungern – Selten zuvor konnte eine Katastrophe so präzise vorhergesagt werden.

 

“Sag später nicht, Du hättest nichts davon gewusst.”

 

Landwirtschaft und Neonicotinoide – No Risk, no Food?

Mindestens zehn Prozent mehr Ertrag auf unseren Feldern versprechen Neonicotinoide. Dennoch hat die EU-Kommission den Einsatz dieser weltweit häufigsten Insektenbekämpfungsmittel für zwei Jahre ausgesetzt. Denn sie stehen unter dringendem Verdacht, hauptverantwortlich für das weltweite Bienensterben und vieler weiterer ökologischer Schäden zu sein. Das Moratorium gefährde die Nahrungsmittelsicherheit sagen Kritiker. Aktuelle Studien, allen voran ein Report unter Leitung der Weltnaturschutzorganisation IUCN, beweisen jedoch das Gegenteil: Der Einsatz dieser Insektizide ist sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht unsinnig.

Gebeizter Mais in Heddesheim

Gebeizter Mais in Heddesheim

„Auch wenn man es rein gesamtwirtschaftlich betrachtet, ist die Rechnung fragwürdig“, so Matthias Liess, Ökotoxikologe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. „Denn Honigbienen sind das drittwichtigste Nutztier der Menschheit.“ Der ökonomische Gesamtwert allein für die Bestäubungsleistung durch Honigbienen wird für Europa auf 15 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Mehr als ein Drittel der Nahrungsmittelproduktion hängt direkt von der Bestäubung durch Bienen ab – von Äpfeln über Zwiebeln bis hin zu Gurken. Dieser Wert ist damit fünfmal höher als der im Auftrag von Syngenta und Bayer ermittelte wirtschaftliche Nutzen der bienengefährlichen Neonicotinoide. Davon noch nicht abgezogen sind die Kosten, die der Gesellschaft durch verunreinigte Gewässer oder den Verlust von Biodiversität und vieler Nützlinge entstehen. „Neonicotinoide sind damit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch unsinnig“, so Liess.

Der Ökotoxikologe ist Mitglied der IUCN-Arbeitsgruppe, die über vier Jahre 800 in hochrangigen Wissenschaftsmagazinen wie Science veröffentlichte Einzelstudien zum Einfluss von Neonicotinoiden auf die Umwelt auswertete. Mit eindeutigem Ergebnis: Neonicotinoide sind nicht nur ausgesprochen schädlich für Honigbienen und andere sogenannte „Nicht-Zielorganismen“. Sie bleiben auch nicht, wie vorgesehen, nur im Boden. „Stattdessen werden sie in die Gewässer gespült, möglicherweise bis ins Grundwasser, und richten dort weiteren ökologischen Schaden an“, erklärt Liess. Denn als sogenannte systemische Insektizide werden sie nicht nur im Falle einer Schädlingsinvasion gezielt eingesetzt. Vielmehr wird schon das Saatgut mit den Wirkstoffen behandelt, sodass sie sich von der Wurzel bis in die Pollen in der ganzen Pflanze verteilen. Was für einen besonders effektiven Schutz gegenüber Insektenbefall gedacht ist, bewirkt, dass jedes Tier die Stoffe aufnimmt, sobald es an der Pflanze knabbert.

Heddesheim: Staubwolke mit Neonicotinoiden? - No Risk, no Food?

Heddesheim: Staubwolke mit Neonicotinoiden? – No Risk, no Food?

„Ein Verbot der Neonicotinoide bedeutet einen Verlust von mindestens zehn Prozent auf unseren Feldern. Ein echtes Risiko für die Nahrungsmittelsicherheit“, hält Harald von Witzke dagegen. „Bis 2050 wird sich der Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit verdoppeln. Diesen können wir nur mit Neonicotinoiden decken.“ Von Witzke ist Agrarökonom und Mitglied des Humboldt Forum for Food and Agriculture (HFFA), das in einem Bericht den Wert von Neonicotinoiden untersucht hat. Schon jetzt würde die EU große Mengen an Nahrungsmitteln importieren. Er könne daher angesichts der vielen, durch die HFFA-Studie nachgewiesenen Vorteile nicht nachvollziehen, dass die EU-Kommission den Neonicotinoiden eine solche Galgenfrist setzt.

„Das Pikante an der Studie des Humboldt Forums ist, dass sie von den beiden Hauptproduzenten für Neonicotinoide, Bayer und Syngenta, in Auftrag gegeben wurde“, so Ökotoxikologe Liess. „Damit müssen die Ergebnisse mit Vorsicht betrachtet werden.“ Das sei so ähnlich, als würde die Tabakindustrie eine Studie in Auftrag geben, die die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit untersucht.

„Auch das Hauptargument der Befürworter, die Nahrungsmittelsicherheit, ist viel zu kurz gedacht“, so Ökotoxikologe Liess. „Laut Welternährungsorganisation FAO landen jedes Jahr weltweit ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. Hier liegt das drängende Problem, nicht in zu geringen Erträgen.“ Auch hinsichtlich der EU-Importe von Nahrungsmitteln müsse man hinter die Zahlen schauen. Denn die EU führt nicht nur Nahrungsmittel ein, sondern exportiert diese auch in ähnlich großem Umfang – vor allem Getreide, Milch und Fleisch. Zudem gäbe es umweltverträglichere Pflanzenschutzmittel, die auch für hohe Erträge sorgen.

Letztendlich hofft Liess daher auf ausgewogene, nicht von einseitigen Interessen geleitete Erkenntnisse zu den Risiken dieser Stoffe und eine entsprechende Reaktion der EU-Kommission darauf. „Das Beispiel DDT hat es gezeigt: Hier wurde auch durch Beobachten der Umwelt festgestellt, dass dieses Insektizid derart umweltschädliche Auswirkungen hatte, dass es in den 1970er Jahren in großen Teilen der Welt verboten wurde“, so Liess. „Deutlich wurde es den Menschen aber auch damals erst, als in den USA der Weißkopfseeadler durch DDT auszusterben drohte.“ Quelle: Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier: http://www.biodiversity.de/index.php/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitae…

TU Berlin: Landwirtschaft und Fischzucht in der Stadt

Frische Nahrungsmittel im Stadtraum produzieren und mit innovativen Methoden der Siedlungswasserwirtschaft kombinieren: Das ist das Ziel des Verbundforschungsprojekts „ROOF WATER-FARM – Sektorübergreifende Wasserressourcennutzung durch gebäudeinte-grierte Farmwirtschaft“. Es sucht nach Wegen und Möglichkeiten, wie Technologien der Wasseraufbereitung zur Bewässerung und Düngung von Dachgewächshäusern in Gebäude integriert werden können, um den Anbau von qualitativ sicheren Nahrungsmitteln zu ermöglichen. Derzeit entsteht eine Pilotanlage in Berlin-Kreuzberg. Am 11. Juni 2014 wurde das Projekt mit einem „Erdbeerfest“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Koordiniert wird das Projekt vom Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen bei Prof. Dr. Angela Million (Uttke), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Pilotanlage soll verfahrenstechnische Daten für Kosten-/Nutzenbetrachtungen und Ökobilanzen, für Potenzial- und Risikobetrachtungen liefern, um Produktqualität und Produktivität der Technologie nachzuweisen. Im Projekt werden Modelle für den kommerziellen und nichtkommerziellen Betrieb und die Produktvermarktung entwickelt sowie Vermittlungsformate, Entscheidungshilfen und Handlungsempfehlungen für Anwender und andere Zielgruppen erarbeitet.

Das Abwasser aus Badewannen, Duschen, Handwaschbecken und Küchen, das sogenannte „Grauwasser“, wird hier bereits getrennt abgeleitet, zu hygienisch einwandfreiem Betriebswasser aufbereitet und zur Toilettenspülung und Bewässerung der Mietergärten wiederverwendet. Regenwasser wird in der ursprünglichen „Pflanzenkläranlage“ verdunstet. Das Projekt „ROOF WATER-FARM“ nutzt das gereinigte Grauwasser als Betriebswasser für die Produktion von Fischen und Pflanzen in dem vor Ort aufgebauten Gewächshaus. Hier ist die Weiterentwicklung der Technologien zur Wasseraufbereitung und Nahrungsmittelproduktion sichtbar und erlebbar: Grauwasser wird zu Betriebswasser, Schwarzwasser zu einem Flüssigdünger für den Anbau von Gemüse (Hydroponik) und die Aufzucht von Fisch (Aquaponik). Die hygienische Qualität wird untersucht, Bewässerungswasser, die Fische und die Pflanzen werden auf ausgewählte Mikroschadstoffe getestet.

Verbundpartner sind neben den genannten auch die Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation ZEWK/kubus der TU Berlin, inter 3 GmbH – Institut für Ressourcenmanagement, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, TERRA URBANA Umlandentwicklungsgesellschaft mbH, Nolde & Partner Innovative Wasserkonzepte und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Land Berlin.
www.roofwaterfarm.com, www.bmbf.nawam-inis.de

Buchempfehlung: Rachel Carson – Der stumme Frühling

Der stumme Frühling erschien erstmals 1963. Der Titel bezieht sich auf das Märchen von der blühenden Stadt, in der sich eine seltsame, schleichende Seuche ausbreitet. Das spannend geschriebene Sachbuch wirkte bei seinem Erscheinen wie ein Alarmsignal und avancierte rasch zur Bibel der damals entstehenden Ökologie-Bewegung. Zum ersten Mal wurde hier in eindringlichem Appell die Fragwürdigkeit des chemischen Pflanzenschutzes dargelegt. An einer Fülle von Tatsachen machte Rachel Carson seine schädlichen Auswirkungen auf die Natur und die Menschen deutlich. Ihre Warnungen haben seither nichts von ihrer Aktualität verloren.

131.-134. Tsd. der Gesamtauflage (Beck’sche Reihe) 2013.
348 Seiten Paperback
C.H.BECK ISBN 978-3-406-64908-0
Preis: 12,95 €

 

 

 

Deutsche Wildtier Stiftung: Zahl toter Junghasen geht in die Hunderttausende

Alle Jahre wieder vor Ostern bereitet der Landwirt den Acker für die Aussaat vor. Ackerland, auf dem Mais, Zuckerrüben und Sommergetreide angebaut werden, wird jetzt gepflügt, geeggt und bepflanzt. Auf Grünland wird der Boden gewalzt und geschleppt. Unter den tonnenschweren Maschinen, die kein Stück Land unbearbeitet lassen, sterben die Junghasen: Sie werden zerquetscht und zerstückelt, untergepflügt und von spitzen Zinken zerrissen.

Niemand zählt die „Bauernopfer“ unter den Junghasen. „Ihre Zahl geht sicher in die Hunderttausende“, vermutet Dr. Andreas Kinser, Feldhasenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. So verwandeln sich Acker- und Grünlandflächen im Frühling in Killing-fields für Jungtiere. Und es sind nicht nur junge Feldhasen, die der Arbeit der Landwirte zum Opfer fallen: „Bodenbrüter wie Rebhuhn, Kiebitzund Feldlerche erwarten im Frühjahr die nächste Vogel-Generation. Ihre Gelege werden durch die Arbeit zerstört, die gerade geschlüpften Küken getötet“, sagt Kinser. Für Jungtiere, die vor der Gefahr nicht fliehen können, ist der Frühling die gefährlichste Zeit des Jahres.

Verluste durch landwirtschaftliche Arbeiten hat es unter Wildtiere immer schon gegeben, aber sie können bis zu einem gewissen Maße kompensiert werden. Doch durch den verstärkten Anbau von Mais zur Biogasgewinnung hat sich die Situation der Wildtiere wieder weiter verschärft. „Den Tieren fehlt es in unserer Agrarlandschaft an Hecken und Altgrasstreifen, die Jungtieren eine bessere Chance zum Überleben bieten“, so Kinser. Bei einer wildtierfreundlichen Landwirtschaft können beispielsweise Mischungen aus Wildpflanzenarten als Ergänzung zum Mais das Leben vieler Jungtiere retten. „Blütenreiche, mehrjährige Wildpflanzen müssen nicht in jedem Frühjahr neu ausgesät werden; sie bieten Wildtieren Nahrung und Deckung in den folgenden Jahren“, sagt Kinser.

Die Agrarpolitik könnte Weichen in die richtige Richtung stellen: „Wir fordern alle Bundesländer auf,  Mittel für den Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen als alternative Energiepflanzen bereitzustellen“, so Kinser. „Landwirte würden einen Ausgleich für wirtschaftliche Einbußen durch wildtierfreundliche Anbauverfahren erhalten – und die Jungtiere hätten eine Chance, das Frühjahr zu überleben.“ Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung